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THW Kiel Zebras: Das kommt einem spanisch vor
Sport THW Kiel Zebras: Das kommt einem spanisch vor
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20:00 05.09.2018
Von Tamo Schwarz
Verschieben, verdichten, vertrauen: Hendrik Pekeler (links) hat den Lemgoer Jonathan Carlsbogård (hinten) im Griff, Dominik Ebner (vorne) im Blick, rechts Nikola Bilyk und Außen Magnus Landin. Quelle: Sonja Paar
Kiel

Harald Reinkind und Domagoj Duvnjak gaben flink und robust den Lieferservice für den weit herausgerückten Hendrik Pekeler in der Mitte, während sich Patrick Wiencek bei sechs Metern um den gegnerischen Kreisläufer kümmerte. Annehmen, weiterreichen, abblocken, klare Abläufe.

Was zwischenzeitlich fast wie eine 3:3-Formation aussah, mitunter ein 4:2-Etikett verdient hätte, im Grunde aber eine offensiv ausgerichtete 6:0-Deckung ist, hat seine Wurzeln in der Tat bei den Iberern.

Jichas Import aus Barcelona

Wer sie erfunden hat, weiß THW-Assistenzcoach Filip Jicha, der für die 6:0-Deckung im THW-Trainerstab verantwortlich zeichnet, zwar nicht genau. Mitgebracht aus Barcelona, wo der 36-Jährige seine Karriere von 2015 bis 2017 ausklingen ließ, hat er die Grundidee trotzdem. „,Copy and Paste’ geht natürlich nicht, ich habe das System modifiziert, nach eigenen Wünschen und daran angepasst, welche Spieler wir haben“, sagt der ehemalige Welthandballer.

Spanische Abwehr – oder besser: Abwehr à la Jicha. „Der Gedanke dahinter ist, dass es viel Klarheit gibt, wir nicht in unsichere Situationen geraten.“ Neuzugang Hendrik Pekeler liegt das: „Patrick Wiencek kämpft mehr am Kreis hinten, ich kann offensiver stehen. Das Grundziel ist, weiter vorne zu stehen, damit unsere Halben die großen Spieler in die Mitte schicken, wo wir beide mit unseren zwei Metern warten und mit unseren guten Keepern zusammenarbeiten. Das kann eine echte Waffe sein. Die Halben sollen nichts mit dem Kreisläufer zu tun haben, sollen keine einfachen Zeitstrafen kassieren.“

Noch Luft nach oben

Den Gegner nach außen drängen, verdichten, es dem eigenen Torwart leicht(er) machen – das ist das Rezept. „Wir wollen sehr offensiv spielen. Mal gehe ich vor, mal Peke. Wir kennen uns sehr gut“, sagt auch Patrick Wiencek. Abwehr-„Lehrmeister“ Jicha sieht noch „Luft nach oben“ nach gerade einmal zwei absolvierten Bundesliga-Partien. Aber so wie in der ersten Halbzeit gegen Lemgo, sieht der Tscheche seine Ideen gut realisiert: „So ist es gedacht. Das war überragend, Andi dahinter auch stark. In der zweiten Halbzeit haben wir dann leichte Fehler gemacht, vier, fünf unglückliche Tore kassiert. Das ist eben ein Prozess, in dem wir stecken.“

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