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Sportmix Immer wieder Gensheimer
Sport Sportmix Immer wieder Gensheimer
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21:45 13.01.2017
Von Tamo Schwarz
13 Treffer, eine blitzsaubere Siebenmeterquote und eine insgesamt überragende Leistung: DHB-Kapitän Uwe Gensheimer (Mitte) ließ sich auch von Ungarns Superstar Laszlo Nagy (li.) nicht aufhalten. Quelle: Sascha Klahn
Rouen

Ein Spiel vor 5000 Zuschauern in der Kindarena von Rouen, das nur phasenweise Spaß machte. Aber keine Panik! Zur Erinnerung: Das Wintermärchen, das 2016 mit dem Europameistertitel endete, hatte sogar mit einer Niederlage gegen Spanien begonnen.

 Am Freitagabend beeindrucken die „Bad Boys“ von Bundestrainer Dagur Sigurdsson zunächst gehörig. Nicht in den ersten zehn zähen Minuten, in denen die Partie hin- und herplätschert, bis zum 6:5 (12.) alles offen ist. Sondern in der Art und Weise, wie die deutsche Mannschaft dann die Kontrolle über das Geschehen an sich reißt. Zugegeben, dass Ungarns ewiger Superstar Laszlo Nagy Mitte der ersten 30 Minuten verletzt passen muss, spielt Sigurdsson in die Karten. Der stellt um, beordert Julius Kühn für Patrick Wiencek in den Abwehr-Innenblock und für Paul Drux in den (halblinken) Rückraum. 8:5 (18.), 12:7 (25.), 16:9 (29.) – Deutschland spielt stabil, gelassen, europameisterhaft. Besonders einer: Kapitän Uwe Gensheimer. Nach dem überraschenden Tod seines Vaters war der Linksaußen erst am Donnerstag wieder zur Mannschaft gestoßen, zeigt sich im WM-Auftaktspiel mental stark, verwandelt acht von acht Siebenmetern und benötigt 15 Versuche für am Ende insgesamt 13 Tore – überragend. Im Tor spielt sich Silvio Heinevetter, der 60 Minuten lang den Vorzug vor dem Kieler Andreas Wolff bekommt (Sigurdsson: „Das ist nur ein Gefühl für den Moment“), nach einer tollen Parade gegen Nagy (3.) so richtig in WM-Form und sagt später: „Noch ist die Abstimmung mit der Abwehr nicht bei 100 Prozent.“

 Nach der Pause zerfasert dann alles. Die Suche nach Lösungen läuft allzu oft ins Leere, defensiv wie offensiv. So wird der Rückraum zur größten Baustelle: Nur drei Tore gelingen den Rechtshändern (Fäth, Kühn, Pieczkowski). Ihnen bleibt die „Gänsehaut“ (Julius Kühn) beim Anblick dessen, was Uwe Gensheimer weiter auf das Spielfeld zaubert. Von zwei Fehlversuchen und zwei technischen Fehlern lässt sich der Wahl-Franzose nicht beeindrucken, stemmt sich mit wichtigen Toren zum 18:16 (45.) und 19:17 (46.) gegen die aufkommenden Ungarn, die mit ihrer 4:2-Deckung auf den Halbpositionen weit herauskommen, den Wirkungskreis einer deutschen Auswahl stören, die ohne Ball in Bewegungslosigkeit erstarrt. Gensheimer, immer wieder Gensheimer – der Ex-Löwe wird als bester Spieler der Partie ausgezeichnet. Und am Ende ist da zum Glück auch noch Kai Häfner auf Halbrechts mit dem wichtigen, vorentscheidenden 25:22 (58.) und Silvio Heinevetter im Tor. Der Schlussakkord gebührt wieder Uwe Gensheimer, der den Ball im leeren ungarischen Tor versenkt. Freitag, der 13. Januar, sein 13. Treffer, was für eine Show!

 „Wir haben uns nach der Pause zu viel Stress gemacht, wollten eigentlich so weiterspielen wie in der ersten Halbzeit“, sagt THW-Kreisläufer Patrick Wiencek. „In der zweiten Halbzeit hat unser Angriffsmotor einfach nur gestottert, die Bewegung hat gefehlt“, ergänzt Kai Häfner. Was zählt, „ist nur der Sieg, auch wenn wir ein paar Probleme hatten“, weiß der Kieler Rune Dahmke, der nach Magen-Darm-Problemen nicht zum Einsatz kam. Darum hieß es an diesem Freitagabend auf Linksaußen auch: Gensheimer, immer wieder Gensheimer.

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