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Segelsport Buhl kritisiert Wettfahrtleitung hart
Sport Segelsport Buhl kritisiert Wettfahrtleitung hart
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18:32 23.06.2018
Von Niklas Schomburg
Laser-Segler Philipp Buhl (blaues Trikot) kritisierte die Wettfahrtleitung hart. Es sei ihm vor der internationalen Konkurrenz peinlich, welche Entscheidungen hier getroffen werden. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

"Das war hier in den vergangenen zwei Tagen die schlechteste Wettfahrtleitung, die ich je erlebt habe", sagte der 28-Jährige. "Da werden wir bei Premiumbedingungen von der Bahn geschickt oder es wird gar nicht erst gesegelt." Buhl kritisierte sowohl die Wetterprogosen von Meteorologe Meeno Schrader als auch die darauf basierenden Entscheidungen von Principle Race Officer Nino Shmueli und seinem Team. "Alle anderen Wetterdienste haben deutlich weniger Wind angesagt. Meeno packt immer seine acht bis zehn Knoten drauf, und dann agiert man viel zu vorsichtig", so Buhl. "Wenn das so wie jetzt gemacht wird, ist das beste Werbung dafür, dass die Kieler Woche eine zweitklassiges Segel-Event ist."

"Das war mir peinlich"

An den ersten Tagen habe er die Abruch- und Unterbrechungsentscheidungen noch nachvollziehen können, "dass wir am Donnerstag am Nachmittag bis in den späten Abend hinein gesegelt sind, war super", sagte der Sonthofener. "In den letzten Tagen war es mir aber peinlich, dass ich unter den Laser-Seglern so viel Werbung für die Kieler Woche gemacht und alle hierher geholt habe. Alle haben mich auf dem Wasser kopfschüttelnd angeguckt, und ich konnte nur mit den Achseln zucken."

Kieler Woche nächstes Jahr ohne Buhl?

Im Laser sei es teilweise sogar einfacher in hoher Welle zu segeln, erklärte der WM-Vierte des vergangenen Jahres. "Du kannst wunderbar bei 30 Knoten und mehreren Metern Welle segeln. Auf der Bahn Charly ist bei den Starkwindbedingungen nicht mal in der Silberflotte ein Boot gekentert. Also was sollen dann diese Entscheidungen?" Seine Teilnahme am Heim-Rennen werde er unter diesen Umständen in Zukunft überdenken. "Ganz ehrlich: Da mache ich mir Gedanken, ob ich im nächsten Jahr die Delta Lloyd Regatta segle, obwohl mein Boot hier in Kiel in der Halle steht."

Statt zehn Wettfahrten bis zum Medal Race am Sonntag (10.05 Uhr) absolvierten die Laser in vier Tagen nur acht. In das abschließende Rennen geht Buhl von Platz zwei, drei Punkte hinter dem führenden Briten Elliot Hansen.

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