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Sportmix Premiere vor 100 Jahren
Sport Sportmix Premiere vor 100 Jahren
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07:59 13.03.2009
Kiel

Vor fast genau 100 Jahren stand mit Torwart Adolf Werner erstmals ein Holstein-Spieler in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Und „Adsch“, wie er im Volksmund liebevoll genannt wurde, war zwar der erste, aber längst nicht der einzige Kieler Nationalspieler.

Dabei begann es für den als wenig gesprächig geltenden Torwart der ersten Holstein-Stunden alles andere als vielversprechend. Just in seinem ersten Länderspiel am 16. März 1909 gab es in Oxford gegen England eine herbe deutsche 0:9-Abfuhr. Doch Adolf Werner präsentierte sich in glänzender Form, verhinderte durch tolle Reaktionen ein zweistelliges Debakel, wurde nach Spielende auf den Schultern begeisterter Zuschauer vom Platz getragen und von der englischen Presse mit großem Lob überhäuft. Als respektvolle Geste soll ihm sogar - für englische Verhältnisse unüblich - der Spielball geschenkt worden sein.

Ab 1910 war „Adsch“ Werner für etwa zwei Jahre der erste Stammkeeper der DFB-Auswahl, deren Trikot das damalige Torwart-Idol, das mit seinen „Störchen“ 1912 die erste und einzige deutsche Meisterschaft an die Kieler Förde holte, insgesamt 13mal trug, viermal davon allerdings durch sein kurzes Intermezzo für Victoria Hamburg. Eine kleine Revanche gelang „Adsch“ Werner im Berliner Rückspiel gegen England am 14. April 1911, als er mithalf, gegen den „Lehrmeister“ von der Insel ein beachtliches 2:2 zu retten. Zweifacher deutscher Torschütze: Der Kieler Ernst Möller. Werner, dessen jüngerer Bruder August später ebenfalls international berufen wurde, stand auch beim bisher höchsten deutschen Länderspielsieg (16:0 gegen Russland am 1. Juli 1912 in Stockholm beim olympischen Fußballturnier) zwischen den Pfosten. Mit Hans Reese war übrigens ein weiterer Holstein-Kicker in seinem einzigen Länderspiel dabei.

Den damaligen Kieler Erfolgsjahren war es zu verdanken, dass weitere elf Akteure zu Länderspielehren kamen: Willy Fick (1 Spiel/1 Tor), Ernst Möller, der Holstein Kiel 1912 durch Foulelfmeter zum deutschen Meister machte (9/4 Tore), Georg Krogmann (3), Walter Krause (6), Franz „Seppl“ Esser (1), Oskar Ritter (1), Carl Schulz (2), Kurt Voß (2/2Tore), August Werner (2), Johann Ludwig (3/2 Tore) und Werner Widmayer (2).

Nach dem Zweiten Weltkrieg gelang nur noch einem Spieler eines schleswig-holsteinischen Vereins der Sprung in die A-Nationalmannschaft: Willi Gerdau vom Heider SV. Der meistens „Ille“ gerufene Mittelläufer des „kleinen HSV“ kam am 22. Mai 1957 in Stuttgart beim 1:3 gegen Schottland an der Seite von Tilkowski, Juskowiak, Szymaniak und dem legendären Helmut Rahn zu seinem einzigen Einsatz.

Ein weiterer Kieler soll allerdings nicht vergessen werden: Andreas „Andy“ Köpke. Der „Holstein-Jung“ absolvierte immerhin 59 DFB-Einsätze, nur eben nicht für seinen Kieler Heimatverein.

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