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Handball-EM Schwer verdaulich

Am Mittwoch geht der EM-Countdown in die finale Phase: In Berlin trifft die Handball-Nationalmannschaft nach zwei freien Tagen wieder zusammen, bestreitet ein letztes Training vor dem Abflug am Donnerstag nach Zagreb. Dort ist der erste Gegner bei der Europameisterschaft am Sonnabend Montenegro.

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Gegen Island oft einen Schritt zu spät: An der Nominierung von Bastian Roschek (Mitte) scheiden sich die Geister.

Quelle: Sascha Klahn

Kiel. Schwer im Magen lag den Bad Boys vor dieser Übungseinheit besonders die Nominierung des 16-köpfigen EM-Kaders am Sonntag in Stuttgart. Mit Rune Dahmke (THW Kiel), Fabian Wiede (Füchse Berlin) und völlig überraschend auch Abwehrchef Finn Lemke (MT Melsungen) hatte Bundestrainer Christian Prokop gleich drei Europameister von 2016 im letzten Moment aussortiert und bei Experten und in den sozialen Medien viel Entrüstung hervorgerufen.

„Ich war sehr überrascht, dass Rune nicht nominiert ist. Es hatte doch danach ausgesehen, dass zwei Linksaußen mitfahren, und Runes Leistungen in den letzten Monaten waren gut“, sagte THW-Trainer Alfred Gislason. Während die Kieler „Daheimgebliebenen“ sich mit den Athletiktrainern seit Montag individuell fit halten, weilt der Isländer noch bis zum Wochenende in seiner Heimatstadt Akureyri und hat seinem Linksaußen, der bei Freundin Stine Oftedal in Ungarn Trost sucht, ebenfalls bis zum Wochenende Sonderurlaub erteilt. Der Bundestrainer indes ließ seine Akteure zwei Tage lang „Kraft und Energie tanken im Kreis der Familie“. Patrick Wiencek und Tobias Reichmann (seine Ehefrau Sarina war zu Besuch in Kiel) machten sich noch am Sonntagabend mit der letzten Maschine auf den Weg gen Norden. Zuvor hatten sich die Bad Boys beim Verlassen der Neu-Ulmer Ratiopharm-Arena teilweise verunsichert gezeigt.

Für Kritik sorgte insbesondere die Nichtberücksichtigung von Finn Lemke, der dem Leipziger Bastian Roschek weichen musste. Lemkes Klubtrainer Michael Roth (Melsungen) zeigte sich von der Entscheidung „schockiert“. Ex-Welthandballer Daniel Stephan äußerte sich ebenfalls verwundert: „Wenn diese Entscheidungen nicht zum erhofften Erfolg führen, kann das für Prokop zum Bumerang werden.“ Prokop selbst verteidigte am Dienstag seine Entscheidungen: „Bei der Auswahl der Nationalspieler geht es einzig und allein um die beste Leistung. Aber meine Handschrift hat man in Leipzig gesehen, und ich erhoffe mir, eine ähnliche Philosophie auch bei der Nationalmannschaft einzubringen. Was seine Abwehrquote angeht, zählt Bastian Roschek zu den stärksten Verteidigern der Bundesliga.“

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