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Segelsport Nach der KiWo ist vor der KiWo
Sport Segelsport Nach der KiWo ist vor der KiWo
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07:00 05.07.2018
Von Niklas Schomburg
Die Flotte der Laser Standard an der Startlinie. Kieler-Woche-Sieger Philipp Buhl hatte das Ausfallen einiger Rennen in dieser Klasse kritisiert, bereits am Abschlusssonntag hat es ein Gespräch zwischen ihm und Organisationsleiter Dirk Ramhorst gegeben. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

„Es war unterm Strich eine sehr erfolgreiche Kieler Woche“, sagte Dirk Ramhorst. Der Regatta-Organisationsleiter erklärte, man habe sich das Feedback Buhls sehr zu Herzen genommen. „Ich verstehe Kritik immer konstruktiv, auch wenn ich es persönlich unglücklich fand, dass er diese Plattform genutzt hat.“ Bereits am Abschlusssonntag der Kieler Woche gab es ein einstündiges Gespräch zwischen Ramhorst und dem Aktivensprecher des Deutschen Segler-Verbandes. „In manchen Dingen gehen die Ansichten der Segler und der Organisatoren einfach etwas auseinander“, erklärte Ramhorst.

Kommunikation soll verbessert werden

„Ich kann mich über eine Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes nicht so einfach hinwegsetzen. Zudem hat es auf der betreffenden Bahn in der Vergangenheit durch Wellenschlag immer wieder Verletzungen gegeben.“

Dennoch werde man weiter den Austausch suchen, um die Kieler Woche als Segelveranstaltung weiter zu verbessern. „Konkret haben wir gemerkt, dass wir die Kommunikation zwischen Wettfahrtleitung und Seglern und Coaches verbessern müssen“, erklärte Ramhorst.

Schichtbetrieb ist eine große Herausforderung

Die wohl größte Herausforderung stellten in diesem Jahr die langen Segeltage durch den Schichtbetrieb der Olympia-Segler dar. Vor allem der Donnerstag mit Segeln am Vormittag, Unwetterpause und Wiederaufnahme der Regatten bis in den späten Abend stellte alle Beteiligten auf eine harte Probe.

„Für das lange Segeln haben wir viel Lob bekommen“, sagte Ramhorst. „Aber es war an der Grenze der Belastbarkeit, zum Teil sogar darüber hinaus. Die Jury etwa arbeitete bis nach Mitternacht. Wir werden in Zukunft wohl ein, zwei Reserve-Crews brauchen, um den Mehrschichtbetrieb abbilden zu können.“ Fragen der Durchführung, auch in Bezug auf die Arbeitszeit, und Finanzierung stehen auf der Agenda.

Gut Ding will Weile haben

In Sachen Landprogramm im Olympiahafen ziehen die Organisatoren ebenfalls ein insgesamt positives Fazit. „Wir haben von vielen Seiten ein tolles Feedback erhalten“, sagte Sven Christensen, Geschäftsführer von Point of Sailing, der Marketingagentur des Kieler Yacht-Clubs. „Natürlich gab es auch Kritik an den Änderungen, aber das ist bei einem nach 20 Jahren neuen Konzept auch zu erwarten.“

Gut Ding will Weile haben, lautet der Ansatz. „Wir werden Anpassungen in kleinem Maße vornehmen. Aber wir machen das in erster Linie ja für die Segler, wollen ihnen ein gutes Umfeld bieten. Und da waren Dinge verloren gegangen, die Aktiven standen nicht mehr im Zentrum.“

Die Rückmeldungen aus dem Kreis der Aktiven sind positiv. Dass es an einigen Tagen vor allem im neu gestalteten Zelt recht leer war, hat auch Christensen wahrgenommen. „Aber dieses Jahr darf nicht die einzige Referenz sein. Etwas Neues braucht Zeit. Zudem war es an einigen Abenden empfindlich kalt, und die Fußball-WM hat sicher auch viele Leute vor die Fernseher statt in den Hafen gezogen.“

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