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Sportmix Niedergang eines Traditionsvereins
Sport Sportmix Niedergang eines Traditionsvereins
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07:00 18.03.2016
Von Volker Rebehn
Der 2. Vorsitzende Rüdiger Lohmann kandidiert bei der Jahreshauptversammlung heute Abend für das Amt des 1. Vorsitzenden. Er möchte das Image des Ostufervereins Neumühlen-Dietrichsdorfer Turn- und Sportvereinigung (NDTSV) Holsatia Kiel aufpolieren. Quelle: Volker Rebehn
Kiel

Was waren das für Zeiten! Als der Neumühlen-Dietrichsdorfer Turnverein und die Freie Turn- und Sportvereinigung Holsatia von 1893 im Mai 1973 zur NDTSV Holsatia fusionierten, war die Vereinswelt noch in Ordnung. Über 2000 Mitglieder zählte der neue Klub mit seinen zahlreichen Breiten- und Leistungssportangeboten. Die Fußballer gehörten ebenso zu den besten im Lande wie die Kunstturner, Kunstradfahrer und Judoka. Das Vereinsleben florierte, so dass das Vereinsheim sogar einen Anbau mit Sanitäranlagen und kleiner Sporthalle erhielt.

 Doch ab Mitte der 1990er-Jahre ging es rapide bergab. Zählte der Klub 2001 noch 1200 Mitglieder, waren es zur 125-Jahrfeier 2012 bereits nur noch knapp 700 Mitglieder. Heute treiben dort nur noch 517 Kinder, Jugendliche sowie Frauen und Männer Sport. 40 Prozent sind über 60 Jahre, das Gros von ihnen ist passives Mitglied. „Diese Entwicklung ist Besorgnis erregend“, sagt Rüdiger Lohmann. Der 55-Jährige wurde vor einem Jahr zum 2. Vorsitzenden gewählt und stellt sich heute der Wahl zum 1. Vorsitzenden. Dieser Posten blieb ein Jahr unbesetzt. Lohmann hofft, dass neuer Schwung ins Vereinsleben kommt und der Klub einen Imagewechsel schafft.

„Fußball-Mini-EM“ geplant

 Er weiß, dass das nicht von alleine passiert. Der Verein will jetzt aktiv auf die Menschen im Stadtteil zugehen, um Neumitglieder zu werben. Zudem sollen Vereinsmitglieder motiviert werden, sich mehr als bisher in den Verein einzubringen. Erste Aktionen sind geplant. So wird es vom 11. bis 15. Juli eine „Fußball-Mini-EM“ für Kinder auf dem Jahnplatz geben. Weiter sollen Gespräche mit den Kindertagesstätten und der Fachhochschule über mögliche Kooperationen geführt werden. „Ohne dieses Engagement geht der Verein den Bach runter“, fürchtet der 2. Vorsitzende.

 Um effektiver arbeiten zu können, strebt der Vorstand in der heutigen Sitzung eine Verkleinerung des Vorstandes von neun auf fünf Mitglieder an. Dem neuen Vorstand sollen der 1. Vorsitzende, zwei stellvertretende Vorsitzende sowie der 1. Kassenwart und sein Stellvertreter angehören.

 Die Problemlösungen werden nicht einfach. So muss der neue Vorstand auch eine Lösung für das Vereinsheim finden. Einst für 2000 Mitglieder gebaut, wird es heute nur von wenigen Mitgliedern genutzt. „Die Unterhaltungskosten fressen uns auf“, sagt Lohmann. Ganz schwierig würde es, wenn das Haus nicht verpachtet ist, oder wenn es – wie vor einigen Jahren – Probleme mit den Pächtern gibt. Da stand der Verein bereits kurz vor der Pleite, als er nicht gezahlte Gelder von früheren Pächtern des Vereinsheims an die Stadt und nachzuzahlende Versicherungsbeiträge plötzlich selbst aufbringen musste. In Verhandlungen mit der Stadt konnte schließlich im Dezember 2014 eine Ratenzahlung vereinbart werden, was die Existenz rettete.

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