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THW Kiel Streit um THW-Achtelfinale eskaliert
Sport THW Kiel Streit um THW-Achtelfinale eskaliert
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20:59 07.03.2018
Von Tamo Schwarz
Wann dürfen sie spielen (v. re.): Steffen Weinhold (THW), Gudjon Valur Sigurdsson (Löwen), Nikola Bilyk (THW). Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Grund ist eine Terminkollision mit dem Bundesliga-Spitzenspiel zwischen dem THW Kiel und den Rhein-Neckar Löwen am 24. März, das live in der ARD übertragen wird. Pick Szeged hat ein Ausweichen auf Mittwoch oder Donnerstag (21./22. März) abgelehnt. Die EHF stellte jetzt nach Informationen der Kieler Nachrichten und des "Mannheimer Morgen" ein Ultimatum bis Mittwoch, 11 Uhr. Andernfalls werde auch das Spiel in Szeged auf den 24. März terminiert.

Am Sonntag hatte der THW Kiel durch ein Remis in Paris Platz vier in der Gruppenphase und damit auch das Heimrecht im Achtelfinal-Rückspiel – gemeinhin ein Vorteil im Mannschaftssport – erkämpft. Genau dieses Privileg sollen die Zebras nun, geht es nach der EHF, wieder abgeben. Ein Dilemma, in dem auch die Löwen, die im Achtelfinale zunächst in Polen bei KS Vive Kielce antreten müssen, stecken.

Szeged und Kielce: Keine verfügbaren Hallen

Laut eines Schriftverkehrs zwischen EHF und Klubs, der den Kieler Nachrichten und dem „Mannheimer Morgen“ vorliegt, berufen sich Szeged und Kielce auch auf „keine verfügbaren Hallen“. Trotz des von der EHF vorgegebenen Zeitfensters für die Hinspiele (21.-25. März) wird ein Wochenend-Spieltermin wegen der in Ungarn und Polen bestehenden TV-Verträge offenbar präferiert.

„Neben diversen weiteren Termin-Vorschlägen sind wir sogar bereit, uns auf zwei Spiele innerhalb von 24 Stunden einzulassen, um die Situation im Sinne des Handballs zu lösen“, sagte Viktor Szilagyi, Sportlicher Leiter des THW Kiel.

Spiel am Sonnabend und Sonntag

Löwen am Sonnabend um 18.10 Uhr, im Charterflieger nach Szeged, Achtelfinale am Sonntagabend – eben dieses Horrorszenario drohte im Laufe des Dienstags Realität zu werden. Eine ähnliche Situation hatten die Löwen bereits im November erlebt, was zu einem Aufschrei in den Medien geführt hatte.

Der THW Kiel hätte sich eben auf dieses Szenario eingelassen, um den Tausch des Heimrechts zu vermeiden. Doch auch das blockiert die EHF nun. Markus Glaser, bei der EHF für den Spielbetrieb zuständig, weist in dem uns vorliegenden Schreiben an die Klubs darauf hin: „Eine Situation, die ... für eine Menge an negativer Presse sorgen würde.“ Glaser wünscht sich eine „vernünftige Außendarstellung“.

TV-Verträge lange abgesprochen

Der Termin für das Achtelfinale in der Königsklasse war allen Beteiligten bekannt, als die Übertragung des Bundesliga-Krachers durch die ARD an dem in der Fußball-Bundesliga spielfreien Wochenendes fixiert wurde.

„Die aktuelle Situation ist für das Produkt Handball, für Fans und Spieler äußerst unbefriedigend. Das Problem ist der Situation geschuldet, dass die EHF feste TV-Verträge mit präferierten Übertragungszeiten vereinbart hat und die ausländischen Klubs ihre Heimspiele fast ausnahmslos am Wochenende austragen wollen. Grundsätzlich besteht aber ein Zeitraum von Mittwoch bis Sonntag“, sagt HBL-Präsident Uwe Schwenker.

„Die ARD Termine sind sehr langfristig ausgewählt, mit den Klubs abgesprochen und haben wegen der hohen Einschaltquoten eine herausragende Bedeutung für unsere Sportart.“ Von der EHF war eine Stellungnahme am Dienstag nicht zu bekommen.

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