Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Sportmix Dämpfer für deutsche Handballerinnen
Sport Sportmix Dämpfer für deutsche Handballerinnen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:26 04.12.2018
Handball-EM, Deutschland - Rumänien Vorrunde: Cristina-Georgiana Neagu (l-r), aus Rumänien, Xenia Smits aus Deutschland, Crina-Elena Pintea aus Rumänien. Quelle: Marco Wolf/dpa
Brest

Der erste Rückschlag bei der Europameisterschaft in Frankreich sorgte bei den deutschen Handballerinnen kurzzeitig für Frust. Nach dem 24:29 (11:14) im zweiten EM-Spiel gegen Rumänien verließ die DHB-Auswahl zügig das Spielfeld in der Arena in Brest - und haderte mit dem Verpassen des vorzeitigen Einzugs in die Hauptrunde des Turniers. „Wir sind von Anfang an nicht in dieses Spiel rein gekommen“, sagte Kapitänin Julia Behnke. „Natürlich sind wir jetzt gefrustet. Aber noch ist nichts verloren.“

Denn trotz der Pleite hat die Mannschaft von Bundestrainer Henk Groener weiter alles selbst in der Hand. Mit einem Remis oder einem Sieg im letzten Vorrundenspiel der Gruppe D am Mittwoch (18 Uhr) gegen Tschechien kann das deutsche Team den Einzug in die nächste Runde perfekt machen. Die ersten drei Mannschaften jeder Gruppe kommen weiter, mit 2:2 Punkten rangieren Deutschland und Norwegen nun hinter den verlustpunktfreien Rumäninnen (4:0), die bereits das Hauptrundenticket gebucht haben.

Tschechien ist nach der deutlichen 17:31-Niederlage gegen Norwegen am späten Montagabend punktloser Gruppenletzter, kann im Falle eines Sieges am Mittwoch die deutsche Mannschaft aber noch überholen und nach Hause schicken.

Keine Abgeklärtheit bei deutschen Handballerinnen

Die Leistung der deutschen Frauen gegen Rumänien gab indes Rätsel auf, vor allem weil Groeners Team beim EM-Auftakterfolg gegen Titelverteidiger Norwegen noch so stark gespielt hatte. „Die Abgeklärtheit und die Ruhe, die wir im ersten Spiel hatten, das war heute überhaupt nicht da“, sagte der Niederländer im Anschluss.

Beste Werferin der deutschen Mannschaft war vor rund 3000 Zuschauern Behnke mit acht Treffern. Im siebten EM-Duell gegen den WM-Dritten von 2015 war es erst die zweite deutsche Niederlage. Somit hat es die DHB-Auswahl auch verpasst, erstmals seit 2008 wieder die beiden ersten Spiele einer Europameisterschaft zu gewinnen. „Aber wir werden einen Teufel tun, jetzt den Kopf in den Sand zu stecken“, sagte Top-Talent Emily Bölk.

Die Deutschen erwischten einen ganz schwachen Start, aus den ersten sechs Angriffen resultierten nur zwei Treffer, auch danach lief es nicht rund. Rumänien war sehr gut auf das deutsche Tempospiel eingestellt und traf anfangs nach Belieben. Nach nur zehn Minuten nahm Groener seine erste Auszeit. Doch es änderte sich nichts, Rumänien zog auf 12:7 (22.) davon, auch weil die Deutschen immer wieder an Torfrau Dedu scheiterten.

Rückstand nach 30 Minuten verkürzt

Von der Anfangsphase an hatte die DHB-Abwehr zudem immer wieder Probleme mit der dreifachen Welthandballerin Cristina Neagu. Erst als Kapitänin Behnke stärker wurde, lief es etwas besser: Dank der fünf Treffer der Kreisläuferin vor der Pause hatte die DHB-Auswahl den Rückstand nach 30 Minuten auf 11:14 verkürzt, mit einer besseren Chancenverwertung wäre sogar noch mehr drin gewesen.

Doch auch nach dem Seitenwechsel schafften es Behnke & Co. nicht, den Abstand zu verringern. Wahlweise standen Dedu, die das Torwartduell gegen das DHB-Duo Dinah Eckerle und Isabell Roch um Längen gewann, oder die eigenen Nerven den möglichen Treffern im Weg. Zudem war die Abwehr von ihrer Bestform entfernt. Aber noch ist nichts verloren, das zeigt auch die Statistik: Die letzte EM-Niederlage einer deutschen Frauen-Handball-Nationalmannschaft gegen Tschechien gab es im Jahr 2002. Und erst einmal - 2010 in Norwegen - verpasste sie eine EM-Hauptrunde.

Von dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Insolvenz der Betreibergesellschaft der Kiel Baltic Hurricanes hat erste personelle Konsequenzen. Headcoach Dan Disch und die Kieler GFL-Footballer gehen ab sofort getrennte Wege. Das teilte der Verein am Montagabend mit. Das Insolvenzverfahren wurde derweil am 1. Dezember eröffnet.

Merle Schaack 04.12.2018
Sportmix Abstimmung bis Mittwoch - Wählt Kiels "Helden der Woche"!

Stimmt bis Mittwochvormittag 10 Uhr ab für euren "Helden der Woche": Erdogan Cumur von Inter Türkspor Kiel (Oberliga), TuS Bargstedt (Verbandsliga West), Cedric Gnauck vom TSV Stein (Verbandsliga Ost) oder Kai Hahn vom TSV Pansdorf (Landesliga). Die Abstimmung findet Ihr auf sportbuzzer.de/kiel.

Christopher Hahn 03.12.2018

1993 nimmt erstmals eine gesamtdeutsche Frauenhandball-Mannschaft an einer Weltmeisterschaft teil. Die Premiere endet mit einem unerwarteten Triumph. Als Vater des Erfolges gilt Lothar Doering, der die verschiedenen Charaktere aus Ost und West zu einer Einheit formt.

03.12.2018