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Letzte Ausfahrt Kiel

THW gegen Stuttgart Letzte Ausfahrt Kiel

Am Sonntag (15 Uhr) bestreitet Handball-Rekordmeister THW Kiel gegen den TVB 1898 Stuttgart das 58. Pflichtspiel in dieser Saison. Eine Saison, die von kapitalem Verletzungspech, einer kuriosen Zahl an Last-Minute-Nachverpflichtungen und einem Achterbahn-Ritt der Emotionen geprägt war.

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Die handballverrückten Fans der „Wild Boys“ vom TVB Stuttgart haben sich mit drei Treckern im Schneckentempo von 23 km/h auf den Weg nach Kiel zum letzten Spiel der Saison gemacht.

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Kiel. Am Ende dieser ersten titellosen Spielzeit seit 2003 steht nun ein Tag des Abschieds von insgesamt acht Zebras aus der schwarz-weißen Herde.

Besser gesagt sieben, denn Linksaußen Dominik Klein („Der emotionale Part ist erst einmal nur verschoben“) wird schließlich noch mit einem eigenen Abschiedsspiel am 16. Juli nach zehn Jahren auf die Reise nach Nantes geschickt. Darum ist das Spotlight am Sonntag erst einmal nur auf die sechs Kurzzeit-Zebras Nikolas Katsigiannis (HC Erlangen), Erlend Mamelund (Haslum HK), Torsten Jansen, Dominik Plaue (beide HSV), Rogerio Ferreira (Vardar Skopje) und Igor Anic gerichtet. Der Franzose weiß noch immer nicht, bei welchem Verein er in der kommenden Saison unter Vertrag stehen wird. Nur Joan Cañellas, der ebenfalls nach Mazedonien zu Vardar Skopje wechselt, stand länger als ein Jahr in Diensten des THW. Der Spanier war 2014 vom HSV an die Förde gewechselt.

Letzt Ausfahrt Sparkassen-Arena: Das gilt auch für einige hartgesottene Fans des TVB, die sich am Montag mit drei Treckern auf die 840 Kilometer lange Reise nach Kiel gemacht haben und am Sonntag vor dem Match an der Arena willkommen geheißen werden. Um 12.30 Uhr werden die 23 km/h schnellen Gefährte erwartet, und das ist nur ein Grund, warum die Zebra-Verantwortlichen den Fans eine frühe Anreise empfehlen: Wegen des Innenstadt-Flohmarkts und der THW-Feierlichkeiten (ab 16.30 Uhr auf dem Hallenvorplatz) stehen nur wenige Parkplätze im Umfeld der Halle zur Verfügung.

Für den TV Bittenfeld, der nach dem Erstliga-Aufstieg nach Stuttgart umgezogen war, geht es im letzten Saisonspiel ebenfalls um nichts mehr. Der Klassenerhalt ist gesichert, die Weichen für die kommende Saison sind gestellt. So wurde der Vertrag mit „Königstransfer“ (TVB-Geschäftsführer Jürgen Schweikardt) und Kultfigur Jogi Bitter im Tor um eine weitere Saison verlängert und mit Michael „Mimi“ Kraus aus Göppingen ein weiterer Weltmeister von 2007 bis Sommer 2017 verpflichtet, um aus den „Wild Boys“ eine erfahrene Truppe zu machen.

THW-Trainer Alfred Gislason indes freut sich auf das letzte Saisonspiel, ist aber auch „froh, dass diese Saison zu Ende ist“. Noch einmal Regeneration, noch einmal Abschlusstraining am Sonnabend, noch einmal 60 Minuten, ehe es in der kommenden Saison am ersten Spieltag – der Zufall will es so – just beim TVB Stuttgart mit einer neu formierten Mannschaft weitergeht. „Wir hatten viele, viele Baustellen, aber all die Spieler, die am Sonntag verabschiedet werden, haben uns sehr geholfen“, sagt der Isländer, der am Sonntag „möglichst viele Spieler“ einsetzen möchte, auch wenn am Freitag noch ein Fragezeichen hinter dem Einsatz von Christian Dissinger (muskuläre Probleme) stand.

In der kommenden Woche wird Gislason zuerst die Ausfahrt Wendgräben nehmen, um zwei Wochen in seinem Haus bei Magdeburg „nicht mehr an Handball zu denken“. Ablenkung gibt es in der Familie des THW-Trainers genug, der anschließend auf Island die Hochzeit seines ältesten Sohnes Elfar (33) feiern wird. Rückkehr: Mitte Juli zum Abschiedsspiel von Dominik Klein.

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Ein Artikel von
Tamo Schwarz
Sportredaktion

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