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Andreas Kreuzer gewann seinen ersten Großen Preis

Jungspund stahl den Routiniers die Show

Von Jessica Bunjes

Wenn Ministerpräsident Peter-Harry Carstensen in der Holstenhalle von Neumünster im Großen Preis der VR Classics ein ums andere Foto schießt, scheint den gebürtigen Dithmarscher in späten Jahren noch der Reitsportbazillus gepackt zu haben.
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Ludger Beerbaum kam mit Chiara auf den zweiten Platz beim Großen Preis.

© Jörg Lühn

„Ich bin stolz drauf, dass Schleswig-Holstein so ein Turnier hat“, betonte der Landesvater, der sich von Turnierchef Paul Schockemöhle (Mühlen) am Sonntagnachmittag während des Stechens der besten 13 Reiter Insider-Tipps geben ließ.

 Gejubelt haben zum Schluss beide. Der eine aus Solidarität, der andere, weil ihm das Siegerpferd Chacco-Blue gehört. Den ritt der 21-jährige Andreas Kreuzer (Mühlen) für seinen Chef Schockemöhle zu „Gold“ und Geld.

 12540 Euro hat der jüngste der ursprünglichen Teilnehmerriege von 40 Startern aus dem S***-Springen mit Stechen zunächst einmal mit nach Hause genommen. Allerdings, so verriet Siegreiter Kreuzer, richte sich die Aufteilung des Preisgeldes nach den Besitzerverhältnissen, was Chacco-Blues Eigentümer Paul Schockemöhle ein breites Grinsen ins Gesicht zauberte: „Das dient der Rückzahlung von Krediten“, flachste der Unternehmer und Mit-Besitzer des teuersten Dressurpferdes aller Zeiten, Totilas.

 Für Kreuzer war der Sieg im Hauptspringen der VR Classics der erste in einem internationalem Großen Preis „und mein persönliches Highlight“. Das Ausnahmetalent hatte auf eine gewagte Strategie engster Wendungen und kürzester Wege gesetzt: „Ich wusste, ich kann nicht ohne Tricks der schnellste sein, aber Chacco-Blue ist zuverlässig und hat enormes Vermögen, also habe ich meinen ursprünglichen Plan weiter verfolgt, selbst als ich sah, dass alle anderen vor mir Fehler machten.“ Chef Schockemöhle hatte während dieser Runde gespannt die Luft angehalten, zumal Mannschafts-Weltmeister Carsten-Otto Nagel (Norderstedt) mit Chacco-Blues Bruder Cazaro (Rang drei) sowie der erfolgreichste Springreiter der späten 80er bis 2000er Jahre, Ludger Beerbaum (Riesenbeck), mit Chiara (Rang zwei) noch folgten.

 Doch beide waren langsamer. „CO-Nagel“, mit Cazaro bereits dritter in einer Qualifikation am Sonnabend, gab zu: „Es fühlte sich super an. Ich wollte noch mehr riskieren, habe mich aber umentschieden.“

 Für Paul und Bettina Schockemöhle liefen die vier Turniertage auch in anderer Hinsicht „rund“. Mit allein fünf Startern aus der „Top Ten“ der Weltrangliste war die Besetzung im Parcours vom Feinsten. „Wir hatten auch Glück, denn es gab an diesem Wochenende kaum Turnier-Konkurrenz“, so Bettina Schockemöhle. Mit der wieder erreichten Vorjahreszahl von 35000 Zuschauern war sie „sehr zufrieden“, Potential gäbe es noch für Donnerstag und Freitag. 2013 läuft der Vertrag mit der Holstenhalle aus. „Wir würden sehr gerne weitermachen“, kündigte Bettina Schockemöhle an.

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