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THW Kiel THW Kiel startet mit Sieg in Granollers
Sport THW Kiel THW Kiel startet mit Sieg in Granollers
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10:33 11.02.2019
Von Merle Schaack
Nur in der Anfangsphase schauten die Kieler um Sebastian Firnhaber (v. li.), Harald Reinkind und Hendrik Pekeler hinter Adrian Figueras und BM Granollers hinterher. Quelle: Xavier Solanas
Granollers

Nach dem Liga-Spiel in Göppingen hatten die Zebras sich direkt auf den Weg nach Barcelona und am Sonntag zum Spiel weiter nach Granollers gemacht Die 60.000-Einwohner-Stadt vor den Toren Barcelonas wirbt mit „Industrie-Tourismus.“ Viel los war trotzdem nicht an diesem Sonntagnachmittag. Nur der Not-Tierarzt, eine Fahrschule und die Sportsbar direkt gegenüber vom Palau d’Esports hatten geöffnet. Sogar die Wahrsagerin, die ihren Salon rund 300 Meter von der einst für die olympischen Spiele 1992 gebauten Heimstätte von BM Granollers betreibt, sah keinen Anlass zum Arbeiten.

THW Kiel mit Startschwierigkeiten

Ob sie sonst vorhergesehen hätte, was dem THW in der ersten Viertelstunde blühte? In Zeiten der Grippewelle in Deutschland und Klimaanlagen im frühlingshaft warmen Barcelona kränkelten einige Zebras. Steffen Weinhold hatte zwar den Weg in die Halle mit angetreten, kehrte dann aber mit einem grippalen Infekt ins Hotel zurück. Auch Hendrik Pekeler war angeschlagen, Patrick Wiencek plagten Knieprobleme. Trainer Alfred Gislason konnte also nicht seine erste Sieben aufbieten.

Im Mittelblock ackerte Sebastian Firnhaber neben Pekeler. Spielmacher Miha Zarabec und Co. sahen sich bis in die Haarspitzen motivierten Spaniern gegenüber, die in den ersten Minuten stets einen Schritt schneller waren als die Zebras, angepeitscht von 3200 trommelnden und hüpfenden Fans auf den Tribünen. Die knapp 40 aus Kiel sahen, wie die Kieler zu Beginn selten in gute Wurfposition kamen – auch weil die ungarischen Schiedsrichter recht freigiebig Stürmerfouls gegen den THW verteilten.

Landin mit 19 Paraden

Die Gastgeber hingegen nutzten die Gelegenheit, um auf 6:3 (10.) davonzuziehen. Rettungsanker des THW in dieser Zeit waren Zarabec, der immer wieder mit Einzelaktionen einen Weg zum Tor fand, und Niklas Landin, der mit seinen zehn Paraden in der ersten Halbzeit vor allem Granollers’ quirligen Spielmacher Borja Lancina und Kreisläufer Trejo Figueras nervte. Dazu kam ein starker Nikola Bilyk im linken Rückraum, der auch eine Attacke durch Antonio Garcia mitten im Gegenstoß einfach abschüttelte – eine überharte Aktion, bei der der Spanier ohne Strafe davonkam. Bilyk rächte sich im nächsten Angriff mit einem Treffer Marke „Fackel“, und spätestens jetzt hatten die Zebras den Kampf angenommen.

THW kämpft sich ins Spiel

Stück für Stück arbeiteten sie sich ins Spiel, waren beim 9:10 (19.) wieder in Schlagdistanz. Granollers leistete sich vorne nun viele Ungenauigkeiten, kassierte bis zur Pause einen 11:1-Lauf des THW. Denn der nutzte die letzten Minuten vor der Pause, um sich mit Gegenstößen ein Polster zu verschaffen: zweimal Rune Dahmke, einmal Hendrik Pekeler – das Resultat: eine komfortable 18:11-Pausenführung.

In der zweiten Hälfte das gleiche Bild: Der THW konterte sich durch Dahmke zum ersten Neun-Tore-Vorsprung (14:23, 40.). Den Spaniern fehlten die Kräfte, um noch einmal aufzutrumpfen, Niklas Landin hörte einfach nicht auf, Ball um Ball – am Ende 19 an der Zahl – zu parieren. „Eine rundum erfolgreiche Reise“, befand Kapitän Domagoj Duvnjak.

BM Granollers: Almeida (1.-30. Minute, 4/1 Paraden), Guàrdia (30.-60., 7) – Lancina 1, M. Garcia, Ferrer, Valera 2/1, Figueras 6, dos Santos 1, Martínez 1, Gassama 1, Sáez 2, Rakocija, Popovic 1, Miró, Márquez 1, A. Garcia 6/4.

THW Kiel: N. Landin, (1.-60., 19 Paraden), Wolff (bei drei Siebenmetern, 1/1) – Duvnjak, Reinkind 2, M. Landin (n.e.), Firnhaber 3, Wiencek (n.e.), Ekberg 5/2, Rahmel 3, Dahmke 5, Zarabec 4, Vujin 2, Bilyk 5, Pekeler 4, Nilsson (n.e.).

Schiedsrichter: Miklos Andorka/Robert Hucker (Ungarn) – Strafminuten: BM 4 (dos Santos, Figueras), THW 8 (3x Firnhaber, Bilyk) – Siebenmeter: BM 6/5 (Wolff pariert Garcia), THW 3/2 (Ekberg scheitert an Almeida) – Disqualifikation: THW: Firnhaber (dritte Zeitstrafe/45.) – Spielfilm: 4:2 (6.), 8:4, 9:7, 10:10 (21.), 11:13, 11:18 (30.) – 13:19, 14:23 (40.), 16:27, 19:30, 22:33 (60.) – Zuschauer: 3200 im Palau d’Esports de Granollers.

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