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THW Kiel Magdeburg fügt THW bittere Niederlage zu
Sport THW Kiel Magdeburg fügt THW bittere Niederlage zu
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20:15 17.02.2019
Von Merle Schaack
Enttäuschte Kieler Gesichter nach dem Schlusspfiff. Von links Patrick Wiencek und Magnus Landin. Quelle: Sascha Klahn
Kiel

Sechs Minuspunkte haben die Zebras nun auf dem Konto, das sind sechs mehr als die nach wie vor verlustpunktfreien Flensburger. Die SG Flensburg-Handewitt-Verfolger rücken dadurch dichter zusammen. Ein Punkt trennt die Rhein-Neckar-Löwen nun vom THW Kiel, Magdeburg hat zehn Minuspunkte.

Das Spitzen-Duell des THW Kiel gegen den Viertplatzierten SC Magdeburg hielt, was es versprach: Von Anfang an standen sich zwei kompakte Abwehrreihen gegenüber. 

Die Härte der Magdeburger wurde mit zwei schnellen Zeitstrafen gegen Piotr Chrapkowski (5.) und Matthias Musche (7.) bestraft. Beide Male konnten die Kieler aber kein Kapital aus ihrer Überzahl schlagen. Dafür erlebten sie, was gegen den SCM blüht, wenn im Angriff die Präzision in den Pässen fehlt: Mit flinken Beinen sorgte Rechtsaußen Robert Weber für die erste Zwei-Tore-Führung der Gäste (6:4/13.). 

Starke Abwehrreihen dominieren

Doch auch die THW-Kiel-Abwehr provozierte Fehler bei ihren Gegenspielern. Zwei Ballverluste der Magdeburger nutzte der THW Kiel, um durch Reinkind beim 6:6 (14.) auszugleichen. Domagoj Duvnjak, der einmal mehr mit klugen Anspielen und großer Torgefahr (vier Tore in der ersten Halbzeit) überzeugte, sorgte sogar für die 8:6-Führung der Kieler (8:6).

Es blieb dabei: Beide Mannschaften stellten hellwache Abwehrreihen, jeder Fehler wurde bestraft. So reichte ein Lattenkracher von Harald Reinkind dem SCM, um wieder zum 10:10 (20.) auszugleichen.  In den streckenweise hektischen Schlussminuten der ersten Halbzeit schickte THW-Trainer Alfred Gislason Miha Zarabec als Regisseur und Steffen Weinhold auf Halbrechts ins Spiel.

Zarabec erwischte jedoch keinen guten Einstand. Ein Ballverlust und ein Wurf übers Tor waren seine Bilanz nach vier Minuten. Rechtzeitig vor der Pause griff die neue Kombination aber. Den Anschluss zum Pausenstand von 13:14 erzielte Weinhold nach einem Zarabec-Anspiel (29.).

Niklas Landin entzaubert O`Sullivan

Nach Wiederanpfiff entschied sich Niklas Landin, dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken. Während die Handballer des THW Kiel beim Versuch, den Ball an den Kreis durchzustecken, immer wieder den Ball verloren, verriegelte er einfach sein Tor. Dreimal parierte der dänische Nationaltorhüter gegen Magdeburgs Norweger Christian O‘Sullivan, der angesichts der Extra-Klasse Landins ein Déjà-vu vom WM-Finale aus dem Januar gehabt haben dürfte.

Niklas Landins Leistung allein reichte jedoch nicht für mehr als den zwischenzeitlichen Ausgleich (17:17). Denn vorne machte die SCM-Deckung den Kielern weiter das Leben schwer. Es blieb dabei: Magdeburg legte einen Treffer vor, der THW Kiel zog nach. 

Als die Zebras eine Viertelstunde vor Schluss die Chance bekamen, nach einer weiteren Landin-Parade gegen O`Sullivan zum 21:20 in Führung zu gehen, scheiterte Niclas Ekberg am zweiten dänischen National-Keeper, Jannick Green im SCM-Tor.

Magdeburg legt gegen THW Kiel wieder vor

Stattdessen nutzten die Gäste die Gunst der Stunde - und einige Lücken, die sich nun in der Kieler Abwehr offenbarten - zum 20:22, ihre erste Zwei-Tore-Führung in der zweiten Halbzeit. Und sie hielten den THW Kiel auf Distanz. Immer größeren Anteil daran hatte Green. Der Torwart kaufte unter anderem Niclas Ekberg zwei freie Gelegenheiten ab. So zog Magdeburg auf 26:22 (56.) davon, während der THW vergeblich ein Mittel gegen seine Abschluss-Schwäche suchte.

Zwar kamen die Kieler eine Minute vor Schluss noch einmal auf 25:26 heran, doch im entscheidenden Magdeburger Angriff konnte O‘Sullivan Hendrik Pekeler austanzen und kam frei zum Wurf zum vorentscheidenden 27:25 für Magdeburg.

Statistik im Überblick

THW Kiel: N. Landin (1.-60. Minute/13 Paraden), Wolff n.e. – Duvnjak 7, Reinkind 1, M. Landin 1, Firnhaber n.e., Weinhold 2, Wiencek 1, Ekberg 1, Rahmel 1, Dahmke n.e., Zarabec, Vujin 4/4, Bilyk, Pekeler 2, Nilsson 5.

SC Magdeburg: Green (1.-60. Minute/12 Paraden), Quenstedt (bei einem 7m/0) – Musa 2, Chrapkowski, Musche 3, Kluge n.e., Pettersson, Plaza Jimenez, Molina n.e., Christiansen, Mertens, Lagergren 7, O’Sullivan 6, Bezjak 2, Weber 6, Damgaard 2.

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