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Sportmix Auf den Spuren des WM-Booms
Sport Sportmix Auf den Spuren des WM-Booms
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07:22 14.03.2019
Kinder für den Handball zu begeistern - das war eine der großen Hoffnungen des Deutschen Handballbundes im Zusammenhang mit der Heim-WM im Januar. Quelle: Uwe Paesler, Sascha Klahn | Montage: Lina Schlapkohl
Kiel

Rund 37 000 Mitglieder zählte der Handballverband Schleswig-Holstein (HVSH) Ende vergangenen Jahres. Damit gehört er zu den vier größten Handballverbänden in Deutschland. Vor zehn Jahren waren es aber noch 40 000 Mitglieder. Etwa 700 Mannschaften in allen Altersklassen meldeten sich in den vergangenen zwölf Jahren vom Spielbetrieb ab – das Kernproblem in Zahlen.

Mitgliederentwicklung heißt deshalb das Stichwort. „Die Vereine wissen nicht mehr weiter und wenden sich an den Verband“, sagt Sascha Zollinger, Geschäftsführer des HVSH. Was das Ehrenamt nicht mehr leisten kann, muss von hauptamtlichen Schultern getragen werden. „Wir wollen nicht nur auf den DHB warten, sondern selbst Sponsoren suchen und dazu etwas in der Hand haben“, sagt Zollinger.

Landesverband wünscht sich niedrigere Beiträge

Statt barem Geld wünschen sich die Schleswig-Holsteiner, dass der Dachverband weniger seiner Kosten auf die Landesverbände umlegt. Im Juli nahm Martina Haas als neuer Vorstand Mitglieder die Arbeit auf. Ihre Stelle sollen die Landesverbände mitfinanzieren. „Das Einfachste wäre, wenn der DHB diese Stelle aus den Überschüssen der WM finanzieren würde, ohne Geld von den Landesverbänden abzufordern, das hier gut in Schulprojekte investiert werden könnte“, sagt Zollinger.

Wie der wohl siebenstellige WM-Gewinn verwendet werden soll, will das DHB-Präsidium nach Angaben eines Sprechers in einer seiner nächsten Sitzungen entscheiden. Zuvor trifft sich am 22. März aber erstmals die neue „Arbeitsgruppe Struktur“ unter dem Vorsitz von DHB-Präsident Andreas Michelmann, der auch HVSH-Präsident Dierk Petersen angehört. Auch dort soll die Verwendung der WM-Gelder Thema sein.

Während der DHB noch diskutiert und prüft, geht der Blick der Schleswig-Holsteiner schon Richtung EM 2024, die Deutschland alleine ausrichtet. „Da erwarten wir dann, dass es ein fertiges Konzept zur Sportartentwicklung gibt“, sagt Petersen.

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HVSH-Sitz künftig in Neumünster

Bis dahin feilt der HVSH an seiner eigenen Struktur. Mittlerweile arbeiten sieben Hauptamtler auf der Geschäftsstelle. Damit ist der Verband seinen Räumlichkeiten im Haus des Sports in Kiel entwachsen. Auch deshalb ziehen die Handballer noch im März nach Neumünster in ein eigenes Gebäude an den Holstenhallen. Grund Nummer zwei ist die geografische Lage. „Vom Gefühl her scheinen Kiel und Flensburg das Zentrum des Handballs in Schleswig-Holstein zu sein“, sagt Petersen. „Strategisch liegt Neumünster im Zentrum. Und dort wollen wir als Anlaufstelle für alle gleich gut erreichbar sein.“

Rückblick, Januar: Deutschland zieht mit einem Erfolg gegen Serbien in die Hauptrunde ein. Dann der Thriller gegen Kroatien, die Fernseh-Quoten schießen in die Höhe. Deutschland im Handballfieber. Mehr Kinder als gewöhnlich klopfen trotzdem nicht beim TSV Kronshagen an. „Erst nach der WM konnten wir im Bereich der Minis, Maxis und E-Jugend einen Zulauf verzeichnen, welcher allerdings nicht überproportional ausfällt. Ich würde diesen Zulauf nicht direkt mit der WM in Verbindung setzen“, sagt Hauke Grösch. Der 39-Jährige ist als Vereinssportlehrer beim TSV Kronshagen angestellt, hat von einem Hype während der Titelkämpfe nichts gespürt.

Sascha Zollinger, Geschäftsführer des Handballverbandes Schleswig-Holstein (HVSH), sieht die Profi-Klubs in Kiel, Flensburg, Schwartau (Männer) und Nord Harrislee (Frauen) als „Leuchttürme“. „Einen engen Austausch mit den Profi-Klubs hat es in den letzten Jahren aber nicht gegeben. Wir haben uns nicht als Teil des Ganzen gefühlt. Da wünsche ich mir eine engere Zusammenarbeit, um Schleswig-Holstein als Handball-Land gerecht zu werden“, sagt HVSH-Präsident Dierk Petersen.

THW-Vorsitzender Olaf Berner: "Von einem Boom ist nichts zu merken"

Und wie sieht es beim Nordrivalen THW Kiel aus? Olaf Berner, Vorsitzender des THW-Stammvereins, sagt: „Von einem Boom ist nichts zu merken.“ Sascha Steltenkamp ist Schulsportreferent für die Region Förde im KHV Kiel. Projekte, Handball-AGs liegen für den 38-Jährigen im Fokus, beispielsweise die AG in der Friedrich-Junge-Schule. „Dort waren in einer Gruppe mit sonst acht Kindern auf einmal zwölf oder 13. Ein kleiner Zulauf ist zu merken nach der WM, besonders auch bei den Mädchen.“

Ab einem Alter von zehn, elf Jahren wird im HVSH gesichtet und gefördert. Davor: Basisarbeit. TSVK-Vereinssportlehrer Hauke Grösch trainiert im Rahmen eines Projektes des HVSH in der Sportklasse des Kieler Thor-Heyerdahl-Gymnasiums (zusammen mit einem Bundesfreiwilligendienstler), betreut für den TSV Kronshagen dort und an der Hardenbergschule eine Handball-AG sowie eine Ballsportgruppe an der Kronshagener Kita Domänental. „Durch all diese Projekte ist es auch gelungen, einige neue Handballerinnen und Handballer zu gewinnen.“

„Ein Verein wie der TSV Kronshagen ist lange gewachsen. Andere Vereine haben oft nur Trainer aus der Elternschaft. Das Personal setzt immer die Grenzen“, weiß HVSH-Projektleiter Thomas Engler. In diesem Jahr rückt der HVSH besonders die Trainer in den Fokus. Landestrainer Frank Hamann, auch für das Lehrwesen im HVSH zuständig, zählt „viele Fortbildungsmöglichkeiten“ auf, HVSH-Präsident Petersen will „im ,Jahr der Trainer’ Schwellenängste abbauen, klare Strukturen anbieten“.

Von Merle Schaack
und Tamo Schwarz

Mehr zum Thema lesen Sie in der Donnerstagausgabe der Kieler Nachrichten.

Alle News zum THW Kiel finden Sie hier.

Von KN-online

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