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Sportmix Löw sieht keine EM-Nachwehen - "langer Weg zur WM"
Sport Sportmix Löw sieht keine EM-Nachwehen - "langer Weg zur WM"
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12:55 02.09.2012
Bundestrainer Joachim Löw hat die EM abgehakt - jetzt zählt die WM-Qualifikation. Quelle: Andreas Gebert

Und im Verhältnis zwischen der deutschen Nationalmannschaft und den Anhängern gebe es keine Risse oder EM-Nachwehen.

"Die Enttäuschung war riesengroß nach dem EM-Aus, nach dem Spiel gegen Italien. Aber grundsätzlich wissen unsere Fans, dass es keine Titelgarantien gibt", sagte Löw vor dem neuen Anlauf, der in dieser Woche mit dem ersten WM-Qualifikationsspiel in Hannover gegen den Fußball-Zwerg Färöer Inseln beginnt.

"Das Verhältnis ist intakt, das hat das Spiel gegen Argentinien gezeigt. Obwohl wir nicht gewonnen haben, gab es viel Applaus und keine Pfiffe", bemerkte Löw in einer Gesprächsrunde. Der DFB-Chefcoach hatte nach dem Italien-Spiel die Kritik an seinem Matchplan gegen die Azzurri im verlorenen EM-Halbfinale spät und zögerlich, aber "mit aller Demut" angenommen. Ab sofort will er den Blick nur noch nach vorn richten. Mit den Partien am Freitag gegen die Färöer und vier Tage später in Wien gegen Österreich beginnt für Löw ein neues Kapitel.

"Es ist in der Vergangenheit viel geredet worden, klar. Jetzt können wir mit diesen Spielen wieder zeigen, wozu wir auch imstande sind. Ich denke aber nicht, dass wir uns viel Kredit zurückholen müssen, in so einem Spiel gegen die Färöer", sagte er. "Wir gehen als Favorit in die Gruppe, das ist auch klar. Wir sind bestrebt, die beiden Spiele zu gewinnen", gab Löw als klares Ziel für den Start der WM-Ausscheidung aus.

"Es ist immer so: Man kommt vom Turnier zurück und dann geht es schnell wieder los. Es ist ein langer Weg bis zur WM. Man muss sofort sehr gut starten in der Qualifikation", ergänzte Kapitän Philipp Lahm, der wie sein Münchner Clubkollege Manuel Neuer sowie die London-Legionäre Lukas Podolski und Per Mertesacker nach einer Pause gegen Argentinien in den Kader zurückgekehrt ist.

Auf den lange von Verletzungen zurückgeworfenen Vizekapitän Bastian Schweinsteiger verzichtet Löw noch. Er soll in der Länderspielwoche in München weiter an seiner Fitness arbeiten. Bayern-Angreifer Mario Gomez oder der Dortmunder Defensiv-Spezialist Sven Bender fehlen nach Operationen. An der Sportschule Barsinghausen bei Hannover, wo sich die 22 eingeladenen Spieler am Montagabend versammeln, will Löw die WM-Endrunde in Brasilien als Traumziel eines jeden Fußballers in den Mittelpunkt rücken.

Vor dem 1:3 im Test gegen Messi und Co. zum Saisonauftakt im August war Löw spürbar gereizt noch mit einer langen Brandrede auf das Ausscheiden in Polen und der Ukraine eingegangen. Jetzt schürt der 52-Jährige eine neue Aufbruchstimmung: "Für alle von uns, Spieler und Trainer, ist es eine große Motivation, so ein Projekt wie die WM in Angriff zu nehmen." Für Löw ist es nach sechs Jahren als Bundestrainer, einem zweiten Platz bei der EM 2008 sowie dritten Plätzen bei der WM 2010 und der EURO 2012 die wahrscheinlich letzte Chance auf den ganz großen Coup - den Titel.

Woran er mit seinem Team in den kommenden Wochen und Monaten arbeiten muss, um auch den letzten Schritt schaffen zu können, sei klar, meine Löw. "Wir haben einige Punkte herausgearbeitet, wo führt der Weg hin, was wollen wir in den kommenden Monaten erreichen. Den roten Faden werden wir beibehalten, weil wir davon überzeugt sind. Aber sicherlich mit einer gewissen Flexibilität und Anpassung." Den Gegner noch zeitiger attackieren und aus dem Rhythmus bringen, dazu die eigenen Offensivaktionen "mit noch mehr Konsequenz und Seriosität" zu Ende bringen, sind Löws zentrale Punkte.

dpa

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