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Sportmix Hertha-Comeback für die Geschichtsbücher
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12:57 11.08.2013
Hertha-Coach Jos Luhukay gratuliert seinen Spielern zum 6:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt. Quelle: Maurizio Gambarini
Berlin

t.

"Für unsere Fans ist es natürlich ein Traum, sie sollen euphorisiert bleiben", sagte Hertha-Baumeister Jos Luhukay. Schon mitten in den Jubel hinein aber mahnte der Coach: "Jetzt können wir die nächsten zwei, drei Tage genießen. Ich weiß aber auch, dass wir sehr schnell in den Alltag zurückkehren müssen."

Nun ist es gerade in Berlin nur ein klitzekleiner Schritt von Euphorie zu Überheblichkeit. Allerdings hatte der 50-jährige Niederländer Luhukay schon in der 2. Liga in der Hauptstadt mit Realismus, einer konsequenten Personalpolitik ohne Erbhöfe und harter Arbeit dafür gesorgt, dass längst ein Umdenken eingesetzt hat. Daran soll auch Herthas höchster Bundesliga-Heimsieg seit einem 6:0 gegen Borussia Mönchengladbach in der Saison 2004/05 nichts ändern. "Jeder, der mich kennt, weiß, das ich bei Siegen nicht auf Tische springe. Bei Niederlagen kann es wieder anders aussehen", meinte der Coach.

Wichtiger als die teils wunderbar herauskombinierten, teils mit viel Energie erzwungenen sechs Treffer von Adrian Ramos (17. und 71. Minute), Bundesliga-Neuling John Anthony Brooks (32.), Sami Allagui (58. und 60.) und des eingewechselten Ronny (89.) war für Luhukay die Erkenntnis, dass seine Profis seine Philosophie für Liga eins angenommen und gegen den Europa-League-Teilnehmer Frankfurt bereits umgesetzt haben. "Das Umschalten war sensationell", strich der Hertha-Trainer heraus: "Es war ein extremes Tempo, läuferisch unglaublich engagiert, wir haben versucht, hoch zu verteidigen."

Die Eintracht zeigte sich vor 54 376 Fans im Olympiastadion von der Hertha-Power geschockt. Alexander Meier hatte mit einem verwandelten Foulelfmeter (37.) nur kurz Hoffnung geweckt. Armin Veh wirkte auch nach der Abreibung ratlos, seine taktischen Umstellungen in der Pause hatten noch für mehr Lücken gesorgt: "Es ist schwer, das Spiel richtig zu analysieren." Als Erklärung zeigte der Frankfurter Trainer auf seinen Berliner Kollegen: "Es lag an ihm."

Das Luhukay-System stach vor allem über die Offensivkräfte Ramos, Allagui, Alexander Baumjohann und Änis Ben-Hatira. "6:1 ist eine krasse Ansage an die Konkurrenz", sagte der Deutsch-Tunesier. Nur Kickers Offenbach war 1974 mit einem höheren Erfolg in die Bundesliga-Serie gestartet - 6:0 gegen den FC Bayern. "Aber wir müssen jetzt schön den Ball flachhalten", bemerkte der 25-jährige Ben-Hatira, der 452 Tage vor Herthas umjubeltem Erstliga-Comeback als Rot-Sünder noch das Abstiegsdebakel von Düsseldorf erlebt hatte.

"Wir lassen uns nicht blenden", unterstrich Sebastian Langkamp, der wie die anderen Neuzugänge Hajime Hosogai, Johannes van den Bergh und Baumjohann sofort in der Startelf stand und überzeugte. "Sie haben gezeigt, warum wir sie geholt haben", lobte Luhukay, mochte aber auch das Thema nach nur einem Spiel nicht ausbauen: "Es liegt alles so nah beieinander. Bei Siegen wird man bejubelt, bei Niederlagen geht es schnell in die andere Richtung."

Deshalb verwies der Mann mit dem markanten Schnäuzer schon wieder auf Dinge, die noch nicht so funktioniert hätten: "Es hört sich ein bisschen doof an, wenn man in der Höhe gewinnt. Wir bleiben ruhig und sachlich. Ab Dienstag werden wir uns wieder konzentrieren und fokussieren", betonte Luhukay mit Blick auf den Auftritt seines Teams am kommenden Sonntag in Nürnberg. Ganz Berlin freut sich schon auf das nächste Heimspiel am 24. August gegen den HSV, denn Hertha ist unter Luhukay im Olympiastadion weiter ungeschlagen.

dpa

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