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Segelsport Viele Helfer und ein Ziel: Tokio 2020
Sport Segelsport Viele Helfer und ein Ziel: Tokio 2020
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12:55 23.02.2018
Justus Schmidt (rechts) und Max Boehme (links) wollen mit der wirtschaftlichen Unterstützung von Michael Wormuth und Steffen Schneekloth von der Kieler Sporthilfe schaffen, was sie 2016 knapp verpassten: den Sprung zu den Olympischen Spielen. Quelle: Frank Peter

"Für uns war klar, dass wir noch einmal angreifen wollen", sagt Schmidt und erinnert sich an den Sommer 2016. Damals verpassten die beiden 49er-Segler knapp die Qualifikation für die Spiele in Rio. "Wir wussten, dass das nicht das Ende gewesen sein konnte", sagt Boehme. Sie waren sich sicher, dass sie bei den Spielen 2020 dabei sein wollten.

Doch für die Teilnahme bei Olympischen Spielen zählt nicht nur sportliches Können. Auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen müssen stimmen und die zu schaffen, kostet gerade beim Segeln richtig Geld. Rund 150000 Euro pro Jahr benötigen die beiden Kieler für ihre Olympia-Vorbereitung. Konkret heißt das, davon müssen sie Boote, Reisen, den Transport der Boote und Trainer bezahlen. "Lebenshaltungskosten sind da nicht mit drin", betonen beide.

Doch das Problem ist: Das "Sailingteam Germany", das die Marketingagentur des Deutschen Seglerverbands (DSV) war, hat sich 2016 zurückgezogen. Das hat viele Teams vor finanzielle Probleme gestellt. "Den Wegfall dieser Haupteinnahmequelle können heimische Klubs gar nicht auffangen", sagt Steffen Schneekloth, Vorstandsmitglied der Kieler Sporthilfe und Präsident von Holstein Kiel. Er unterstützt Boehme und Schmidt und hat mit ihnen und dem Sporthilfe-Kuratoriumsvorsitzenden Michael Wormuth seit Ende 2016 gemeinsam die Idee vom Club 49 entwickelt – lange bevor er Holstein-Präsident wurde, wie Schneekloth betont. In dem Club kommen Sponsoren des Segler-Traums von Olympia zusammen.

Name sich von der Bootsklasse abgeleitet

Über die Kieler Sporthilfe hat Schneekloth die beiden Segler kennengelernt und ihre Ambitionen nach den verpassten Spielen von Rio mitbekommen. Damals sei gemeinsam mit Michael Wormuth die Idee entstanden, die beiden zu unterstützen. Nach und nach haben sie so die Idee vom Club 49 entwickelt. "Wir als Kieler empfinden eine Verantwortung, es einem Segel-Team aus Kiel zu ermöglichen, an den Olympischen Spielen teilzunehmen", erklärt Schneekloth die Motivation für sein Engagement für den Club.

Im Club 49, dessen Name sich von der Bootsklasse von Schmidt und Boehme ableitet, finden sich Kieler Unternehmer zusammen, die die beiden pro Jahr mit 2020 Euro unterstützen – eine Summe die ideal zum Jahr der nächsten Olympischen Spiele passt. Außerdem finden regelmäßig Treffen der Sponsoren statt, bei denen sie beispielsweise auch mal auf dem Boot von Schmidt und Boehme mitsegeln können. Einige Namen sollen später auch auf dem Boot oder auf dem Segel zu sehen sein. "Für mich sind das beides junge motivierte Menschen, die man einfach unterstützen muss", sagt Michael Wormuth und betont, dass Schmidt und Boehme sportlich und persönlich das Potenzial haben, in Tokio dabei zu sein.

Mehr als 30 Sponsoren haben Schneekloth und Wormuth inzwischen für den Klub und damit für die beiden Segler gewinnen können. Die meisten sind mit 2020 Euro pro Jahr dabei, andere geben auch mehr. "Für uns bedeutet die Klub-Gründung eine unglaubliche Erleichterung", sagt Boehme. Durch die Unterstützung von Schneekloth, Wormuth und dem Club 49 müssten sie sich um die Finanzierung vorerst keine Sorgen mehr machen, sondern könnten sich auf das konzentrieren, was sie am liebsten wollen: sich sportlich auf die Spiele vorbereiten.

Von Anne-Kathrin Steinmetz

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