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Segelsport "Perfektes Segeln" beim Welcome Race
Sport Segelsport "Perfektes Segeln" beim Welcome Race
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21:29 16.06.2018
Von Niklas Schomburg
Als erstes gingen am Sonnabend die Mehrrumpfboote auf die Strecke nach Eckernförde. Kurz nach dem Start war die "Itelligence" schon außer Reichweite für die Konkurrenz, der dänische Eigenbau "Black Marlin" (re.) mit Skipper Jan Andersen ist der erste Verfolger. Quelle: Uwe Paesler
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Kiel

Bei guten Bedingungen starteten um 9.05 Uhr mit den Mehrrumpfbooten die ersten Crews in das Welcome Race und damit in die Kieler Woche. Während die Fahrten-Trimarane vor allem ihr Glück auf der Ostuferseite der Förde suchten, starteten die Sach-Brüder Helge und Christian (Zarnekau), bei denen auch die Söhne von Christian Sach, Johann und Anton, sowie Miteigner Herbert Vogel an Bord waren, mit ihrem knapp zehn Meter langen Kat direkt vor der Mole des Düsternbrooker Hafens.

Es war die taktisch richtige Entscheidung, denn mit freiem Wind zog die „Itelligence“ aus der Förde heraus und hatte dann jenseits des Friedrichsorter Leuchtturms richtig Spaß. „Toller Wind, hohe Welle. Es fuhr sich klasse“, berichtete Christian Sach, der mit seinen Söhnen für die Vorsegel zuständig war, während Helge steuerte. "Die Jungs haben das super gemacht, der Segelwechel ist mit dem großen Code Zero anstrengend", lobe Christian Sach den Nachwuchs, der normalerweise in Opti A (Johann) und Opti B (Anton) unterwegs ist. "Ich muss ihnen nichts zwei Mal erklären, sie wissen nach dem ersten Mal sofort, wie es funktioniert. Und das ist nicht mal bei meinem Bruder so", ergänzte er lachend.

Streckenrekord außer Gefahr

So ging's mit bis zu 21 Knoten durch die steile Welle auf dem Stollergrund und weiter Richtung Eckernförde. Weil der zwischendurch auf vier bis fünf Windstärken angestiegene Wind auf den letzten Seemeilen vor dem Ziel einbrach, blieb das Team exakt eine halbe Stunde über dem Streckenrekord der „Musandam“-Crew aus Oman, die vor vier Jahren allerdings mit einem mehr als doppelt so großen Trimaran unterwegs war. Nach 2:17:28 Stunden passierten die Sachs die Ziellinie.

Swans nutzten Welcome Race als Warm-up

Als nächstes Schiff kam die „Calypso“, der 82 Fuß-Renner (rund 25 Meter) von Gerhard Clausen, in Eckernförde an, die sich nach berechneter Zeit in der Klasse ORC I aber mit Rang elf begnügen musste. Den Sieg sicherte sich Ralf Lässig mit der "Xenia".

Anschließend lief die fünf Boote starke Flotte der Club-Swan 50 im Ziel ein, die das Welcome Race als Warm-up für das am Abschlusssonntag beginnende Nord Stream Race nutzte. "Das war perfektes Segeln", schwärmte Oliver Schwall, Mitorganisator der Ostsee-Regatta nach St. Petersburg und beim Welcome Race selbst an Bord einer Swan. "Und es war sehr beeindruckend, wie viele Boote insgesamt am Start waren. Als wir auf dem Rückweg nach Kiel waren, kam uns ein nicht enden wollender Strom an Seglern entgegen, Wahnsinn." Die Crews verlegten die fünf Swans bereits am Sonnabendnachmittag wieder nach Kiel, wo sie für die Montag beginnenden Inshore-Races flottgemacht werden.

Die klassischen Jachten und Teilnehmer der Aalregatta gingen das Rennen naturgemäß deutlich entspannter an als die ORC-Crews, so dass die letzten Boote erst am Abend in Eckernförde einliefen.

Ergebnisse

Multihull Welcome Race (Kiel-Eckernförde): 30-39ft: 1. "itelligence", Helge Sach (Zarnekau); 2. "Black Marlin", Jan Andersen (Dänemark); 3. "Shamrock", Falco Bruckner (Berlin). Bis 29ft: 1. "Tri", Lars Kaempfe (Flensburg); 2. "Trial, no error!!", Jan van Dyk (Bremen); 3. "Maripos", Martin Flückiger (Schweiz).

ORC Welcome Race (Kiel-Eckernförde): ORC I: 1. "Xenia", Ralf Lässig (Bremerhaven); 2. "Utekha", Oliver Hanes (Schweden); 3. "Kreyser", Henrik Brandes (Hamburg). ORC II: 1. "Piranha", Lukas Heide (Kiel); 2. "Rarotonga", Werner Lemmel (Berlin); 3. "Lutzifer", Martin Lutz (Kiel). ORC III: 1. "Maxima", Michael Haacke (Bremerhaven); 2. "Static Electric", Heiko Päsler (Cuxhaven); 3. "Immac Fram", Kai Mares (Kiel). ORC IV: 1. "Jynx", Patrick Heinrichs (Hooksiel); 2. "Quiron", Hauke Moje (Kiel); 3. "Misty", Michael Kock (Kiel).

Aalregatta (Kiel-Eckernförde): Gruppe Rot: 1. "Olga", Claus Köhnlein (Kiel); 2. "Nixmitx", Sönke Driller (Gifhorn); 3. "Hunky-Dory", Martin Görge (Kiel). Gruppe Gelb: 1. "Ella", Georg Westphal (Lübeck); 2. "Keep smiling", Ingo Bergmann (Kiel); 3. "Bajazzo", Dirk Lemke (Eckernförde). Gruppe Grün: 1. "Felix Felicis", Klaus Ricklefs (Kiel); 2. "Murmel", Johann-Christoph Alsen (Eckernförde); 3. "Trinity", Klaus Robert von Waldow (Eckernförde). Gruppe Blau: 1. "Lojo", Christina Schoennagel (Kiel); 2. "Bee Jay", Hanna Siebert (Hamburg); 3. "Babette", Erik Brauer (Kiel).

Alle Ergebnisse unter www.manage2sail.com

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Von Kiel nach Eckernförde: Impressionen von Welcome Race und Aalregatta
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