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THW Kiel Ich glaube: Der THW wird nicht Meister
Sport THW Kiel Ich glaube: Der THW wird nicht Meister
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10:47 25.09.2018
Von Tamo Schwarz
Martin Schwalb (links) und Michael Roth gewannen 1984 in Los Angeles gemeinsam Olympia-Silber. Am vergangenen Mittwoch standen beide als TV-Experten beim Champions-League-Spiel der SG Flensburg-Handewitt vor der Kamera. Quelle: imago/Claus Bergmann
Kassel

Mit der Trennung endete bei den Nordhessen nach acht Jahren eine Ära. Eine, in der der ehemalige deutsche Meister (TV Großwallstadt), Pokalsieger (TVG, MTSV Schwabing), Nationalspieler und Olympia-Silbermedaillengewinner (1984) aus dem „Retortenklub“ (Roth) einen etablierten Bundesligaverein, Pokal-Final-Four-Teilnehmer und Europapokal-Viertelfinalisten gemacht hat. Im Oktober stürzt sich der 56-Jährige nun in ein ganz neues Abenteuer, übernimmt den australischen Klub Sydney University HC.

Herr Roth, die MT war doch immer ihr Baby, ...

Michael Roth: ... und darum konnte ich mir zuerst auch keine Spiele ansehen. Ich kannte das ja nicht, war nie freigestellt worden. Jetzt geht es wieder. Ich war beim ersten Heimspiel gegen Magdeburg in der Halle. Das war auch Eigentherapie – ich wollte Abschied nehmen von den Zuschauern, von der Halle. Jetzt habe ich alles verarbeitet und drücke den Jungs die Daumen. Der Groll ist weg, es waren acht schöne Jahre.

Welche Bedeutung hat die Partie am Donnerstag in Kiel?

Die Niederlage zu Hause gegen Magdeburg im ersten Spiel hängt einem noch nach. Kiel kann zeigen, wohin die Reise geht. Gewinnt die MT, wäre die Magdeburg-Scharte ausgewetzt. Die Duelle waren immer Nervenspiele. Der THW hingegen muss gewinnen, sonst ist die Saison in Sachen Meisterschaft ja schon wieder gelaufen.

Gehören Sie zu den Experten, die die Zebras wieder ganz oben sehen?

Ich glaube: Der THW Kiel wird nicht deutscher Meister. Irgendetwas passt nicht so, wie es passen sollte. Ich weiß nicht, ob es nur die Zusammenstellung der Mannschaft ist, aber für mein Gefühl läuft da etwas unrund. Wenn ich zum Beispiel an unser Spiel letzte Saison zu Hause gegen den THW denke (die MT hat mit 29:25 gewonnen, d. Red.) – da stand die Kieler Abwehr überhaupt nicht, dabei waren Abwehr und Torhüter des THW vorher immer so stark gewesen, dass man eigentlich gar nicht gewinnen konnte. Da hatte ich den Eindruck, dass nicht alle Rädchen ineinander greifen.

Ihnen droht jetzt ein Kulturschock. Haben Sie Ihre neue Mannschaft Sydney University HC schon kennengelernt?

Ich habe Videos gesehen, fliege am 1. Oktober nach Sydney. Dann werde ich die Mannschaft dort zwei Wochen trainieren und anschließend vom 16. bis 19. Oktober beim Super Globe (Vereins-Weltmeisterschaft, d. Red.) in Doha betreuen.

Das komplette Interview lesen Sie in der Dienstag-Ausgabe der Kieler Nachrichten

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