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Sportmix Sicherheitsdiskussion nach Horrorcrash
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14:41 03.09.2012
Romain Grosjean (l) fliegt beim Unfall mit seinem Lotus knapp über den Ferrari von Fernando Alonso. Quelle: David Ebener

n. Am Kopf des spanischen WM-Spitzenreiters war der Lotus von Unfallverursacher Romain Grosjean nur Zentimeter entfernt vorbeigeflogen.

Uneinigkeit herrscht aber insgesamt, ob eine Art Jet-Kanzel die Lösung sein kann. Geprüft wird eine solche Variante seit langem. Auslöser waren zwei schreckliche Unfälle vor drei Jahren. In Ungarn wurde Alonsos Teamkollege Felipe Massa von einer Metallfeder trotz Helms schwer am Kopf verletzt. Formel-2-Pilot Henry Surtees verunglückte 2009 in Brands Hatch tödlich. Er war von einem Reifen, der sich am Wagen eines Konkurrenten gelöst hatte, ebenfalls am Kopf getroffen worden.

Der letzte tödliche Unfall in der Formel 1 liegt hingegen 18 Jahre zurück: Am 1. Mai 1994 war der dreimalige Weltmeister Ayrton Senna am schwarzen Wochenende der Formel 1 in Imola tödlich verunglückt. Am Tag zuvor war der Österreichers Roland Ratzenberger ebenfalls nach einem Unfall gestorben.

Damit das nie wieder passiert, wurden die Sicherheitsmaßnahmen enorm verbessert. Auch deshalb überstanden die Rennfahrer selbst spektakulärste Unfälle schadlos, wie etwa der Pole Robert Kubica 2007 in Montréal. Nur der bis auf den Helm schutzlose Kopf bleibt ein Risiko. Allerdings ist eben dieses offene Cockpit das Markenzeichen aller Formel-Klassen.

"Wir arbeiten mit dem Verband an dem richtigen Schutzsystem", sagte Domenicali. "Mit dem, was wir getestet haben oder woran wir arbeiten, können aber auch Probleme auftreten." Eine Sorge in Sachen Jet-Kanzel ist, dass die Piloten bei einer Gefahrensituation wie zum Beispiel Feuer im Cockpit nicht schnell genug aus dem Wagen klettern können. "Du kannst eine Haube drüber machen, aber Du weißt nicht, ob sie danach sicherer sind", meinte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh, dessen Fahrer Lewis Hamilton ebenfalls unmittelbar in den Crash beim Großen Preis von Belgien verwickelt war.

Der Brite war von Wiederholungstäter Grosjean direkt nach dem Start abgedrängt worden, sein McLaren und der Lotus des Franzosen verhakten sich. Grosjean krachte in den Sauber von Sergio Perez und hob ab. WM-Spitzenreiter Alonso hatte keine Chance mehr auszuweichen. "Ich habe mich gefühlt, als wäre ein Zug in mich reingefahren", sagte der Spanier, nachdem er im Streckenhospital sicherheitshalber untersucht worden war. Er klagte aber lediglich über Rückenschmerzen, verletzt wurde er nicht.

Wütend sei er nicht auf Grosjean, meinte Alonso. Er forderte aber wie Domenicali Konsequenzen für die Nachwuchsklassen. "Was klar ist, dass es besser wäre, wenn in den Junior-Serien die Regeln zum Verhalten auf der Strecke unbeugsam durchgesetzt würden. Dann wären die Fahrer so gut wie möglich auf die höchste Klasse des Motorsports vorbereitet", sagte Domenicali.

Grosjean hat erstmal Zeit, über sein Manöver nachzudenken. Der 26 Jahre alte ehemalige GP2-Champion, der 2009 sieben Formel-1-Rennen bestritten hat und in dieser Jahr erstmals eine volle Saison fahren soll, wurde für den Großen Preis von Italien am kommenden Sonntag gesperrt. Nachdem er schon mehrfach in dieser Saison auffällig geworden war, urteilte die italienische Zeitung "Tuttosport": "Grosjean - jetzt reicht es!". Und "El Mundo" aus Spanien befand: "Man hatte geglaubt, die Fahrer seien rundum geschützt und Unfalldramen gehörten der Vergangenheit an. Aber das ist nicht so."

dpa

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