Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Zucht Die Suche nach dem Hengst des Jahres
Sport Reitsport Zucht Die Suche nach dem Hengst des Jahres
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:57 02.11.2018
Von Thorsten Geil
Holsteiner Körung: „Cardello“ zeigt sich in flottem Trab. Besucher und besonders die Mitglieder der Körkommission verfolgen jeden Schritt. Quelle: Thorsten Geil
Neumünster

Die Holsteiner Pferde haben wieder für drei Tage die Holstenhallen erobert. Bis zum Sonnabend präsentieren sich dort die jungen Hengste, um die Zulassung zur Zucht zu bekommen.

Die Entscheidung darüber fällt am Sonnabend, und anschließend werden die schönen Pferde auf der Auktion versteigert. Wenn die Holsteiner in der Holstenhalle sind, ist das Publikum anders als bei manch anderer Pferdeveranstaltung. Hier dominieren Bodenständigkeit und ländlicher Einschlag. Auf manchem alten Mercedes klebt noch der Uralt-Aufkleber „Mehr als Holsteiner kann der Mensch nicht werden“.

Hier fühlt sich auch Helmut Sievers (82) aus Tasdorf bei Neumünster wohl. Der Holsteiner-Züchter ist Ehrenmitglied beim Holsteiner Verband und dort immer noch aktiv. „Vorhin habe ich mich mit ungarischen Holsteiner-Züchtern unterhalten. Die suchten Rat, wie sie mit ihrer Zucht vorankommen. Der Verband hat sie an mich verwiesen“, sagt Sievers. Er gab bereitwillig Auskunft und konnte helfen. Kaum einer kennt sich mit Holsteinern und auf dem Gelände der Holstenhallen so gut aus wie Sievers, denn vielleicht hat keiner außer den Hallen-Mitarbeitern dort so viel Zeit verbracht. „Ich habe das mal nachgerechnet: Ich war in meinem Leben an mehr als 1300 Tagen hier. Ich bin bei jeder Reit- und Zuchtveranstaltung dabei“, sagt er. 1951 ist er als 14-Jähriger zum ersten Mal beim Reitturnier gestartet, und seitdem hat er keines verpasst.

Bis 1960 startete er selber bei dem Februar-Turnier. 1956 durfte er zum ersten Mal in einem S-Springen ran. Vor ihm war Fritz Thiedemann mit dem berühmten Metor im Parcours. „Im Einritt rief er mir zu: ,Junge, halt die Ohren steif!’“ Fritz Thiedemann war vier Monate später Olympiasieger mit Metor. Als Helmut Sievers 2015 durch den Innenminister mit dem Meteor-Preis ausgezeichnet wurde, fühlte er sich auch aus diesem Grund sehr geehrt.

Die Leitung des Familienbetriebs hat Helmut Sievers längst an seinen Sohn Harm übergeben, aber der Senior ist noch jeden Tag bei den Pferden im Stall oder auf der Weide. Einen eigenen Hengst hat der Hof Sievers in diesem Jahr nicht am Start. Aber „Calan“ (Startnummer 26) ist dort im Auftrag der spanischen Eigentümerin aufgewachsen und ausgebildet worden. Ob es für die Körung reicht? „Wir werden sehen“, sagt Helmut Sievers.

Hinter den Kulissen bereiteten die Züchter und ihre Mitarbeiter gestern in den Stallungen der Holstenhallen die gut 60 Hengste akribisch auf den ersten Auftritt vor der Körkommission vor. Nichts wurde dem Zufall überlassen. Das Fell wurde ein letztes Mal gewaschen und gestriegelt, die Mähne hübsch eingeflochten.

Dabei wurde natürlich auch viel gefachsimpelt. Nicht alle Holsteiner-Fans sind beispielsweise damit einverstanden, dass mehr und mehr auch niederländisches, belgisches und französisches Blut in die Zucht gelangt. Andere sagen, diese Auffrischung sei nötig, weil bei den Holsteinern nur drei Blutlinien dominieren. Und das sei auf Dauer nicht gut für die Gesundheit der Pferde.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Beim Hannoveraner Hengstmarkt fielen alle Grenzen.

Reitsport Pressemitteilung 28.10.2018

Trakehner Herbstmarkt in den Holstenhallen: Zehn gekörte Hengste erzielten im Schnitt 71900 Euro

Jessica Bunjes 22.10.2018
Zucht 56. Trakehner Hengstmarkt - Die Trakehner Hengste sind gekört

Nach Dreiecksmusterung, Freispringen und Freilaufen stehen die Körurteile des 56ten Trakehner Hengstmarktes in den Holstenhallen von Neumünster fest

21.10.2018