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Sportmix Frust bei Favre - Nürnbergs Kiyotake sorgt für Furore
Sport Sportmix Frust bei Favre - Nürnbergs Kiyotake sorgt für Furore
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12:46 16.09.2012
Gladbachs Trainer Lucien Favre ärgerten die drei Gegentore. Quelle: Federico Gambarini

"Mamma Mia", stöhnte Borussia Mönchengladbachs Trainer Lucien Favre. Der Stoßseufzer galt nach der 2:3 (1:2)-Heimpleite gegen den 1. FC Nürnberg dem Japaner Hiroshi Kiyotake. Die ersten beiden Tore hatte er für Timm Klose (17. Minute) und Timmy Simons (27.) vorbereitet, den entscheidenden dritten Treffer schoss der 22-jährige Senkrechtstarter aus Osaka selbst. "Kiyo hat in diesem Spiel gezeigt, warum wir uns so um ihn bemüht haben", freute sich "Club"-Chefcoach Dieter Hecking über den Glücksgriff. "Wir konnten nicht erwarten, dass er gleich so einschlägt, sollten jetzt aber den Ball flach halten."

Nach dem Abpfiff ging es in der Nürnberger Kabine hoch her. Die Spieler grölten wild und drehten den Ghettoblaster auf. Leise Töne schlug danach Kiyotake an, der schon mit dem Ex-Dortmunder Shinji Kagawa verglichen wird. Wie Kagawa kam Kiyotake von Cerezo Osaka. Eine Million Euro hat Nürnbergs neuer Hoffnungsträger gekostet. "Es ist eine Ehre für mich, in der Fußball-Bundesliga zu spielen", ließ der Mittelfeldwirbler von einem Dolmetscher übersetzen. "Ich hoffe, dass mir weiter solche Tore gelingen."

Dass die Nürnberger so auftrumpfen würden, war nicht absehbar, da ein Schicksalsschlag den Auftritt am Niederrhein überschattete. Einen Tag vor dem Spiel war der Vater des FC-Profis Markus Feulner bei der Hovercraft-Weltmeisterschaft in Thüringen tödlich verunglückt. Trainer Hecking widmete den Sieg in Gladbach seinem Spieler.

Übermütig wollen die Franken nach dem starken Liga-Start mit sieben Punkten nicht werden. "Es gab schon Mannschaften, die hatten 26 Punkte nach der Hinrunde und sind abgestiegen", warnte Torwart Raphael Schäfer. Trotz der Unkerei fühlt man sich in Nürnberg nicht als Abstiegskandidat. "Wir wissen, was wir können", meinte Mittelfeldakteur Hanno Balitsch. "Die Art und Weise, wie wir spielen, ist sensationell." Nach dem couragierten Auftritt beim Liga-Vierten der Saison 2011/12 wollte auch Coach Hecking nur genießen: "Es war ein tolles Fußballspiel, das ich mir zwar nicht immer wünsche, aber immer öfter."

Für Kollege Favre war die Niederlage doppelt bitter. Sein Team kassierte erstmals unter seiner Regie bei einem Heimspiel drei Gegentore - und dies vor der ersten Europa-League-Partie am Donnerstag beim AEL Limassol. "Drei Tore zu kriegen hasse ich", schimpfte er und fügte mit Blick auf die ganze Saison besorgt an: "Wenn man 2:3 zu Hause verliert, wird es eine schwierige Situation."

Allerdings entdeckte der Trainer-Perfektionist auch positive Dinge. Dazu zählte das erste Tor von Zwölf-Millionen-Euro-Mann Luuk de Jong, der nach 462 Minuten im Gladbacher-Trikot zum 1:2 (45.) endlich traf. "Es war gut für mich, ein Tor zu machen, doch ich wollte gewinnen", meinte der niederländische Nationalstürmer. "Wenn ich die Bälle bekomme, kann ich zeigen, welche Qualität ich habe." Ganz besonders in der 88. Minute, als er mit einem Seitfallzieher nur den Pfosten traf. "Wenn ihm der Treffer gelungen wäre, hätte sogar ich als Gästetrainer applaudiert", bekannte Hecking.

"Ich glaube, dass er nun befreit aufspielen kann", sagte Gladbachs Torwart Marc-André ter Stegen zum Befreiungsschlag de Jongs. Dass die Borussia mit einer Heimniederlage im Rücken in den Europacup einsteigt, findet er nicht tragisch. "Es ist ein neues Spiel, es fängt bei Null an", meinte er. Ähnlich sieht es auch der Schweizer Granit Xhaka, der das 2:2 (53.) geschossen hatte: "Wir sind genug Profis. Morgen wird es noch schwer sein, aber dann haken wir es ab."

dpa

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