Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Segelsport Favoritensiege auf der Förde
Sport Segelsport Favoritensiege auf der Förde
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:52 06.06.2017
Von Niklas Schomburg
Theres Dahnke und Birte Winkel (li.) gewannen den deutschen Juniorentitel im 470er und konnten bei ihren Lieblingsbedingungen am Sonnabend sogar dem großen Bruder Malte Winkel und seinem Vorschoter Matti Cipra das Heck zeigen. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Zum Beispiel Hannah Anderssohn, Bewohnerin des Sportinternats in Schilksee. Die 17-Jährige wurde ihrer Favoritenrolle im Laser Radial gerecht und gewann sowohl die deutsche Junioren-Meisterschaft (DJoM) als auch die YES-Gesamtwertung. Nach dem Erfolg beim Eurocup in Hyères der nächste Teil eines starken Comebacks nach Knie-OP. „Mein Knie ist wieder voll belastbar, auch wenn ich manchmal noch Schmerzen habe“, sagte Anderssohn, die mit ihrer Leistung absolut einverstanden war. „Am Sonnabend war ich schon zufrieden, ab Sonntag war es dann richtig gut.“ Deutsche Junioren-Vizemeisterin wurde Ex-Internatlerin Laura Bo Voss (Hamburg) vor der Berlinerin Julia Büsselberg. In der YES-Gesamtwertung reihten sich die türkische Olympia-Teilnehmerin Cagla Donertas und Lena Haverland (Schwerin) hinter Anderssohn auf dem Podium ein. Den DJoM-Titel im Laser Standard sicherte sich in Abwesenheit des Kielers Nik Aaron Willim der Mecklenburger Max Wilken (Rechlin) vor Philipp Loewe (Berlin) und dem zukünftigen Internatsbewohner Gregory Keizers (Duisburg).

Auch Anderssohns Mitbewohnerin Theres Dahnke konnte mit Vorschoterin Birte Winkel im 470er den deutschen Juniorentitel feiern. „Bis auf ein paar Wettfahrten sind wir sehr zufrieden“, erklärte Winkel, die gemeinsam mit Dahnke bei für sie perfekten Bedingungen mit acht Knoten Wind und kabbeliger Welle am Sonnabend sogar ihren Bruder Malte Winkel und dessen Vorschoter Matti Cipra schlagen konnte. „Er wird das wahrscheinlich auf seine fehlende Vorbereitung schieben“, sagte die kleine Schwester lachend. „Sie haben uns danach ja ständig geschlagen. Aber wir haben mittlerweile auch bei stärkerem Wind mehr Tempo, das wird immer besser.“ Am Montag konnten Dahnke/Winkel auch bei wechselndem und drehendem Wind bestehen, wurden neben dem DJoM-Titel Gesamtdritte. „Es war echt kompliziert, man konnte sich auf nichts verlassen und musste bis zum Ende hellwach sein“, erklärte Winkel zu den Bedingungen am Abschlusstag. Zweite in der DJoM-Wertung wurden die Hamburgerinnen Luise und Helena Wanser vor Jara Seide und Christine Walkenbach (Storkow/Potsdam), in der YES-Wertung schoben sich die Kieler Studentinnen Fabienne Oster und Anastasiya Krasko zwischen die Crews der Winkel-Geschwister.

Schwer zu kämpfen hatten bei Wind mit mehr als 20 Knoten am Sonntag vor allem die 29er-Segler. Viele leichte Crews konnten ihr Skiff in den starken Böen nicht halten und gingen baden. Mit allen Bedingungen am besten zurecht kamen die skandinavischen Athleten. Natacha Violet Saouma-Pedersen/Jens-Philip Dehn-Toftehøj sowie Casper und Victor Ladefoged aus Dänemark fuhren auf die Plätze eins und drei, die Schweden Oscar Engström/Hugo Westberg wurden Zweite. Beste deutsche Crew waren Paul Pietzcker/Jaarne Krebs (Berlin/Kiel) auf Platz fünf.

Nahezu immer vorn waren Svenja Thoroe und Karsten Bredt (Kiel) im Pirat, die einen sechsten Platz streichen konnten und so nur erste Plätze in die Wertung nahmen. Ähnlich souverän gewann Sverre Reinke (Bremen) den Abschluss der WM-Qualifikation in der Europe. „Ich werde es aber nicht schaffen, zur WM zu fahren“, erklärte Reinke. „Aber so ein Event wie die YES nehme ich immer gern mit.“

Ergebnisse

29er: 1. Natacha Violet Saouma-Pedersen/Jens-Philip Dehn-Toftehøj (Dänemark, 14 Punkte); 2. Oscar Engström/Hugo Westberg (Schweden, 26); 3. Casper und Victor Ladefoged (Dänemark, 28); 4. Frederik Fomsgaard/Mads Fuglbjerg (Dänemark, 55); 5. Paul Pietzcker/Jaarne Krebs (Berlin/Kiel, 58); 6. Friederike Larsen/Berit Bellin (Kiel, 67).

420er: Daniel Göttlich/Linus Klasen (Berlin/Potsdam, 7 Punkte); 2. Philipp Royla/Kim Fernholz (Uerdingen/Attendorn, 11); 3. Felix Kaiser/Samuel Störr (Starnberg, 15); 4. Theresa Steinlein/Lina Plettner (Starnberg, 26); 5. Finn und Lasse Kenter (Seeshaupt, 31); 6. Sofie Schöne/Line Thielemann (Schwerin, 32).

470er: 1. Malte Winkel/Matti Cipra (Kiel, 7 Punkte); 2. Fabienne Oster/Anastasiya Krasko (Kiel, 20); 3. Theres Dahnke/Birte Winkel (Kiel, 32); 4. Tjorben und Hjalte Studt (Düsseldorf, 33); 5. Luise und Helena Wanser (Hamburg, 33); 6. Ole Blumenthal/Paul Stützle (Rostock, 38).

DJoM 470er Männer: 1. Studt/Studt (Düsseldorf, 33); 2. Blumenthal/Stützle (Rostock, 38); 3. Max Schuberth/Silas Oettinghaus (Rostock, 41); 4. Mike Przybyl/Basti Kirschbaum (Potsdam/Berlin, 52); 5. Hannes Brückner/Georg Leistenschneider (Essen/Berlin, 53); 6. Lucas Schlüter/Richard von Waldow (Potsdam, 69).

DJoM 470er Frauen: 1. Dahnke/Winkel (Kiel, 32); 2. Wanser/Wanser (Hamburg, 33); 3. Jara Seide/Christine Walkenbach (Storkow/Potsdam, 89).

Europe: 1. Sverre Reinke (Bremen, 12 Punkte); 2. Frederik Frerck (Bordesholm, 51); 3. Nicki Kraus (Flensburg, 59); 4. Marisa Roch (Kiel, 59); 5. Benedikt Rieckhof (Kiel, 65); 6. Paul Jannik Haufe (Stuttgart, 65).

Laser 4.7: 1. Julian Hoffmann (Immenstadt, 10 Punkte); 2. Björn Richardsen (Seeshaupt, 20); 3. Thore Thoma (Berlin, 22); 4. Christian Winkler (Dänemark, 27); 5. Christian Spodsberg (Dänemark, 27.7); 6. Justus Sauer (Lübeck, 29).

Laser Radial M: 1. Nico Naujock (Berlin, 14 Punkte); 2. Moritz Peitzner (Kiel, 18); 3. Jasper Paulsen (Kiel, 19); 4. Philip Walkenbach (Potsdam, 28); 5. Tim Conradi (Duisburg, 29); 6. Justin Barth (Berlin, 31).

Laser Radial W: 1. Hannah Anderssohn (Kiel, 11 Punkte); 2. Cagla Donertas (Türkei, 15); 3. Lena Haverland (Schwerin, 17); 4. Pia Kuhlmann (Hannover, 21); 5. Laura Bo Voss (Hamburg, 31); 6. Julia Büsselberg (Berlin, 41).

DJoM Laser Rad. W: 1. Anderssohn (Kiel, 11); 2. Voss (Hamburg, 31); 3. Büsselberg (Berlin, 41); 4. Laura Schewe (Kiel, 49); 5. Carolin Müller (Fürstenberg, 52); 6. Carlotta Sophie Crüsemann (Hamburg, 62).

Laser Standard: 1. Max Wilken (Rechlin, 12 Punkte); 2. Philipp Loewe (Berlin, 18); 3. Gregory Lucas Keizers (Duisburg, 33); 4. Timm Schoening (Kiel, 37); 5. Alexander Ebert (Berlin, 38); 6. Nico Steenbuck (Kiel, 41).

DJoM Laser Std.: 1. Wilken (Rechlin, 12); 2. Loewe (Berlin, 18); 3. Keizers (Duisburg, 33); 4. Ebert (Berlin, 38); 5. Steenbuck (Kiel, 41); 6. Philipp Roitsch (Hamburg, 53).

Pirat: 1. Svenja Thoroe/Karsten Bredt (Kiel, 6 Punkte); 2. Gunter Edinger/Andreas Steffenhagen (Berlin, 20); 3. Jakob von Hausen/Konrad Kuhmann (Münster, 20); 4. Maik Westfehling/Michael Schröter (Lübeck, 22); 5. Sebastian Bunte/Ralph Nyhuis (Dümmer See, 23); 6. Rex und Rico Rychlitzki (Werder/Havel, 32).

Mehr als 600 Segler starteten bei der "Kieler Woche des Nachwuchses", neben dem YES-Titel wurden vier deutsche Juniorenmeister gekürt. Das abwechslungsreiche Segel-Wochenende an Pfingsten in Bildern.
Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der zweite Tag der YES-Regatta vor Kiel-Schilksee bot volles Segel-Programm bei fast perfekten Bedingungen. Mit dem stärkeren Wind kam auch Hannah Anderssohn gut zurecht: Die 17-jährige Favoritin auf den deutschen Junioren-Titel im Laser Radial setzte sich mit zwei Siegen an die Spitze des Feldes.

Niklas Schomburg 04.06.2017

Am ersten Tag der YES-Regatta konnte der Segelnachwuchs überwiegend nur eine Wettfahrt absolvieren - dann entschied sich die Wettfahrtleitung wegen einer Gewitterwarnung für eine Verschiebung. Die Ergebnistafeln haben dadurch naturgemäß noch wenig Aussagekraft, lassen aber interessante Schlüsse zu.

Niklas Schomburg 03.06.2017
Segelsport Young Europeans Saling - Den Juniorentitel im Blick

Von Sonnabend bis Montag trifft sich im Olympiazentrum Kiel-Schilksee der Segel-Nachwuchs zur Young Europeans Sailing (YES). Dabei geht es auch um vier deutsche Junioren-Titel, für die Europes ist das Pfingstwochenende der Abschluss der WM-Qualifikation. 650 Teilnehmer werden aufs Wasser gehen.

Niklas Schomburg 03.06.2017