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Segelsport Norwegisches Multitalent räumt ab
Sport Segelsport Norwegisches Multitalent räumt ab
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07:22 20.06.2018
Von Niklas Schomburg
Fühlt sich in vielen Klassen wohl: Lars Johan Brodtkorb. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Der Ozeanografie-Student, Jahrgang 1995, ist amtierender Europe-Vizeweltmeister, amtierender Europameister in der OK-Jolle und fuhr bei der letzten Finn-WM auf Rang 31. Wie macht er das? „Ich weiß nicht“, sagt er und lacht. „Ich habe nach dem Laser in der Europe angefangen, aber bin dafür ein bisschen schwer, deshalb segle ich im Finn. Für die OK-Jolle habe ich mit 85 Kilogramm perfekte Voraussetzungen, also habe ich das auch mal ausprobiert.“ Also lieh er sich von Jesper Strandberg ein Boot und von Jørgen Holm Mast und Segel und fuhr die EM. Gleich bei seiner ersten OK-Regatta wurde er als erster Norweger überhaupt Europameister. Klingt nach Naturtalent.

„Ich muss mich bei Leichtwind in der Europe noch verbessern. Und im mentalen Bereich“, hält Brodtkorb dagegen. Dabei arbeitet er schon mental: Neben und nach dem Segeln nämlich spielt er Schach, wird beim Weltverband Fide auf Rang 372 der norwegischen Rangliste geführt. „Meistens spiele ich im Winter, im Sommer bin ich ja segeln. Aber hier in Kiel habe ich jeden Abend auch nach den Rennen gespielt“, sagt er. „Es ist Spaß und ein forderndes Spiel zugleich. Ich mag Herausforderungen.“

Nach zwei Kieler-Woche-Siegen in der Europe und dem OK-EM-Titel fehlt noch ein großer Erfolg im Finn. Vielleicht die Olympia-Teilnahme? „Nein, mein Ziel ist nicht Olympia“, sagt Brodtkorb. „Da geht es nur ums Prestige. Für mich sind die Finn-Worlds das Größte. Da sind viel mehr Boote, und es ist, anders als bei Olympia, wirklich jeder Top-Segler am Start.“ Bei der WM in Aarhus hofft Brodtkorb auf ähnlich drehende und anspruchsvolle Bedingungen wie in Kiel. So war es auch bei der OK-EM.

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