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Sportmix „Superman“ Rydzek schreibt Geschichte
Sport Sportmix „Superman“ Rydzek schreibt Geschichte
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18:37 01.03.2017
Jubel über Gold: Johannes Rydzek (rechts) hat bei der WM in Lahti im dritten Wettbewerb den dritten Titel gewonnen. Quelle: dpa
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Lahti

„Superman-Mittwoch“ hieß der dritte Tag bei diesen nordischen Ski-Weltmeisterschaften von Lahti. Das war natürlich wie geschaffen für Johannes Rydzek, der dann auch prompt mit seinem „Super-Richie“-Shirt unter dem Skianzug seine dritte Goldmedaille gewann. Bei der Siegerehrung schloss der 25-Jährige immer wieder die feuchten Augen und schüttelte den Kopf. Als erster deutscher Skisportler der Geschichte hat Rydzek nunmehr fünf Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften auf dem Konto. Bei der WM 2015 hatte der Oberstdorfer schon zwei Titel mit einem Superman-Shirt als Glücksbringer gewonnen.

„Einfach unglaublich und verrückt. Ich wusste ja vorher, dass ich gut drauf war, aber um hier in Lahti drei Titel in drei Wettbewerben zu gewinnen, muss schon sehr viel stimmen“, sagte Rydzek, der ganz nebenbei Deutschland wieder an die Spitze der WM-Nationenwertung katapultierte. Viel emotionaler kommentierte sein sechstplatzierter Teamkollege Fabian Rießle die Ausnahmeleistung: „Der Richie ist schon gigantisch, der Hammer. Dieser Kerl rockt einfach.“

An diesem regnerischen „Superman-Mittwoch“ in Lahti war nämlich alles anders als beim historischen Vierfachsieg im Einzel und dem überlegenen Triumph im Team. In den beiden vorangegangenen Wettbewerben in Lahti hatte Rydzek sogar so viel Zeit gehabt, sich eine deutsche Fahne zu schnappen und jubelnd über die Ziellinie zu laufen. Diesmal riss er nach einem langen Zielsprint nur erschöpft die Faust in den Himmel.

Das hing damit zusammen, dass diesmal auf der Schanze nicht alles glattgelaufen war. „Leider war uns der Wind nicht ganz hold“, sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch. Ironischerweise wurde den Deutschen ihre eigene Stärke zum Verhängnis: Alle sprangen als Bestplatzierte im Weltcup im Block am Schluss des Teilnehmerfeldes, und da herrschte gerade Seitenwind. Während der österreichische Sprunglaufsieger Mario Seidl mit Aufwind auf 132 Meter gesegelt war, schaffte Rydzek nur zehn Meter weniger und ging als bester Deutscher mit genau einer Minute Rückstand als Fünfter in den Zehn-Kilometer-Langlauf. „Das ist diesmal eine andere Ausgangslage. Die Devise heißt: volle Attacke“, meinte Rydzek nach dem Springen.

Genau das machte der Deutsche im tiefen und nassen Schnee von Lahti. In einer Fünfergruppe ging er auf die Jagd nach Spitzenreiter Seidl und hatte den Österreicher nach 7,5 Kilometern eingeholt. Gut einen Kilometer vor dem Ziel setzten sich drei Athleten ab – da war die Medaille für Rydzek sicher. Am letzten Anstieg griff der deutsche Weltcup-Spitzenreiter an und setzte sich ab. Am Ende siegte er 4,8 Sekunden vor dem Japaner Akito Watabe. Fabian Rießle wurde Sechster vor Eric Frenzel.

„Das war einfach weltmeisterlich. Taktisch richtig clever und körperlich mit unglaublichem Willen“, sagte Chefcoach Weinbuch. Nach den Erfolgsgeheimnissen von Rydzek gefragt antwortete der „Goldschmied“: „Sein Selbstbewusstsein. Und er ist momentan in beiden Disziplinen der ausgeglichenste Kombinierer.“ Der Champion selbst nennt vor allem die gute Stimmung im deutschen Team als Geheimnis. Und eine charakterliche Veränderung: „Früher war ich zu emotional und bin mir damit manchmal selbst im Weg gestanden.“

Im Teamsprint am Freitag ist Rydzek gesetzt, er kann dann erneut Geschichte schreiben: Mit sechs Goldmedaillen wäre er auch international der erfolgreichste Kombinierer der WM-Geschichte. Und viermal Gold bei einer WM hat auch noch kein Kombinierer gewonnen. Es bleibt also noch eine letzte Aufgabe für „Superman“ Rydzek hier in Lahti.

Von Lars Becker

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