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THW Kiel Family Business beim TVB Stuttgart
Sport THW Kiel Family Business beim TVB Stuttgart
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18:40 04.12.2018
Von Tamo Schwarz
Michael Schweikardt (großes Foto, rechts) hatte im letzten Duell keinen leichten Stand gegen Patrick Wiencek in der Kieler Deckung. Quelle: Sascha Klahn
Stuttgart

Am Donnerstag (19 Uhr) gastiert der TVB beim THW Kiel in der Sparkassen-Arena. Und auf den ersten Blick sieht es so aus, als wäre dieser Schweikardt-Clan mit dem TVB verheiratet. Nur Michael schlägt ein bisschen aus der Art. Der 35-Jährige spielte sieben Jahre für Frisch Auf Göppingen, zwei für die MT Melsungen, kehrte 2012 in die Heimat zurück. Jetzt will er auch bleiben: „Dass ich noch einmal zu einem anderen Erstligisten wechseln werde, ist eher unwahrscheinlich.“ Im Gegenteil – Michael verlängerte seinen Vertrag um ein weiteres Jahr bis 2019. Zwischen Trainer Markus Baur und Geschäftsführer Jürgen Schweikardt (38) führte das Anfang 2018 zu Verstimmungen. Im Februar musste Baur nach zehn Spielen ohne einen einzigen Punktgewinn gehen. Und plötzlich war Jürgen auch Trainer. Und blieb Trainer. Bruder Michael sieht es gelassen: „Das ist wirklich kein großes Thema. Viele denken, dass ich Vorteile bei Jürgen genieße, aber es geht eher in die andere Richtung, damit der Eindruck gar nicht erst entsteht. Wir gehen sehr professionell mit der Situation um.“

Günter Schweikardt führte den TVB in die Zweite Liga

Papa Günter (70) war ab 1973 zunächst Spielertrainer beim TV Bittenfeld, führte den Landesligisten bis in die Zweite Bundesliga und blieb bis 2013. Seit 2015 ist der TVB Stuttgart nun sogar Erstligist, schrammte als 15. und zweimal 14. immer knapp am Abstieg vorbei, stabilisierte alle Strukturen und steht mit 11:17 Punkten als Tabellenelfter momentan eigentlich gar nicht so schlecht da. Oder? „Der Sieg gegen Melsungen hat uns ein wenig mehr Ruhe gegeben“, sagt Michael Schweikardt. Siege gegen Hannover (37:34), bei den Füchsen Berlin (30:25) oder eben gegen Melsungen (30:26) ließen zuletzt aufhorchen. Es gab aber auch so manchen Patzer, zum Beispiel in Gummersbach (28:31) oder zu Hause gegen die Eulen Ludwigshafen (26:26). „Insofern“, so der Rückraum-Regisseur, „sind wir punktemäßig im Soll, aber es ist ärgerlich, dass wir nicht noch besser dastehen. Unser Ziel war, besser abzuschneiden als in der Vorsaison und nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben.“

Michael Schweikardt weiß in jedem Fall, wie es sich anfühlt, gegen den THW Kiel zu punkten. 2004 gewann er zu Hause mit Frisch Auf Göppingen gegen die Zebras, 2005 gelang Frisch Auf ein Remis an der Förde. „Das wird aber nicht einfach am Donnerstag, denn der THW ist momentan super drauf. Wir spielen aber auch am Sonntag gleich gegen Erlangen, da rechnen wir uns mehr aus, darum liegt der Fokus etwas mehr auf dieser Begegnung“, gibt Schweikardt unumwunden zu. „Mal sehen, wie lange wir in Kiel mithalten können. Dass sie in ihren Spielen immer mal wieder eine Delle haben, kann für uns eine Chance sein.“ Außerdem hänge von dem letzten verbliebenen Weltmeister Jogi Bitter zwischen den Pfosten auch eine Menge ab. „Wenn Jogi funktioniert, funktionieren wir.“

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