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Sportmix Hamburg im kollektiven Taumel: Messias "VdV"
Sport Sportmix Hamburg im kollektiven Taumel: Messias "VdV"
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12:26 05.09.2012
Rafael Van Der Vaart verzauberte im Testspiel die Fans. Quelle: Malte Christians

Sieben Kamerateams fingen den Auftritt des Hoffnungsträgers ein. Da ließ sich "Rafa" nicht lumpen, flocht einen Fallrückzieher in seine Darbietungen ein. Die 2500 Zuschauer waren schier aus dem Häuschen.

"Er hat das Spiel und den Rhythmus bestimmt. Er führt die Mannschaft", lobte Trainer Thorsten Fink und strahlte. Die Anhängerschar des HSV ist in einen kollektiven Taumel verfallen. Weil der "kleine Engel", wie er liebevoll umschmeichelt wird, wieder ins HSV-Trikot geschlüpft ist, erscheint die zuvor trostlose hanseatische Fußballwelt urplötzlich rosarot.

Seit Tagen hält das Rauschen im nordischen Blätterwald wegen des 13 Millionen Euro teuren Kickers an. "Messias", "Heilsbringer", "Jesus" überschlagen sich die Blätter. Der überbordenden Begeisterung konnte auch die jüngste 0:2-Niederlage des HSV bei Werder Bremen nichts anhaben. Van der Vaart hatte schließlich nicht mitgespielt. "Er ist eine Persönlichkeit, die der Verein jetzt braucht. Er hat Erfahrung, er schießt Tore. All die Dinge, die wir brauchen, verkörpert er. Was Besseres können wir uns gar nicht vorstellen, als so einen Spieler zu bekommen", sagte Fink euphorisch.

Dem Gepriesenen schmeichelt das geballte Lob; ein wenig unheimlich ist ihm ob der gewaltigen Erwartungen aber schon. "Ich bin kein Superman, kein Messi oder Ronaldo", beteuerte der Nationalspieler. "Ich bin nur ein ganz normaler Junge." Das sieht der gemeine Fußball-Fan mit der Raute im Herzen anders. "Van der Vaart holt den HSV aus dem Keller. Jetzt ist auch wieder die Europa League drin", behauptete ein Trainingskiebitz. Die Euphorie kennt keine Grenzen.

Vor allem Tore braucht der HSV. Früher haben Mladen Petric und Paolo Guerrero welche gemacht, aber die sind nicht mehr da. Da lechzten Fans und Verein geradezu nach dem Zauberfuß des 29-jährigen Niederländers. "VdV" steht für exakt gezirkelte Freistöße, geniale Vorlagen und spektakuläre Tore. 48 Pflichtspieltreffer wurden in seinen ersten drei Jahren für den HSV (2005 bis 2008) gezählt. 63 Mal traf er für seinen Heimatverein Ajax Amsterdam (2001 bis 2005), 28 Mal für Tottenham Hotspur (2010 bis 2012), zwölfmal für Real Madrid (2008 bis 2010).

Schon nach wenigen Tagen hat van der Vaart die Führung in der aktuellen Trikotverkaufsliste übernommen. Beim ersten Engagement von 2005 bis 2008 standen 12 000 veräußerte HSV-Leibchen zu Buche. Schon damit ist er die Nummer eins in der Club-Historie. Jetzt gibt's Nachschlag.

"Ich denke, dass ich der Mannschaft helfen kann", bekannte "VdV". "Wir haben gute Spieler im Team." Ernst wird es am 16. September. Dann muss der HSV mit seinem Spiellenker bei Eintracht Frankfurt die Wende zum Besseren einleiten. Derweil versüßt Sylvie van der Vaart den Fans das Warten. Sylvie auf Titelseiten, Sylvie bei Facebook, Sylvie bei Twitter, Sylvie im Dreamlift-BH eines niederländischen Unterwäsche-Produzenten. Hamburg hat ein Riesenthema mehr.

dpa

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