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Sportmix Dänemark besiegt Frankreich
Sport Sportmix Dänemark besiegt Frankreich
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20:54 25.01.2019
Von Merle Schaack
Großes Spiel eines großen Spielers: Mikkel Hansen steuerte zwölf Tore und zahlreiche Assists zum Halbfinal-Sieg der Dänen über Frankreich bei. Quelle: Soeren Stache/dpa
Hamburg

Dänemark darf weiter vom WM-Titel im eigenen Land träumen. Durch eine makellose Leistung entzauberte unser Co-Gastgeber am Freitag Rekordweltmeister Frankreich mit 38:30 (21:15). Am Sonntag spielt Dänemark sein viertes WM-Finale.

Es war das 200. Länderspiel von Mikkel Hansen. Und ein solches Jubiläum verdient einen besonderen Auftritt, schien der Superstar der Dänen sich zu denken. Vorhang auf also für eine große Show. Einen Angriff lang sah der Halblinke sich die französische Abwehr in Ruhe an, dann hatte er sie ausgeguckt. Zeitspiel angezeigt, Freiwurf. Ein Blick, ein Pfiff – wie ein Geschoss landete der Ball im Tor zum 1:0.

Hansen regiert

Es folgten: ansatzlose Pässe auf die Außen, ein No-Look-Zuspiel an den Kreis, ein Kempa-Anspiel auf Rasmus Lauge. Alles binnen fünf Minuten. Hansen dirigierte nicht, er regierte. Sein eigenes Team und die Franzosen gleich mit.

6:3 führten die Dänen nach sieben Minuten. Und nicht nur im Angriff leisteten sie sich kaum Fehler. Auch die Abwehr um den Mittelblock Henrik Møllgaard und Anders Zachariassen stellte die Franzosen phasenweise vor schier unlösbare Aufgaben.

Disziplin trifft auf Spielwitz

Besonders wenn Frankreich in Unterzahl den Torhüter herausnahm, wurden die Beine der Dänen noch flinker. Viermal eroberten sie sich den Ball und trafen ins leere Tor. Der Vorsprung wuchs bis zur 20. Minute auf 13:8 an. Taktisch diszipliniert, gleichzeitig verspielt und unglaublich souverän dominierte das Team von Trainer Nikolaj Jacobsen das Spiel.

Frankreichs Trainer Didier Dinart tauschte seine Angriffs-Waffe Dika Mem und Regisseur Kentin Mahé gegen Nedim Remili und Melvyn Richardsson aus. Beide dankten es ihm mit schnellen Treffern. Richardsson wurde mit 6/2 Toren nach Mahé (8/2) zum zweitbesten Schützen der Franzosen. Doch Dänemark hatte auf alles eine Antwort, stellte die Abwehr auf die 5:1-Variante mit THW-Linksaußen Magnus Landin an der Spitze um.

Zudem schickte Jacobsen Morten Olsen ins Rennen. Der Regisseur von der TSV Hannover-Burgdorf hatte in der Riege der Rückraum-Stars der Dänen oft das Nachsehen. Gegen Frankreich zeigte er sein Können, narrte die Gegner-Abwehr mit Schlagwürfen.

Frankreich in der Abwehr zahnlos

Nach dem Sechs-Tore-Rückstand zur Pause griff Frankreich nach dem letzten Strohhalm: Nikola Karabatic sollte die Abwehr aufrütteln, startete aber übermotiviert und landete gleich für zwei Minuten auf der Strafbank. So wirkten „Les Experts“ weiter wie gelähmt, während die Dänen nicht aufhörten, sich durch ihre Abwehr zu Kombinieren.

Ein Fest für jeden Handball-Fan, wie Rasmus Lauge und Co. abwechselnd Überzahl-Situationen schufen, Lücken rissen und auch immer wieder kompromisslos mit vollem Körpereinsatz durch Nahtstellen schlüpften.

Und Mikkel Hansen? Der Handball-König brauchte für seine 12 Tore nicht einmal seine angestammte Königsposition im linken Rückraum. In der zweiten Halbzeit spielte er den Ersatz-Halbrechten und überstrahlte auch dort noch alle anderen.

Dänemark: N. Landin (2 Tore, 2 Paraden), Green (9 Paraden) – M. Landin 3, Lauge 6, Zachariassen 5, Svan 4, H. Toft Hansen 1, M. Hansen 12, Olsen 5.

Frankreich: Dumoulin (4 Paraden), Gerard – Remili 2, Lagarde 3, Richardsson 6/2, Mem 1, Mahé 8/2, N’Guessan 4, Abalo 1, Guigou 1/1, L. Karabatic 1, Fabregas 3.

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