Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Sportmix Genug gequält: Arndt hört nach 21 Jahren auf
Sport Sportmix Genug gequält: Arndt hört nach 21 Jahren auf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:21 19.09.2012
Judith Arndt hat bei der WM in Valkenburg die Goldmedaille im Zeitfahren gewonnen. Quelle: Jerry Lampen

Mit dem Sieg verschaffte sie sich vor ihrem letzten Karriere-Rennen am Samstag einen goldenen Abgang von der großen Radsport-Bühne. "Ich habe keine Lust mehr auf diesen Zwang, den Druck, sich jeden Tag quälen zu müssen", sagte die 36-jährige Leipzigerin. 21 Jahre, in denen sie auf der Bahn und auf der Straße vier WM-Titel, drei Olympia-Medaillen und 14 deutsche Meisterschaften sammelte, sind genug.

Zusammen mit ihrer Freundin, der Ex-Fahrerin Anna Wilson, die ihr im Ziel als erste um den Hals fiel, will Judith Arndt in Melbourne einen neuen Lebensabschnitt beginnen. Im kommenden Jahr will sie mit dem Studium der Soziologie und Kulturwissenschaften beginnen. "Der Umzug ist wahrscheinlich im März", erklärte Arndt, die um ihren bevorstehenden sportlichen Ruhestand nicht viel Aufhebens machen will. "Es wird kein Abschiedsrennen geben - nichts. Ich will kein Drama", sagte die schmale Allrounderin.

Am Samstag nach dem Straßenrennen zieht sie einen Schlussstrich unter ihre überaus erfolgreiche Karriere. "Mir geht langsam die Puste aus", flachste sie. "In einer Woche bin ich ein anderer Mensch", sagte die Olympia-Zweite im Zeitfahren, die im siebenköpfigen BDR-Aufgebot für das Straßenrennen die Favoritenrolle von sich weist: "In den Vorjahren waren wir oft die Favoriten - diesmal nicht. Ich glaube, Marianne Vos ist nicht zu schlagen, aber wir geben natürlich alles." Die Niederländerin hatte in London Olympiagold geholt und träumt vom Sieg vor eigenem Publikum.

Neben ihren sportlichen Höhenflügen bleibt beim Namen Arndt vor allem ihr umstrittener Auftritt bei den Olympischen Spielen 2004 haften. Als sie in Athen im Straßenrennen als Zweite über den Zielstrich gerollt war, hatte sie den deutschen Funktionären aus Verärgerung - auch für Fernsehzuschauer weltweit gut sichtbar - den ausgestreckten Mittelfinger gezeigt. Die Verbands-Offiziellen hatten damals Arndts frühere Lebenspartnerin Petra Roßner nicht nominiert und damit nach Arndts Ansicht eine sichere Medaille verschenkt.

Der Abgang der ansonsten eher zurückhaltenden Frau von der großen Bühne reißt sportlich eine große Lücke, obwohl Arndt diesbezüglich erst einmal höflich abwiegelte: "Trixi Worrack und Charlotte Becker, die mich im Zeitfahren beide schon geschlagen haben, sind ja noch da. Vielleicht macht auch Ina-Yoko Teutenberg noch weiter und von den Jüngeren kommt ja auch was nach."

Dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) steht auf jeden Fall Aufbauarbeit bevor. "Wir werden das nicht so schnell kompensieren können - uns fehlt in Zukunft die Leitfigur im Frauenradsport", sagte Verbands-Vizepräsident Udo Sprenger zum Arndt-Abschied, der auch Weltranglistenpunkte in der Nationenwertung kosten wird.

"Dadurch werden wir von augenblicklich Nummer zwei hinter Holland abrutschen, was sich auf die Startplätze bei WM und Olympia auswirken wird", meinte Sprenger. Er hat aber auch hoffungsvoll stimmende Signale in Valkenburg ausgemacht: "Der achte Platz von Corinna Lechner im Zeitfahren der Juniorinnen macht Mut."

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mario Gomez arbeitet nach einer Sprunggelenks-Operation fleißig am Comeback. Namensvetter Mario Mandzukic sorgt derzeit als Nummer 1 im Sturm für die Tore. In seiner ersten Champions-League-Saison will sich der Kroate beweisen - und den Platz im Angriff behaupten.

19.09.2012

Das spektakuläre Stadtrennen in Singapur ist seit vier Jahren stets einer der Höhepunkte im Formel-1-Kalender. Das Debüt des Nacht-Grand-Prix im Jahr 2008 ist allerdings mit dem sogenannten "Crashgate"-Skandal verknüpft.

19.09.2012

Neun Wochen, sieben Rennen, ein Ziel: Die Formel 1 macht sich auf die schonungslose Übersee-Hatz, die Zeit der Entscheidungen ist gekommen."Es ist noch alles drin, jetzt geht's los", kündigte Titelverteidiger Sebastian Vettel nach dem Abschied aus Europa die verschärfte Aufholjagd auf WM-Spitzenreiter Fernando Alonso an.

19.09.2012
Anzeige