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Sportmix Nach dem Mercedes-Aus: Der Kampf um die Zukunft der DTM
Sport Sportmix Nach dem Mercedes-Aus: Der Kampf um die Zukunft der DTM
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22:38 25.07.2017
Ein Bild, das es nicht mehr lange geben wird: Ein Mercedes in einem DTM-Rennen. Quelle: dpa
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Hannover,


„Ich würde mir wünschen, dass es die DTM noch lange gibt“, hatte Gerhard Berger Anfang März gesagt. Der ehemalige Formel-1-Pilot war gekommen, um die Deutsche Tourenwagen-Masters wiederzubeleben. Die Probleme dieser prestige- und geschichtsträchtigen Serie: sinkende TV-Quoten, nur noch 18 anstatt von 24 Fahrern und neue Regeln, die immer wieder für Ärger sorgten.

Am Montagabend kam der große „Keulenschlag“, wie es DTM-Chef Berger nennt. Mercedes steigt nach der Saison 2018 aus der DTM aus – nach 30 Jahren. Der mit zehn Titeln bisher erfolgreichste Autobauer in der Serie will in der vollelektrischen Formel E durchstarten. „So wie die Industrie im Wandel ist, ist auch der Motorsport im Wandel hin zur E-Mobilität. Und da ist die Formel E ein interessantes Start-up“, sagte ein Mercedes-Sprecher gestern dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff befand: „Der Zeitgeist geht in eine andere Richtung – auch im Motorsport.“ Natürlich sei die Entscheidung nicht leicht gefallen. „Da hängt viel Herzblut dran, viel Geschichte und viel Mercedes-Motorsport-DNA“, sagte Wolff zum RND. „Es ist eine schöne Ära, die nun zu Ende geht.“

Und so ist Bergers Wunsch in Gefahr. Kann die DTM überleben? Mit zwei Teams? Nach dem Ausstieg von Opel 2005 traten zumindest schon einmal nur zwei Autobauer in Mercedes und Audi sechs Jahre lang gegeneinander an, ehe BMW mitfuhr. „Jetzt muss man in die Hände spucken und die neue Situation als Herausforderung sehen“, sagte Berger der Münchner „tz“. Leicht ist diese Aufgabe nicht.

Denn die Gründe für den Mercedes-Ausstieg machen die Misere, in der die DTM steckt deutlich. Motorsportchef Wolff betont zwar, dass es vor allem eine Entscheidung für die Formel E war, die zum Ausstieg geführt hatte, doch gestern sagte er auch: „Es hat sicher nicht geholfen, dass seit mehreren Rennen hauptsächlich über Performance-Gewichte diskutiert wird und der Sport in den Hintergrund tritt.“

Dabei ging es um Gewichte, die für mehr Ausgeglichenheit unter den drei Herstellern Audi, BMW und Mercedes sorgen sollen, die vor allem aber zu einem internen Krach führten. Und Wolff führt noch einen weiteren Grund an: „Wenn man ehrlich ist, muss man sagen, dass trotz der Ausweitung der Einheitsbauteile und der Reduzierung des Personals an der Rennstrecke die Kosten für ein Engagement in der DTM immer noch auf zu hohem Niveau sind.“

In der Formel E sind die Kosten noch überschaubar. Dazu kann Mercedes im neuen vollelektronischen Auto sein Saubermann-Image pflegen. Daher wollen sich auch BMW (ab der Saison 2018/2019) und Audi (ab Dezember) in der Formel E engagieren.

Führt das Mercedes-Aus also zu einem Umdenken? „Es gilt, diese neue Situation mit allen Beteiligten zu analysieren, Lösungen zu finden und etwaige Alternativen zur DTM zu bewerten“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. Die Konsequenzen für Audi und die Rennserie seien „ad hoc nicht absehbar“.

Entsprechend waren auch einige Reaktionen der Mercedes-Konkurrenten, wie Mercedes-Motorsportchef Wolff zugibt. Einige hätten mit Unverständnis reagiert, andere aber auch mit „absolutem Verständnis, dass sich die Welt einfach in eine andere Richtung bewegt“.

Wenn man ihn fragt, wie und ob es mit der DTM weitergeht, so sieht er eine Überlebenschance: Die DTM habe schließlich schon mehrmals Phasen mit nur zwei Herstellern erlebt. Aber „sicher würde es der Serie helfen, wenn weitere Hersteller einsteigen würden und die Relevanz in Deutschland und vielleicht sogar in Europa wieder zunehmen würde“.

Jens Marquardt, BMW-Motorsportdirektor, versicherte gestern zumindest: „Die Fans haben es in jedem Fall verdient, dass man um die Zukunft der DTM kämpft. Das tun wir.“ Allen voran Gerhard Berger.

Von Manuel Becker, Jens Marx und Arno Wester

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