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THW Kiel Zebras gewinnen gegen Lemgo mit 28:24
Sport THW Kiel Zebras gewinnen gegen Lemgo mit 28:24
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13:41 05.09.2018
Von Tamo Schwarz
Steffen Weinhold wirft aus dem Rückraum. Quelle: Sonja Paar
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Kiel

Ole Rahmel rückt für Sebastian Firnhaber auf die Bank, und auf dem Feld nimmt THW-Coach Alfred Gislason zwei Änderungen vor: Andreas Wolff steht im Tor, Rune Dahmke – in Ludwigshafen nur Zuschauer – ersetzt Magnus Landin. Dem Linksaußen gelingt das erste Tor des Tages (2.), der Keeper ist so sehr „on fire“, dass er seine Mannschaft am liebsten allein zur 14:9-Pausenführung tragen würde. Wolff entnervt seinen Nationalmannschafts-Teilzeit-Kollegen Tim Hornke mit drei Paraden in kurzer Abfolge, nervt Kreisläufer Christoph Theuerkauf mit seinen Reflexen, bringt seine schnell umschaltenden Vorderleute ins Laufen.

Doch vor der Kieler Nummer 33 passiert auch jede Menge. Harald Reinkind und Domagoj Duvnjak auf den offensiv interpretierten Halbpositionen verrichten Weltklasse-Schwerstarbeit, schieben und schieben, so dass Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek in der Deckungsmitte nur noch abzuräumen brauchen. Mal mutet dieses Mauerwerk, an dem Lemgoer Spieler wie Mittelmann Andrej Kogut (1,84 Meter) abprallen wie D-Jugendliche im A-Jugend-Abschlusstraining, an wie eine 4:2-Formation, mit einem offensiven Pekeler bildet sich auf zehn Metern Höhe nahezu ein Dreier-Riegel. Wen kümmern Zahlen, wenn die Bälle in Kieler Händen (oder an Torwart-Extremitäten) landen? Offensiv gehört die erste Halbzeit indes Hendrik Pekeler. Eigentlich kaum zu glauben, wie gut der 27-Jährige bereits in die Abläufe integriert ist, antizipiert, profitiert – von schmackhaften Assists seiner Mitspieler Lukas Nilsson (5:3/10.), Harald Reinkind (6:3/12.) und Domagoj Duvnjak (11:6/23.).

Das Tempo kostet Kraft, nach Wiederanpfiff zieht Miha Zarabec im Rückraum die Fäden, Nikola Bilyk gelingen zwei schnelle Tore auf Halblinks. Doch in der Deckung lässt sich der Österreicher überlaufen, von Tim Suton und Donat Bartok düpieren. Plötzlich schwimmt die linke Kieler Abwehrseite, zerfasern eben noch perfekt inszenierte Abläufe. Wer geht raus? Wer nimmt den Kreisläufer? Lemgo ist beim 19:18 (41.) und bis zum 22:21 (48.) wieder auf Tuchfühlung – dank Linkshänder Bartok. Gislason stellt um und damit die Weichen auf Sieg, bringt Niklas Landin im Tor, Magnus Landin auf Linksaußen und stellt die Abwehr auf eine 3:2:1-Formation um.

Lemgo findet fast zehn Minuten lang kein Rezept. Aus dem 22:21 wird ein 27:21 (57.). Nilsson trifft fulminant, bedient zweimal Pekeler, Landin hält zwei immens wichtige Bälle, und Niclas Ekberg trifft das leere Tor, als Lemgos Coach Florian Kehrmann „alles auf eine Karte“ setzt und den siebten Feldspieler bringt.

Am Ende verbucht Rückkehrer Hendrik Pekeler bei seinem erneuten Heimdebüt zehn Tore auf seinem Konto und strahlt: „Ein tolles Gefühl.“

THW Kiel – TBV Lemgo Lippe 28:24 (14:9)

THW Kiel: Wolff (1.-48. Minute/12 Paraden), N. Landin (ab 48./2) – Duvnjak 1, Reinkind 2, M. Landin, Weinhold 3, Dissinger n.e., Wiencek, Ekberg 4/2, Rahmel n.e., Dahmke 2, Zarabec 2, Vujin n.e., Bilyk 2, Pekeler 10, Nilsson 2.

TBV Lemgo Lippe: Wyszomirski (1.-30. Minute/4 Paraden), Johannesson (ab 31./5) – Kogut 1, Guardiola n.e., Ebner 6, van Olphen 1, Theuerkauf 1, Hornke 2, Hübscher 2/1, Carlsbogård 1, Suton 4, Bartok 6, Rose n.e., Jebram n.e., Klimek, Zieker n.e.

Schiedsrichter: Blümel/Loppaschewski (Berlin) – Strafminuten: THW 4 (Dahmke, Duvnjak), Lemgo 4 (2x Bartok) – Siebenmeter: THW 3/2 (Ekberg an den Pfosten), Lemgo 1/1 – Spielfilm: 1:0, 4:1 (7.), 4:3, 8:3 (15.), 10:5, 12:8 (25.), 14:9 – 14:10, 16:11 (33.), 16:14, 19:18 (41.), 22:21, 27:21 (57.), 28:22, 28:24 – Zuschauer: 10285 in der ausverkauften Kieler Sparkassen-Arena.

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