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Sportmix Kielerin ersetzt Laura Ludwig
Sport Sportmix Kielerin ersetzt Laura Ludwig
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20:49 06.06.2018
Leonie Körtzinger (li.) gewann mit ihrer ehemaligen Partnerin Sandra Seyfferth letztes Jahr das Smart Beach Cup Turnier in St. Peter-Ording. Quelle: Imago/HochZwei
Hamburg

Nein, die Beachvolleyballsaison begann für Leonie Körtzinger wahrlich nicht gut. In der heißen Phase der Vorbereitung erfuhr die 21-Jährige, dass sie plötzlich ohne Partnerin dasteht. Europameisterin Julia Großner, die eigentlich an ihrer Seite spielen sollte, beendete überraschend ihre Karriere. „Das war ein Schock für mich“, erzählt Körtzinger. „So kurz vor der Saison noch eine Partnerin finden zu müssen…“ Eine komplizierte Aufgabe für die junge Beachvolleyballerin aus Suchsdorf.

Walkenhorst will nach Schulter- und Hüft-OP wieder durchstarten

Doch dann hatte ihre Trainerin Helke Claasen eine Idee. Ob sie sich vorstellen könne, die deutsche Techniker Beach Tour mit Olympiasiegerin Kira Walkenhorst zu spielen – quasi als Schwangerschaftsvertretung von Laura Ludwig? „Das kam schon sehr überraschend“, sagt Körtzinger, die ihr Glück kaum fassen konnte. „Ich bin einfach echt happy!“ Claasen ist auch im Trainerteam von Walkenhorst, die nach Schulter- und Hüft-Operation im Winter nun wieder im Sand durchstarten will.

Keine zwei Jahre ist es her, da stand Körtzinger in Kiel morgens in aller Frühe zusammen mit ihrer Mutter auf, um Walkenhorst und Laura Ludwig im Sand von Rio um Olympia-Gold kämpfen zu sehen. „Wir haben es uns mit unseren Decken im Wohnzimmer gemütlich gemacht – und als es losging, ist die Müdigkeit ziemlich schnell verflogen.“ Spätestens seit dem zweiten Satz sei sie überzeugt gewesen, „dass sie unsere Golden Girls werden“, erzählt Körtzinger. Am Wochenende steht sie nun plötzlich selbst neben einem der Golden Girls.

Bis vor vier Jahren spielte Leonie Körtzinger im Landeskader in der Halle

Seit vier Jahren trainiert die 1,89-Meter große Blockspielerin hauptsächlich im Sand. Zuvor hat sie im Landeskader Schleswig-Holstein in der Halle und im Sommer auf den Sandplätzen am Professor-Peters-Platz in Schreventeich gespielt. „Mein Papa sagt, ich sei ein Mensch voller Herzblut. So würde ich mich auch beschreiben“, erzählt die Kielerin. „Wenn ich eine Sache mache, dann mit voller Hingabe!“

Und das merkt man. Auf dem Platz sieht man ihren Ehrgeiz, den Willen, das Bestmögliche zu erreichen. Die ersten Erfolge der Blockspielerin: U19 Vizemeisterin, U20-Dritte und dann für FT Adler Kiel startend vergangenes Jahr auch die ersten nationalen und internationalen großen Siege an der Seite von Sandra Seyfferth. Das Duo spielte Turniere in Australien und gewann das Turnier in St. Peter-Ording. Bei ihrer ersten Deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand – mit Seyfferth belegte sie dort Platz neun – wurde Körtzinger als „größtes deutsches Blocktalent“ auf dem Center Court angekündigt. Ihr Traum? Mit einem Lächeln antwortet sie: „Olympische Spiele 2024.“

Am Olympiastützpunkt in Hamburg zählt Leonie als Perspektivspielerin 2024

Um sich diesen Traum zu erfüllen, zog sie vor zwei Jahren nach Hamburg. Am Olympiastützpunkt trainiert sie dort als Perspektivspielerin 2024 mit der deutschen Elite – darunter das Goldduo Ludwig/Walkenhorst. Man kennt sich von gemeinsamen Blockübungen oder aus den Trainingslagern auf Teneriffa und in Miami, wo auch Ludwig mit Körtzinger im Sand stand. „Laura hat immer ein offenes Ohr für mich und auch einen passenden Ratschlag“, erzählt die 21-Jährige.

Aber zwei große Blockspielerinnen auf einem Feld? Kann das klappen? „Ich denke ja. Vor allem, weil Kira es will“, sagt Körtzinger. Walkenhorst sei total motiviert, „und das gibt mir das nötige Vertrauen“, sagt die Kielerin, die seit zwei Jahren in Hamburg Psychologie studiert („für mich ein wohltuender Ausgleich für den Kopf und zeitgleich eine Absicherung für die Zukunft“).

Viel zusammen trainiert haben die neuen Partnerinnen noch nicht

Die Konkurrenz am kommenden Wochenende in Münster ist für das neue Duo Walkenhorst/Körtzinger groß. Viel zusammen trainiert haben die neuen Partnerinnen nicht. Körtzinger war mit Mitspielerin Nummer zwei, Annika Krebs, auf internationalen Turnieren unterwegs, während Walkenhorst sich nach der Verletzungsauszeit in den vergangenen Monaten wieder fit gemacht – und auf die ungewohnte Abwehrrolle vorbereitet hat. „Da ist es das Ziel, erst einmal die Spiele durchzuhalten“, sagt Körtzinger.

Sie ist da ganz pragmatisch. Es sei eben eine Möglichkeit, „an Kiras Seite Erfahrungen zu sammeln, die ich für mich umsetzen kann – ganz egal, wer dann an meiner Seite spielt“. Mitnehmen was geht, ist das Motto. „Ich glaube ich kann unfassbar viel lernen. Sowohl spielerisch als auch menschlich. Wir haben einfach Bock zu zocken.“

Von Manuel Becker

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