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Sportmix Der neue Headcoach will Meister werden
Sport Sportmix Der neue Headcoach will Meister werden
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18:14 30.03.2016
Von Dagmar Treichel
Mitten in der Mannschaft: Der künftige Headcoach Marcus Herford mit seinen Jungs im Trainingscamp auf dem Kilia-Platz. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Noch am Sonntag brodelte die Gerüchteküche, als das Team ins Kilia-Stadion einlief, um als letzten Punkt des mehrtägigen Trainings-Camps ein Scrimmage, ein verschärftes Trainingsmatch, zu absolvieren. Die meisten der gut 200 Neugierigen hatten sich angesichts des Regens auf die altehrwürdige Tribüne ins Trockene geflüchtet, dort gab es heiße Diskussionen: Herford oder Defense-Trainer Troy Shaffer – wer wird die Canes in der German Football League (GFL) und im europäischen Pokal-Wettbewerb anführen? Dabei pfiffen es die Spatzen schon vom denkmalgeschützten Dach, dass Herford der Auserwählte ist.

Eine starke Führungspersönlichkeit

Jetzt ist das seit Februar bestehende „Macht-Vakuum“ nach der familiär bedingten Rückkehr von Dan Disch in die Staaten beendet, rechtzeitig vor dem ersten EFL-Auftritt der Wirbelstürme am 9. April im Kilia-Stadion gegen die Amsterdam Crusaders. Geschäftsführer Gunnar Peter vertrat seine Entscheidung: „Marcus hat in den vergangenen vier Wochen einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Er ist sehr gut organisiert, kommunikationsstark und wurde von der Mannschaft sofort akzeptiert und respektiert. Er ist eine starke Führungspersönlichkeit. Ich freue mich, dass er die Verantwortung des Headcoaches nun übernimmt.“

Bester Passempfänger und Kick Returner

Der 31-jährige Amerikaner arbeitete zuletzt am Kentucky Wesleyan College, einer privaten methodistischen Hochschule in Owensboro (Kentucky), als Special Teams- und Passing Game Coordinator. Die dortigen Panthers sind ein Top-Team der Division II der National Collegiate Athletic Association (NCAA) und erreichten mit Herford herausragende Statistiken. Schon auf der Cedar Hill Highschool brillierte der Junge aus De Soto/Texas als Dual Thread Quarterback. Das heißt, als „doppelt gefährlicher Spielmacher“ den Ball nicht nur zu passen, sondern selbst damit zu laufen und Raumgewinn zu erzielen. Herford war dabei auffällig erfolgreich und spielte sich auf seiner Position in den Kreis der 25 Besten landesweit. Folgerichtig sicherte sich die University of Kansas (Lawrence) seine Dienste. Die Jayhawks gehören zu den „Big 12“ im College-Football, und Herford erhielt dort zwei Auszeichnungen als bester Passempfänger und Kick Returner. Und seine erste Trainer-Station an der Valdosta State University (Georgia) wurde sofort mit der National Championship der Division II gekrönt.

"Die Jungs pushen"

Herford freut sich über seine neue Aufgabe, die er als Herausforderung sieht: „Die Jungs weiter zu pushen und dabei zu helfen, den nächsten Schritt zu machen, um ein konstanter Mitbewerber um die Meisterschaft zu werden.“ Dabei liegt sein Hauptaugenmerk, neben dem Formen eines siegreichen Teams, darauf, eine familiäre Atmosphäre zu schaffen. „Daraus resultiert dann, Spiele zu gewinnen.“

Herford hat sich inzwischen mit seiner Frau Tiffany gut eingelebt. Die haderte allerdings am Ostersonntag heftig mit dem Kieler Wetter: „Ich brauche unbedingt Regenkleidung, am besten von Kopf bis Fuß“, sagte sie mit Blick auf den Fan Stephan Jakubowitz, der berufsbedingt im gelben Voll-Ölzeug auftauchte. „ Ich möchte dann nur möglichst eine andere Farbe.“

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