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Segelsport Die Olympia-Welle meistern
Sport Segelsport Die Olympia-Welle meistern
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20:03 21.06.2015
Von Niklas Wieczorek
Ex-Segel-Weltmeister René Schwall lud zur Ärzte-Fortbildung nach Kiel. Quelle: Frank Peter
Kiel

Nur konsequent, denn nach seiner Karriere auf dem Wasser ist Schwall als Sportmediziner tätig und aktuell Mannschaftsarzt der Segel-Nationalmannschaft. „Wir sehen uns immer noch im Fluss der ursprünglichen Segelveranstaltung Kieler Woche“, erklärt er, warum am Sonnabend auch Vorträge auf einem Boot vor Schilksee gehalten wurden. Für die Segel-Laien unter den Kollegen kommentiert Schwall.

 Das sei während der Kieler Woche immer Werbung für die Stadt. „Die meisten können sich gar nicht vorstellen, wie akrobatisch Segeln ist, und welche Verletzungen da vorkommen“, beschreibt Schwall die Reaktionen, die er als „Segel-Botschafter“ empfängt. Der medizinische Schwerpunkt liegt dieses Jahr auf der Frage, wie schnell Sportler nach einer Verletzung wieder aktiv werden sollten. Dazu gebe es in der Sportmedizin bisher lediglich Beobachtungen, beschreibt Schwall den Stand der Forschung. Erst in zehn Jahren seien Studien zu erwarten.

 An diesem Wochenende diskutieren rund 50 Fachleute ihre Erfahrungen. Spezieller Gast ist darüber hinaus ein Ex-Profi, der von selbst erlebten Verletzungen berichtet; in diesem Jahr der Fußballer Carsten Rothenbach, der lange Zeit für den FC St. Pauli aktiv war, bevor er 2014 beim VfL Bochum nach mehreren Sprunggelenksverletzungen seine Karriere beendete. Durch die Tradition der Veranstaltung im Segelsport werden ansonsten zumeist Blessuren des oberen Körpers besprochen – Schultern, Arme und Ellenbogen.

 Doch selbstverständlich wird René Schwall dieses Jahr auch die Olympia-Welle überrollen. Er selbst wagt einen Ausblick: „Wenn Olympia wahr werden sollte, ist es sicherlich die größte Herausforderung, das Team fit zu kriegen.“ Für die Landeshauptstadt in der Bewerbungsphase sei die Kieler Woche dagegen eine Bewährungsprobe. Die Professionalität der Partner, Segeln an Land zu präsentieren, sei in Schilksee und Kiel traditionell einmalig. Schon 1936 habe es in der Innenstadt Magnettafeln gegeben, die aktuelle Zwischenstände der Regatten abgebildet hätten – selbst wenn die Kommunikation damals vermutlich noch „mit Rauchzeichen“ funktionierte, witzelt Schwall. Um aber ernsthaft hinzuzufügen: „Aber das reicht nicht: Es ist wichtig, diese Chance jetzt zur Olympia-Bewerbung zu nutzen und Kiel möglichst schnell wieder zum Weltcup-Standort zu machen.“

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