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THW Kiel THW Kiel sucht neuen Geschäftsführer
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21:05 03.06.2014
Von Wolf Paarmann
Klaus Elwardt ist ab 30. Juni 2014 nicht mehr Geschäftsführer beim THW Kiel. Quelle: Lühn (Archiv)
Kiel

Klaus Elwardt, der im Juli 2009 in das neue Führungsgremium des THW Kiel gewählt worden war, hatte im Juni 2011 die Nachfolge des erkrankten Geschäftsführers Uli Derad angetreten und besitzt einen Vertrag bis Juni 2015. „Er hat uns im März informiert, dass er aufhören wird“, sagte Vater, der bestritt, dass der Aufsichtsrat bei der Entscheidungsfindung sanften Druck ausgeübt hat. „Das war ganz allein seine Entscheidung.“

Klaus Elwardt, der eine Zimmerei in Bordesholm besitzt, wird den THW weiterhin als Präsidiumsmitglied in der Handball-Bundesliga (HBL) vertreten. Außerdem soll er daran mitwirken, die Pläne vom Bau eines Trainingszentrums umzusetzen. „Die vergangenen Jahre im Verein waren sehr intensiv“, sagte Klaus Elwardt. „Jetzt sind die Altlasten weitgehend abgearbeitet und der Generationswechsel ist vollzogen.“ Er könne also ein bestelltes Feld hinterlassen. Gerüchte, dass der Aufsichtsrat seine Kompetenzen und die der Geschäftsstelle zunehmend beschnitten hätte, wollte Klaus Elwardt nicht kommentieren. Richtig sei, so Vater, dass Reinhard Ziegenbein sich zuletzt verstärkt um das Vertragswesen gekümmert habe, um Klaus Elwardt zu entlasten. Ziegenbein ist Notar und im Aufsichtsrat für die rechtlichen Belange zuständig.

Offenbar gab es zwischen dem Aufsichtsrat und Elwardt aber unter anderem unterschiedliche Auffassungen über die Kaderplanung. So soll sich Klaus Elwardt stark für den Verbleib von Linksaußen „Goggi“ Sigurdsson ausgesprochen haben, der den Verein zum 30. Juni verlassen wird. Auch der bevorstehende Transfer des spanischen Weltmeisters Joan Canellas soll nicht seine Idee gewesen sein. Elwardt, so ist aus seinem Umfeld zu hören, wäre es lieber gewesen, mit Aron Palmarsson zu verlängern. Der Isländer hat laut ungarischer Medien bereits einen ab der Saison 2015/16 gültigen Vertrag bei MKB Veszprem unterschrieben. Mit Wohnsitz in Wien, wie zu hören ist.

Neben einem Manager, der sich um die sportlichen Belange kümmert, sucht der THW Kiel noch immer einen Nachfolger für den Kaufmännischen Geschäftsführer Stefan Adam, der den Verein im September 2013 nach nur siebenmonatiger Tätigkeit „wegen unterschiedlicher Vorstellungen“ wieder verlassen hatte. Die Aufgaben im Management eines Handball-Bundesligisten seien so komplex geworden, dass der sportliche und der kaufmännische Bereich unbedingt getrennt werden müssten, sagte Vater weiter. „Ich kenne keinen, der beides kann.“ Er würde auch anderen Vereinen eine solche Trennung empfehlen. Deshalb suche der Verein derzeit auch noch einen Kaufmann. Ob beide Personen in den Rang eines Geschäftsführers befördert werden, ließ er offen. Klar ist aber, dass die GmbH, in die der THW Kiel seine Handballer vor mehr als 20 Jahren ausgegliedert hatte, zwingend einen benötigt. Dass Ziegenbein oder Ex-Zebra Frank Dahmke, im Aufsichtsrat für Marketing und Sponsoring zuständig, nach Elwardt-Vorbild die Geschäftsführung übernehmen, sei, so Vater, nicht vorgesehen. Auch eine Rückkehr von Uwe Schwenker, der im Zuge des Manipulationsskandals im April 2009 als Geschäftsführer zurückgetreten war, schloss er aus. „Es gibt dazu einstimmige Gremiumsbeschlüsse“, sagte er, „Uwe Schwenker ist keine Option.“

Zuletzt war immer wieder der Name von Wolfgang Schwenke gehandelt worden, dem Geschäftsführer des Fußball-Drittligisten Holstein Kiel. Doch Schwenke, mit dem THW Kiel fünfmal Meister geworden, lehnte ab. Ein weiterer Wunschkandidat soll Marcus Ahlm sein, der im Juni vergangenen Jahres seine zehnjährige Karriere bei den Zebras beendet hat und mittlerweile in Schweden für den THW-Gesellschafter Citti tätig ist. Es ist aber schwer vorstellbar, dass Markus Ahlm nur ein Jahr nach seinem Umzug mit der Familie zurückkehrt. Auch Holger Kaiser (Geschäftsführer der HBL), Frank von Behren (Eurosport-Experte), Ex-Zebra Martin Schmidt und Piet Krebs, Ex-Geschäftsführer des HSV Hamburg, werden als Kandidaten gehandelt.

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