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THW Kiel Wundertüte Wetzlar
Sport THW Kiel Wundertüte Wetzlar
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11:57 10.10.2018
Von Merle Schaack
Der 58-Jährige Kai Wandschneider gehört zu den erfahrensten Trainern der Liga. Mit der HSG Wetzlar möchte er nun einmal mehr den THW Kiel ärgern. Quelle: imago/Jan Huebner/Vogler
Wetzlar/Kiel

Immer wieder wird das Trainergespann aus Kai Wandschneider und Co-Trainer Jasmin Camdzic seinem exzellenten Ruf gerecht. Das Duo formte Spieler wie Tobias Reichmann (MT Melsungen), Steffen Fäth (Rhein-Neckar Löwen) oder Jannik Kohlbacher, der seit dieser Saison ebenfalls für die Rhein-Neckar Löwen auf Torejagd geht.

Auch THW-Torhüter Andreas Wolff wurde in Wetzlar zum Nationalspieler. Überhaupt die Torhüter: Mit Benjamin Buric verließ vor Saisonbeginn das nächste gereifte Keeper-Talent die Wetzlarer Kaderschmiede und schloss sich dem deutschen Meister SG Flensburg-Handewitt an.

„Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass das nicht auch manchmal nervt“, sagt Wandschneider.

Es hakt im Getriebe

Obwohl die besten Spieler oft abgeworben wurden, schaffte die HSG in den vergangenen Spielzeiten immer eine Platzierung im Tabellen-Mittelfeld. Nach einem überragenden sechsten Platz im Sommer 2017 landeten die Hessen in der vorigen Spielzeit auf Rang elf.

Doch nun hakt es im Wetzlarer Getriebe. Aus den ersten acht Spielen holten sie nur die magere Ausbeute von vier Punkten. Zwei davon zum Auftakt gegen Aufsteiger Bietigheim. Die anderen beiden immerhin in Leipzig. Auch gegen die Rhein-Neckar Löwen ließ Wetzlar aufhorchen, als es nur knapp mit 25:26 verlor – es war eines von vier Spielen, das mit nur einem oder zwei Toren unterschied verloren ging.

Stamm-Keeper Ivanisevic verletzt

„Das ist Erfahrungssache. Wir haben das drittjüngste Team der Liga und sieben neue Spieler zu integrieren“, sagt Wandschneider. Und nicht nur das. Seit der Vorbereitung plagt die Hessen das Verletzungspech.

Vor allem der Ausfall von Stamm-Keeper Tibor Ivanisevic mit einem Außenbandriss im Knie ist ein Schlag ins Kontor. Bis zum Jahresende verpflichtete die HSG deshalb den 42-Jährigen Nikola Marinovic vom Schweizer Erstligisten GC Amicitia Zürich.

Wandschneider: Tempo raus nehmen

„Wenn wir nach Kiel fahren, steht da HSG Wetzlar drauf. Aber es ist immer etwas anderes drin“, sagt Wandschneider. Der studierte Psychologe und ehemalige Dozent der Deutschen Sporthochschule in Köln weiß genau, welche Chancen er für sein Team in Kiel ausrechnen kann:

„Im Fußball spricht man von einer 25-prozentigen Erfolgswahrscheinlichkeit gegen einen doppelt so guten Gegner. Im Handball sind es gerade mal fünf Prozent. Das liegt daran, dass so viele Tore fallen. Wir werden also das Tempo raus nehmen“, kündigt er an.

Den THW sieht er derzeit in einer „Findungsphase“. Und er ist sich sicher, dass die Kieler nicht vergessen haben, wer in diesem Duell bei drei der letzten vier Spiele als Sieger vom Feld ging. „Die Jungs geben Vollgas. Meine Aufgabe ist es, das Beste aus ihnen herauszuholen. Und diese Arbeit macht mir Spaß“, sagt Wandschneider. Der THW dürfte gewarnt sein.

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