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DHB-Team verliert Härtetest gegen starke Spanier

Vorbereitung auf EM DHB-Team verliert Härtetest gegen starke Spanier

Die Vorbereitung auf die Handball-Europameisterschaft im Januar in Kroatien hat für Titelverteidiger Deutschland mit einem 24:26 (10:12) gegen Spanien begonnen. In Magdeburg zeigten sich die Bad Boys gegen den Finalgegner vom EM-Triumph 2016 in Krakau besonders im Angriff allzu statisch, phasenweise ideenlos, leisteten sich allein 15 technische Fehler.

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Raul Entrerrios (M) setzt sich am Kreis gegen Finn Lemke durch.

Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert, dpa

Magdeburg. Bester Werfer im Dress der DHB-Auswahl war der in Halbzeit zwei eingewechselte Julius Kühn (MT Melsungen) mit fünf Treffern.

„Es war ein verdienter Sieg. Wir haben zu viele Fehler gemacht, um einen Gegner wie Spanien zu bezwingen“, resümierte Bundestrainer Christian Prokop nach dem misslungenen Auftakt des Rahmenprogramms zum Jubiläum „100 Jahre Handball“ in Deutschland. Schon am Sonntag (14.30 Uhr/ARD) treffen die Deutschen in Berlin erneut auf die Iberer. „Uns hat ein bisschen die Aggressivität gefehlt, gegen die offensive Deckung der Spanier haben wir zu viele Fehler gemacht, daran müssen wir arbeiten“, sagte der Kieler Linkshänder Steffen Weinhold. Nach einer Viertelstunde stellte Spanien von einer defensiven 6:0-Deckung auf eine offensive 5:1-Formation um und stellten die Deutschen immer wieder vor unlösbare Probleme. „Wir haben keine konstanten Lösungen gefunden“, so Prokop. „Wir wollen schon morgen eine bessere Leistung zeigen.“ Zufrieden sein konnte der Nationalcoach mit seinem Schlussmann. THW-Keeper Andreas Wolff, in Kiel momentan klare Nummer zwei zwischen den Pfosten, bekam über 60 Minuten das Vertrauen und zeigte sich mit 13 Paraden in EM-Form.

Reformpaket verabschiedet

Zeitgleich zum Auftritt in Magdeburg hat der Deutsche Handballbund (DHB) in Berlin auf seinem Bundestag die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt. Mit der Verabschiedung des Reformpakets „Perspektive 2020+“ und der bedeutendsten Satzungsänderung in der Verbandsgeschichte schuf der DHB, der auch in den kommenden vier Jahren von Präsident Andreas Michelmann angeführt wird, die Basis für eine weitere Professionalisierung sowie wirtschaftliche und sportliche Erfolge. „Wir wollen die erfolgreichste Handball-Nation der Welt werden“, verkündete Michelmann in Berlin. Ein besonderes Geschenk überbrachte Hassan Moustafa, Präsident der Internationalen Handball-Föderation (IHF). Er kündigte an, dass die Handball-WM der Frauen in Deutschland doch live im Free-TV übertragen werden kann. „Wir haben seit mehr als eineinhalb Jahren versucht, wegen der TV-Rechte eine Lösung zu finden. Am Montag können wir einen entsprechenden Vertrag unterschreiben“, sagte Moustafa.

Der DHB wird künftig neben dem zehn Personen umfassenden Präsidium von einem fünfköpfigen Vorstand geführt, der für das operative Geschäft zuständig ist. Ihm gehören Axel Kromer (Leistungssport), Paul Specht (Finanzen), Thomas Zimmermann (Marketing und Kommunikation) sowie Mark Schober (Generalsekretär) an. „Wir können sehr froh darüber sein, dass wir uns für die Zukunft so aufstellen“, sagte Schober. „Wir sind damit Vorreiter unter den deutschen Spitzensportverbänden.“ Ein für die Mitgliedergewinnung zuständiger Vorstand soll noch eingestellt werden. DHB-Boss Michelmann, der seit Ende September 2015 an der Spitze des größten Handballverbandes der Welt steht, wurde mit 93,69 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Im Verbandspräsidium sitzt weiter auch Bob Hanning, der sich im Zusammenspiel mit Sportvorstand Kromer wie bisher um die Belange des Leistungssports kümmern wird. „Ich freue mich auf die großen Aufgaben in den nächsten Jahren“, sagte Hanning. Der DHB hat sich mittelfristig ehrgeizige Ziele gesetzt. Die Männer sollen bei allen kommenden Großveranstaltungen eine Medaille und bei Olympia 2020 Gold holen. Die Frauen sollen bei der Heim-WM im Dezember mindestens das Halbfinale erreichen und bei den Olympischen Spielen in Tokio eine Medaille gewinnen.

Wirtschaftlich steht der DHB so gut wie noch nie da. Im Jahr 2016 wurde der Umsatz auf rund 9,3 Millionen Euro und der Gewinn auf gut 323 000 Euro gesteigert - das beste Ergebnis in der Verbandshistorie. Das Eigenkapital wurde seit 2013 fast verfünfzehnfacht und beträgt nun 1,235 Millionen Euro. Großes Augenmerk will der DHB künftig auf die Mitgliedergewinnung legen. „Das ist die größte Baustelle. Da müssen wir gemeinsam größte Anstrengungen unternehmen“, erklärte Michelmann.

Statistik

Deutschland: Andreas Wolff (THW Kiel; 1.-60. Minute/13 Paraden), Silvio Heinevetter (Füchse Berlin; n.e.) – Uwe Gensheimer (Paris SG; 4/3), Finn Lemke (SC Magdeburg), Yves Kunkel (DHfK Leipzig; 1), Fabian Wiede (Füchse), Hendrik Pekeler (Rhein-Neckar Löwen; 2), Steffen Weinhold (THW Kiel; 1), Tim Kneule (FA Göppingen; 1), Philipp Weber (Leipzig; 2), Steffen Fäth (Füchse; 3), Patrick Groetzki (Löwen), Kai Häfner (TSV Hannover-Burgdorf; 2), Tim Hornke (TBV Lemgo), Julius Kühn (MT Melsungen; 5), Jannik Kohlbacher (HSG Wetzlar; 2), Paul Drux (Füchse; 1).

Spanien: Perez de Vargas (1.-30. Minute und bei einem 7m/5 Paraden), Corrales (bei einem 7m und ab 31./6), Hernández n.e. – Ruíz 1, Gurbindo 2, Fernández Pérez 1, Rivera 1, Entrerrios 3, A. Dujshebaev 5/1, Morros, Abelló 1/1, Guardiola 1, Goñi 1, García, Balaguer 5/1, Figueras 3, Piñero, D. Dujshebaev 2.

Schiedsrichter: Nikolov/Nachevski (Mazedonien) – Strafminuten: GER 6 (Lemke, Kühn, Pekeler), ESP 2 (García) – Siebenmeter: GER 3/3, ESP 4/3 (Wolff pariert Rivera) – Spielfilm: 1:0, 3:3 (8.), 5:5, 5:7 (18.), 7:10, 9:10 (28.), 10:12 – 11:16 (35.), 15:16, 15:18 (44.), 18:18, 18:21 (51.), 20:22, 21:23 (55.), 22:26, 24:26 – Zuschauer:  6500 in der ausverkauften Magdeburger Getec Arena.

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