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Segelsport Italien räumt ab, DSV geht leer aus
Sport Segelsport Italien räumt ab, DSV geht leer aus
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19:19 25.08.2018
Von Niklas Schomburg
Acht Mal Top Ten: Das überragende Laser-Radial-Jugendteam aus Italien um die neuen Weltmeister Guido Gallinaro (3.v.li.), Matilda Talluri (4.v.li.), Bronzemedaillengewinner Francesco Viel (2.v.li.) und U17-Weltmeister Cesare Barabino (re.). Quelle: Christian Beeck
Kiel

Der Mitte der Woche zunächst angekündigte Sturm blieb am Sonnabend nicht nur aus, stattdessen herrschte auf der Förde im anhaltenden Regen gar Flaute. Um die WM nicht ohne Rennen am Schlusstag zu beenden, gaben die Organisatoren alles und brachten immerhin in beiden Gold- und Silberflotten je eine Wettfahrt aufs Tableau.

Italien überragt als Team

Am Ende konnten im gar nicht mediterranen Klima zwei Italiener jubeln: Matilda Talluri und Guido Gallinaro heißen die strahlenden Jugend-Weltmeister 2018. Nicht nur mit diesen beiden Goldmedaillen räumte Italien kräftig ab: Die stärkste Nation der Welttitelkämpfe stellt darüber hinaus mit Francesco Viel den Bronzemedaillengewinner, in Cesare Barabino den U17-Weltmeister und fuhr insgesamt acht Top-Ten-Platzierungen ein - fünf bei den Jungen und drei bei den Mädchen.

"Ein Traum ist wahr geworden", sagte Talluri. "Ich war am Start wirklich nervös, weil ich wusste, dass alle eng beieinander liegen." Ihr bedeute der Titel sehr viel, weil sie zuvor keine herausragenden Ergebnisse erzielen konnte, erklärte die Italienierin weiter und ergänzte grinsend: "Ich bin aber auch froh, dass es jetzt vorbei ist." Ihr Landsmann Gallinaro war ebenso glücklich. "Auf diesen Titel habe ich gewartet", sagte er. Seine Taktik sei voll aufgangen: "Ich habe mich auf mich selbst konzentriert und einfach mein Bestes gegeben", erklärte Gallinaro. "Erst spät im Rennen habe ich geschaut, wo die anderen liegen, weil ich wusste, dass Josh nur zehn Punkte Rückstand hatte."

Büsselberg fehlen zwei Punkte zu Bronze

Die deutschen Nachwuchssegler mussten sich dagegen mit guten, aber eben nicht edelmetalldekorierten Rängen zufrieden geben. Am knappsten verpasste Julia Büsselberg eine Medaille: Die Berlinerin landete mit zwei Punkten Rückstand auf die Bronzemedaille auf dem undankbaren vierten Platz. Die Altenholzerin Laura Schewe verpasste ihr Ziel, unter die ersten Fünf zu fahren um vier Punkte und wurde Sechste. "Eigentlich bin ich zufrieden mit meinen Leistungen", sagte Büsselberg. "Bis auf den ersten Finaltag, der mich eine Medaille gekostet hat."

Schewe hatte am Freitag gesagt, am Finaltag könne noch beinahe alles passieren - und die 18-Jährige sollte Recht behalten. Weil Ana Moncada Sánchez (Spanien) nach einer zuvor soliden Serie mit nur zwei Platzierungen außerhalb der Top Sechs im letzten Rennen nur als 28. ins Ziel kam, konnte sich Talluri einen Streicher erlauben, um den Titel zu sichern. Die Britin Matilda Nicholls profitierte vom Ausrutscher der Spanierin und schnappte ihr noch Silber weg, Bronze rettete Moncada Sánchez denkbar knapp mit zwei Punkten vor der heranpreschenden Büsselberg. Schewe konnte mit einem 19. Platz nicht mehr in den Medaillenkampf eingreifen.

Hoffmann am Ende chancenlos

Bei den Jungen fuhr Gallinaro überlegen zum Sieg, weil Favorit Josh Armit (Neuseeland) nicht seinen besten Tag erwischte und mit Rang 22 nur Silber absicherte. Weil auch der Viertplatzierte Uffe Tomasgaard aus Norwegen nur 23. wurde, reichte Gallinaros Landsmann Viel ein 52. Platz als Streicher zu Bronze. Der Oberstdorfer Julian Hoffmann, vor dem Rennen noch sehr aussichtsreich in Sachen U17-Wertung gelegen, fuhr im Abschlussrennen seine insgesamt schlechteste Platzierung und verpasste durch den 43. Platz das Podium der Jüngsten. In der Gesamtwertung landete Hoffmann auf Rang 13. "Ich bin insgesamt zufrieden, es war meine erste WM im Radial", sagte Hoffmann. "Nur in der Finalserie habe ich zu viele Fehler gemacht." Der Berliner Justin Barth erreichte als 17. ebenfalls die Top 20.

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