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Segelsport Olympia-Held Willy Kuhweide wird 75
Sport Segelsport Olympia-Held Willy Kuhweide wird 75
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10:45 04.01.2018
Der Berliner Segler Willy Kuhweide, aufgenommen am 12.08.1966, feiert am 6. Januar seinen 75. Geburtstag. Quelle: DB/dpa

Die Elemente seines Lebens sind das Wasser und die Luft. Unter Segeln hat Willy Kuhweide 1964 seine legendäre Finn-Dinghi-Goldmedaille gewonnen, später wanderte er in die USA aus. Dort leitete er unter anderem von 1989 bis 1994 in Phoenix/Arizona die Verkehrsfliegerschule der Lufthansa. An diesem Sonnabend feiert der gebürtige Berliner seinen 75. Geburtstag in der US-Wahlheimat Carefree. „Ich denke nicht mehr so oft an meine Goldmedaille“, sagte Kuhweide der Deutschen Presse-Agentur, „aber ich werde mal mehr, mal weniger durch meine Umwelt in angenehmer Weise an sie erinnert.“

Der fünfmalige Olympia-Starter und viermalige Weltmeister ist einer der erfolgreichsten Segler der deutschen Sport-Geschichte. Seinen Ehrentag feiert der talentierte Klavier- und Akkordeonspieler „in kleinem Rahmen bei einem guten Abendessen in besonderer Umgebung mit Frau und Freunden“, wie er berichtete.

Segelkarriere in Kiel beendet

Seine beeindruckende Segelkarriere hatte Kuhweide 1986 - 14 Jahre nach dem Bronze-Erfolg bei der olympischen Regatta 1972 vor Kiel mit Karsten Meyer - aus beruflichen Gründen beendet. Sein ungewöhnlicher Name steht aber bis heute als Synonym für Segelerfolge unter deutscher Flagge. Entscheidend dazu beigetragen hat vor allem das 1964 auf dramatische Weise gewonnene Olympia-Gold.

Damals trat Deutschland mit einer gemischten Mannschaft mit aus der Bundesrepublik und aus der DDR kommenden Athleten bei den Sommerspielen in Japan an. In der Segeldisziplin Finn Dinghi war es im Schatten des Kalten Krieges im Vorlauf der Spiele zu einer heftig umkämpften Ausscheidungsserie und schweren Auseinandersetzungen zwischen den beiden Segler-Verbänden gekommen.

Schließlich wurden sowohl der erst 21 Jahre alte Willy Kuhweide als auch sein DDR-Kontrahent Bernd Dehmel nach Enoshima, das auch 2020 wieder olympisches Segelrevier sein wird, entsandt. Dort schlug der damalige IOC-Präsident Avery Brundage auf dem Höhepunkt des sportlichen Tauziehens um die Starterlaubnis für Kuhweide oder Dehmel sogar vor, beide Segler starten zu lassen. Dagegen aber legten andere Nationen Protest ein. Erst eine halbe Stunde vor dem Startschuss erfuhr Kuhweide, dass er für Deutschland starten soll.

Kuhweide: Konnte die Startschüsse nicht hören

Er setzte sich am zweiten Regatta-Tag an die Spitze und gab die Führung trotz Mittelohrentzündung und offenen Trommelfellen nicht mehr ab. „Ich konnte die Startschüsse zwar nicht hören, habe die Startzeit aber mit der sichtbaren Wolke aus der Startpistole genommen“, erinnert sich Kuhweide an die Serie, die ihn weltberühmt machte. Zurück in Berlin, wurde er von Hunderttausenden Fans stürmisch gefeiert.

Kuhweide durfte „Schätzchen“ Uschi Glas in Las Palmas das Segel-Einmaleins erklären. Er besang Schallplatten mit Schlagern wie „Liebe kleine Segelbraut“, er blieb sich und seiner Disziplin aber treu und machte wie geplant in der Luftfahrt Karriere. Zu Kuhweides schönsten Erinnerungen zählt die Kindheit, die er mit den Eltern und drei Schwestern auf dem Familienboot „Wunschtraum“ segelnd auf dem Wannsee genoss. Seinem Motto „Learn, earn, return“ folgte er 2005 als Kommodore der ersten deutschen Americas-Cup-Kampagne – schließlich wollte er dem Segelsport in Deutschland etwas zurückgeben.

Von dpa

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