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Weltcup-Kür in Neumünster

Vollgas-Dressur mit Damon Hill


Höchstleistungen liegen den Hills im Blut. Immerhin hielt der ehemalige britische Formel-1-Rennfahrer Damon Hill zehn Jahre lang den Rekord für die schnellste je gefahrene Rennrunde. Der zehnjährige Westfalen-Hengst gleichen Namens begeisterte am Sonntagvormittag in der Neumünsteraner Holstenhalle. Unter der 30-jährigen Helen Langehanenberg aus Havixbeck schwebte der gekörte Donnerhall-Sohn, der bis 2010 von Olympiasiegerin Ingrid Klimke (Münster) geritten wurde, in Rekordmanier übers Viereck der Grand Prix Weltcup-Kür – und auf die Pole-Position im Ranking der Westeuropaliga.
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Isabell Werth suchte für sich und El Santo „noch nach einer wirklich guten Idee“.

© Foto J. Bunjes

Neumünster. Nachdem die Klimke-Schülerin vom fachkundigen Publikum im „Hexenkessel“ bereits am Sonnabend in der Qualifikation zum Dressur-Weltcup vor der fünfmaligen Dressur-Olympiasiegerin Isabell Werth (Rheinberg) gesehen und nach ihrem Ritt im Grand Prix mit Damon Hill frenetisch beklatscht worden war, kamen die Richter gestern Mittag dem Wunsch der über 3000 Zuschauer in der ausverkauften Halle nach: Das A-Kader-Mitglied der deutschen Dressurreiter tauschte mit der hoch dekorierten Werth, die El Santo vorstellte, die Plätze: Mit stolzen 83,300 Prozent wurde das noch relativ junge Paar einstimmig auf Platz eins gesetzt. „Ich bin dankbar, so ein Pferd zu haben, und fühle mich wie im Himmel“, bekannte der Publikumsliebling nach einer top-durchdachten Kür.

 Das Publikum hatte einen stimmigen Ritt ohne nennenswerte Schwachpunkte gesehen, der vor allem in der Trabtour und in den Traversalen beeindruckte. „Er blieb von der ersten bis zur letzten Sekunde bei mir“, so Langehanenberg, die befand: „Die Pferde genießen das hier, die Stimmung ist großartig.“

 Weniger euphorisch äußerte sich Werth, die mit dem elfjährigen Rheinländer El Santo sichtliche Probleme in den Pirouetten, aber auch in den Passagen, hatte. Sie haderte: „Da gibt es noch einiges zu tun, ich brauche eine wirklich gute Idee, diese Probleme zu lösen.“ Mit 80,975 Prozent Zweite zu werden, ist allerdings keine Schande. Ein in Neumünster ganz neu auftretendes Paar, dem die Zukunft offen stehen dürfte, bilden Uta Gräf und der Holsteiner Hengst Le Noir. Die zweifache rheinland-pfälzische Landesmeisterin, die aus einer Familie stammt, die mit Pferden nichts am Hut hat, trug den Zylinder berechtigt mit einem breiten Lächeln. Zu „Men in Black“ ritt sie ihren weiß gestiefelten Schwarzen mit einer Punktlandung in die Arena ein, deren dressurkundige Masse gespannt den Atem anhielt, um am Ende der Vorstellung frenetisch zu applaudieren: 77,475 ausbaufähige Prozent.

 Dass die ein Ein-PS-Sportler keine Maschinen sind, erlebte die Gewinnerin des Dressur-Championats der Pferdestadt Neumünster, Lokalmatadorin Alexandra Bimschas. Während man früher Stecknadeln fallen hören konnte, wenn die Reiter in der Bahn waren, fiel jetzt gleich eine ganze Bank um – ausgerechnet im VIP-Bereich des Hautsponsors. Eine Zuschauerin holte mitten in der Prüfung Süßes. Für Bimschas ein bitterer Drops. Der Oldenburger Hengst Dick Tracy erschrak, die Konzentration war futsch. „Er war von Anfang an spooky. Iirgendetwas gruselte ihn an der kurzen Seite, nachdem die Bank knallte, war es vorbei“, so die 40-Jährige, die dieser Zwischenfall den Sieg in der Prüfung, aber nicht die Championatswertung kostete.

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