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Segelsport Fischer/Graf sichern Bronze im 49er
Sport Segelsport Fischer/Graf sichern Bronze im 49er
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16:04 11.08.2018
Von Niklas Schomburg
Tim Fischer (li.) und Fabian Graf gewannen bei der WM in Aarhus sensationell die Bronzemedaille im 49er. Quelle: Pedro Martinez/Aarhus 2018
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Aarhus

Eine bärenstarke Regatta gekrönt mit dem sensationellen Platz drei: Tim Fischer und Fabian Graf waren rundum zufrieden und strahlten nach der Rückkehr an Land. "Mit einer WM-Medaille haben wir nie im Leben gerechnet, vor allem nach unserer zweimonatigen Pause", sagte Steuermann Fischer, der von einer Sprunggelenksverletzung ausgebremst worden war. "Wir waren vorher sehr gut drauf, dann kam die Verletzung. Aber vielleicht kam die Pause auch zum richtigen Zeitpunkt. Wir waren bei der WM jedenfalls komplett frei im Kopf und gut vorbereitet."

Silber verloren, Bronze gewonnen

Vor dem abschließenden Medaillenrennen der besten zehn Skiffsegler hatten Fischer/Graf noch auf dem Silberrang gelegen, durch einen neunten Platz im Medal Race verloren sie Platz zwei an die Franzosen Matieu Frei und Noe Delpech, verteidigten aber wie geplant eine Medaille. Zum Weltmeister krönte sich Umsteiger Sime Fantela aus Kroatien, Olympiasieger von 2016 im 470er, gemeinsam mit seinem Bruder Mihovil nach einer auch bei stärkerem Wind erstaunlich souveränen Vorstellung im neuen Arbeitsgerät.

Den Plan durchgezogen

"Das Medal Race war ein hartes Ding", erklärte Fischer. "Wir haben den Start gewonnen, waren auf dem ersten Vorwindkurs vorne, aber am Ende kam der Wind über rechts, das hat uns zerstört." Weil die führenden Franzosen Lucas Rual und Emile Amoros kurz vor dem Ziel in einem Stallorder-Manöver ihre Landsmänner Frei/Delpech an die Spitze des Feldes vorfahren ließen, war Silber futsch. "Wir wussten, dass im Medal Race alles passieren kann", sagte Fischer und ergänzte lachend: "Wir haben unseren Plan durchgezogen - das war wohl aber einfach nicht der richtige."

Heil/Plößel im Medal Race abgeschlagen

Das galt in noch höherem Maße für die Bronzemedaillengewinner von Rio 2016, Erik Heil und Thomas Plößel, die auf dem Bronzerang ins Medaillenrennen gegangen waren. Sie kamen als abgeschlagene Zehnte ins Ziel und fielen aus den Medaillenrängen heraus. "Unser Start war katastrophal, wir hatten das falsche Timing und steckten dann mittendrin", versuchte sich Heil an einer Erklärung. "Nachdem es an der Luvtonne nicht ganz gereicht hat und wir auf dem Downwind zwischen zwei Windsystemen hingen, konnten wir nur irgendwelche Angriffsmoves machen, die aber keine wirkliche Perspektive hatten." Heil/Plößel wählten auf der zweiten Kreuz die andere Seite als der Rest des Feldes - das zahlte sich nicht aus. Im Ziel betrug der Rückstand auf die siegreichen Franzosen mehr als eine Minute.

Durch die Enttäuschung konnte die Zufriedenheit über ein Top-Ergebnis nach langer studienbedingter Wettkampfpause kaum durchschimmern. "Vor der WM wäre ich mit Platz vier total zufrieden gewesen, jetzt bin ich es natürlich nicht", sagte Heil.

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