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THW Kiel Zebras setzen sich bei den Löwen durch
Sport THW Kiel Zebras setzen sich bei den Löwen durch
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22:03 13.10.2018
Von Merle Schaack
Kiels Patrick Wiencek jubelt über den Auswärtssieg in Mannheim: „Wir sind super stolz auf uns.“ Quelle: Uwe Anspach/dpa
Mannheim

Körperliche Schwerstarbeit, spektakuläre Tore, und Spannung bis zum Ende - das Aufeinandertreffen der beiden Top-Mannschaften hielt von Anfang an, was es versprach. Die Kieler hatten ihre anfängliche Nervosität aus dem Wetzlar-Spiel abgelegt, stellten ohne den verletzten Steffen Weinhold (Oberschenkelzerrung), dafür mit dem Ex-Löwen Harald Reinkind eine starke 6:0-Abwehr.

Doch auch die Löwen standen dem THW in Punkto Abwehrleistung zunächst in nichts nach. Es entwickelte sich ein körperbetontes Spiel, in dem der THW zunächst dank zweier Landin-Paraden mit 2:0 in Führung ging. Nach dem Ausgleich (8.) konnte sich bis zur Pause keine der Mannschaften mit mehr als einem Treffer absetzen. 

Reinkind mit einer Glanzleistung

Beim THW glänzte vor allem Reinkind gegen seine Teamkollegen der vergangenen Saison. Der Halbrechte erzielte vier seiner sechs Tore in der ersten Halbzeit, leistete sich in der ganzen Partie keinen einzigen Fehlwurf. 

Mit Andreas Palicka hatten die Löwen allerdings im ersten Durchgang den besseren Torhüter. Der Schwede entnervte vor allem seinen Landsmann Niclas Ekberg. Der THW-Rechtsaußen scheiterte zweimal aus dem Spiel, einmal per Siebenmeter an Palicka, bevor er beim 9:10 (25.) erstmals ins Tor traf.

Knapper Rückstand zur Pause

Bis zum 11:11 (29.) legte der THW gegen eine ebenfalls starke Abwehr der Gastgeber, bei denen Ilija Abutovic nach seinem Muskelfaserriss in den Innenblock zurückgekehrt war, stets einen Treffer vor. Dann griffen die Löwen tief in die Trickkiste: Patrick Groetzki bediente Gudjon Valur Sigurdsson mit einem hohen Pass, den der Isländer mit einem spektakulären Kempa-Wurf verwandelte.

Anschließend parierte Palicka einen Bilyk-Wurf, und drei Sekunden vor dem Pausenpfiff brachte Spielmacher Andy Schmid die Löwen mit einem seiner unnachahmlichen Schlagwürfe wieder in Front - 12:11 stand es zur Pause.

5:0-Lauf nach Wiederanpfiff

Und dann drehten die Zebras auf. Das Rückraum-Gespann Reinkind, Duvnjak und Zarabec sowie Kreisläufer Hendrik Pekeler schraubten den Spielstand auf 16:12 für Kiel, während bei den Löwen im Angriff kurzzeitig nichts mehr zusammenlief.

Von diesem Vier-Tore-Vorsprung konnten die Kieler zehren, auch wenn die Mannheimer längst nicht besiegt waren. Angeführt von Schmid und Jannik Kohlbacher (jeweils 6 Tore) kämpften sie sich wieder heran. Beim 20:21 (46.) durch Kapitän Schmid waren sie wieder dran, versuchten den THW mit einer 5+1-Abwehr zu knacken.

Denker und Lenker Zarabec

„Aber wir haben einfach Lösungen für alles gefunden“, sagte Reinkind später. Der THW bewahrte die Ruhe und hatte in Miha Zarabec einen Spielmacher, der dafür maßgeblich verantwortlich war. Und nebenbei nacheinander Jesper Nielsen und Gedeon Guardiola in der zunehmend überforderten Löwen-Abwehr austanzte - 22:25, sechs Minuten vor Schluss.

Ein Vorsprung, an dem die bis dato ungeschlagenen Löwen nicht mehr rütteln konnten. „Oh wie ist das schön“, klang es aus dem THW-Fanblock, während die Löwen in den letzten Minuten versuchten, dem THW den Ball mittels Manndeckung gegen Zarabec und Bilyk zu entlocken. Es gelang, mehr aber auch nicht. Den letzten Angriff schlossen die Löwen nicht mehr ab.

Gislason: „Großer Schritt“

Stattdessen ließ Steffen Fäth den Ball enttäuscht in den Kieler Kreis fallen, während THW-Trainer Alfred Gislason seine Spieler herzte. „Das war wieder ein großer Schritt in der Entwicklung der Mannschaft“, sagte er. Und Patrick Wiencek ergänzte: „Das war ein wichtiger Sieg. Wir sind super stolz auf uns.“

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