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Letzter Platz für den THW beim Final 4

Kielce holt Champions-League-Titel Letzter Platz für den THW beim Final 4

Im Spiel um Platz drei unterlag der THW Kiel dem Starensemble von Paris St. Germain trotz einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit mit 27:29 (15:11). Kielce konnte nach einem Siebenmeter-Krimi gegen Veszprem erstmals den Titel holen.

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Alfred Gislason und sein Team wurde Letzter in Köln.

Quelle: Sascha Klahn

Köln. Bester THW-Torschütze war Christian Dissinger mit acht Toren. Für Paris traf Torschützenkönig Mikkel Hansen zehn Mal.

Es war nicht der THW vom Vortag, der im Spiel um Platz drei auflief. Die Startformation war mit Rune Dahmke, Christian Sprenger, Dener Jaanimaa, Igor Anic und Nikolas Katsigiannis auf fünf Positionen verändert. Auch die Körpersprache zeigte: Hier ging es nicht mehr um den letzten möglichen Titel der Saison.

Immerhin, ein Preisgeld von 150 000 Euro stand auf dem Spiel – 50 000 Euro mehr als für Platz vier. Der unbedingte Wille, die Bereitschaft, bis zum Umfallen zu kämpfen – beides konnten die Verlierer vom Vortag nicht mobilisieren. So mutete das unter anderen Voraussetzungen prestigeträchtige Duell zunächst eher an wie ein Trainingsspiel. Eine Pflicht, die beide Mannschaften hinter sich bringen mussten.

Paris wirkte dabei frischer, den Kielern schien die kürzere Regenerationsphase nur gereicht zu haben, um Bruchteile der Akkus wieder aufzuladen. Nach zehn Minuten führte Paris bereits mit 8:4. Nach einigen unglücklichen Aktionen musste Jaanimaa früh seinen Platz für Marko Vujin räumen. Wenig später kam auch Kapitän Duvnjak ins Spiel, den Joan Canellas bis dahin auf der Spielmacherposition vertreten hatte. Die Kieler Werfer scheiterten immer wieder an Thierry Omeyer im Tor der Pariser.  Der Ex-Kieler hielt in der ersten Halbzeit bereits elf Bälle. Der THW lebte in dieser Phase von Christian Dissinger, der bis zum 9:7 (17.) fünf Tore beisteuerte. Auch Niklas Landin hatte mit drei gehaltenen Strafwürfen Anteil daran, dass Paris trotz zwischenzeitlicher Fünf-Tore-Führung (14:19/27.) zur Pause beim 15:11 noch in Reichweite waren.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit beorderte Alfred Gislason Patrick Wiencek in den Mittelblock. Die leichten Tore für Paris wurden weniger, beim 17:15 (37.) durch Dissinger war der THW wieder in Schlagdistanz. Nun entschieden sich auch viele Veszprem-Fans, den THW anzufeuern und bejubelten gemeinsam mit den Kieler Schlachtenbummlern sieben Landin-Paraden innerhalb von zwölf Minuten. Mit einem 3:0-Lauf konnten Duvnjak und Wiencek in der 41. Minute zum 19:19 ausgleichen. Eine Initialzündung für die Partie, die nun deutlich an Intensität zunahm. Wiencek war es auch, der in der 43. Minute mit dem 21:20 die erste Kieler Führung erzielen sollte. Mit mehr als zwei Toren konnten die Zebras sich aber nicht absetzen. Immer wenn sie vorlegten, setzte Paris nach. Nach dem 27:27-Ausgleich durch Jeffrey M’Tima drei Minuten vor Schluss, unterliefen dem THW dann doch spielentscheidende Fehler. Mikkel Hansen nutzte einen Ballverlust der Kieler im Angriff zum 28:27, dann kam ein Duvnjak-Pass nicht bei Wiencek am Kreis an, sondern landete über Umwegen wieder in Hansens Händen und schließlich im Kieler Tor.

Mit tröstendem Applaus verabschiedete die THW-Fankurve die Zebras aus der diesjährigen Champions-League-Saison. Um auch im nächsten Jahr in der Königsklasse antreten zu können, muss der THW auf eine Wildcard hoffen. Als dritter der Liga hat er die direkte Qualifikation verpasst. 

Kielce gewinnt erstmals Champions League

Polens Handball-Meister KS Vive Kielce hat gleich im ersten Finale den großen Coup gelandet und die Champions League gewonnen. Der Außenseiter bezwang am Sonntag im Endspiel des Final4-Turniers in Köln MVM Veszprem aus Ungarn mit 39:38 (35:35, 29:29, 17:13) nach Siebenmeterwerfen. Julen Aguinagalde verwandelte den entscheidenden Siebenmeter.

Die Polen hatten vor den fast 20 000 Zuschauern nach dem 19:28 in der letzten Viertelstunde einen Neun-Tore-Rückstand auf. Kielce ist durch den Erfolg Nachfolger des FC Barcelona. Bester Werfer für Veszprem war Cristian Ugalde mit sieben Toren. Für Kielce traf der deutsche Nationalspieler Tobias Reichmann achtmal.

Statistik

THW Kiel: Katsigiannis (1.-6. Minute/1 Parade), Landin (bei zwei 7m und ab 6./16) – Duvnjak 5, Mamelund, Sprenger 2, Dissinger 8, Wiencek 3, Ekberg 2/2, Anic, Cañellas 2, Dahmke 1, Jaanimaa, Williams n.e., Klein 1, Brozovic, Vujin 3/1.

Paris Saint-Germain: Omeyer (1.-60. Minute/16 Paraden), Annonay (bei einem 7m/1) – Melic, Møllgaard, Accambray n.e., Kounkoud 3, Gunnarsson n.e., Abalo 2, L. Karabatic 1, Hansen 10/3, Narcisse 5, Onufryienko 6, Honrubia 1, N. Karabatic n.e., M’Tima 1.

Schiedsrichter: Eliasson/Palsson (Island) – Strafminuten: THW 6 (3x Brozovic), Paris 12 (Møllgaard, Onufryienko, Honrubia, Hansen, Kounkoud, L. Karabatic) – Disqualifikation (3x2): Brozovic (55.) – Siebenmeter: THW 4/3 (Ekberg scheitert an Annonay), Paris 6/3 (Landin pariert Hansen, Onufryienko, Melic) – Spielfilm: 0:1, 2:2, 2:4 (4.), 4:4, 4:8 (10.), 6:9, 7:12 (19.), 9:13, 11:15 – 13:16, 15:17 (37.), 16:19, 19:19 (41.), 22:20 (45.), 23:23, 25:24 (53.), 27:26 (56.), 27:29 – Zuschauer: 19750 in der Kölner Lanxess Arena.

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Kommentar

Wir werden nie herausfinden, wie die Saison des THW Kiel mit einem Rasmus Lauge in der Form seines Lebens, in der er in Flensburg plötzlich glänzte, gelaufen wäre. Und ja, das Handling beim Transfer Filip Jichas nach Barcelona war suboptimal.

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