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Radsport

Verletzter Greipel verpasst Coup bei Chaos-Etappe


Trotz zweier Stürze und großer Schmerzen kämpfte Sprinter André Greipel in Metz um seinen dritten Etappensieg. Am Ende wurde er von Youngster Peter Sagan nur knapp geschlagen.
Für einige, wie Davide Vigano, ist die Tour bereits vorbei.

Für einige, wie Davide Vigano, ist die Tour bereits vorbei.

© dpa

Metz. Wieder überschatteten Massenstürze den sechsten Tagesabschnitt der Tour de France.

Greipel hatte den Sprint schon abgehakt - doch eine Standpauke seiner Teamkollegen ließ den verletzten Rostocker dann doch auf die Zähne beißen. Dank einer famosen Energieleistung hatte Greipel gar den Etappen-Hattrick vor Augen, ehe er von Shootingstar Sagan knapp bezwungen wurde. Der slowakische Radprofi konnte am Freitag zum dritten Mal bei dieser Tour de France seine Sieger-Mätzchen aufführen. Nach 207,5 Kilometern verwies er Greipel und Matthew Goss auf die Plätze.

Die Mit-Favoriten Frank Schleck und Alejandro Valverde fielen auf der Chaosetappe durch Stürze weit zurück und rangieren nun jeweils rund zweieinhalb Minuten hinter dem ersten Anwärter auf das Gelbe Trikot in Paris, Bradley Wiggins. Die Regentschaft von Fabian Cancellara an der Spitze der Gesamtwertung seit dem Tour-Auftakt könnte auf der ersten Bergankunft am (morgigen) Samstag zu Ende sein.

Greipel war zweimal auf die vor einiger Zeit operierte Schulter gestürzt, kann die Tour aber fortsetzen. Wie eine Untersuchung in einem Krankenhaus in Metz am Freitagabend ergab, hatte sich der Rostocker keine Brüche zugezogen. "André hat schmerzhafte Prellungen und Hautabschürfungen erlitten, aber er wird am Samstag am Start stehen", sagte ein Teamsprecher von Lotto-Belisol.

Wegen seines Handicaps konnte Greipel im finalen Spurt nicht optimal am Lenker ziehen. "Die letzten 30 Kilometer vor dem Ziel haben Greg Henderson und ich Marcel überredet, doch zu sprinten", erzählte sein Zimmernachbar Marcel Sieberg. "Ich habe gesagt: Wenn du den Lenker festhalten kannst, dann kannst du auch spurten! Dann haben wir für ihn wieder den Zug aufgebaut und er hätte es fast geschafft."

Eine Argumentationshilfe mag gewesen sein, dass Weltmeister Mark Cavendish und Mark Renshaw als potenzielle Sprintrivalen abgehängt waren. So hätte der 29 Jahre alte Greipel beinahe den dritten Erfolg in Serie bejubelt, aber schon kurz vor der Ziellinie konnte er den Antritt von Sagan nicht mehr parieren. Stattdessen musste der WM-Dritte zwischenzeitlich sogar befürchten, dass für ihn die Tour ebenso wie für Marcel Kittel frühzeitig beendet ist. Sagan verblüfft in Frankreich dagegen immer mehr. "Er ist ein wahres Rad-Genie", adelte ihn Routinier Cancellara, der bei dieser Tour schon zweimal gegen den jungen Slowaken den Kürzeren zog. "Ich will in Paris ankommen und das Grüne Trikot verteidigen", verkündete Sagan. Ob er weitere Tagessieg einplane? "Mal sehen...", meinte er.

Für Tony Martin, der nach wie vor mit einer Schiene fährt, lief der Tag problemlos ab. "Bei Tony ist es ganz gut gelaufen - wieder ein Tag, den er überstanden hat", sagte Teamarzt Helge Riepenhof. Martin kam vom Platzregen der letzten Minuten durchnässt an den Mannschaftsbus und setzte sich sofort zu den Teamkollegen in das aufblasbare Entmüdungsbecken. Dem am Kahnbein verletzten 27-Jährigen soll am Samstag eine neue Kunststoffmanschette speziell für das Zeitfahren angepasst werden. Den Kampf gegen die Uhr am Montag hat er sich nach seinem bitteren Tour-Auftakt zum Ziel gesetzt.

Die Schmerzen seien im Vergleich zu den Vortagen deutlich weniger geworden und auch die Schwellung sei zurückgegangen. Offenbar spielt Martin sogar mit dem Gedanken, es bis nach Paris zu versuchen. Wie es aber nach Montag weitergeht, soll der Arzt entscheiden. Teamchef Patrick Lefevere erzählte am Morgen, Martin glaube an einen Erfolg im Zeitfahren und damit seinen zweiten Tour-Etappensieg nach 2011.

dpa

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