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THW Kiel Bilyk hat keine Angst vor Verantwortung
Sport THW Kiel Bilyk hat keine Angst vor Verantwortung
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11:44 16.01.2019
Von Merle Schaack
Mit 22 Jahren Kapitän und Führungsspieler: Nikola Bilyk vom THW Kiel ist für Österreich bei der Handball-WM unverzichtbar. Quelle: imago/Beautiful Sports/Mario M. Koberg
Herning

In der deutschen, schwedischen oder norwegischen Nationalmannschaft könnte Bilyk der Spieler sein, der auf der Königsposition im linken Rückraum eine Goldmedaillen-Ära prägt. Doch er ist Österreicher. Und er kämpft mit seinem Team, in dem Anspruch und Leistung manchmal weit auseinander klaffen, um den Einzug in die Hauptrunde.

Schuld daran ist vor allem die desolate Leistung gegen Chile am zweiten Spieltag, die dem ÖHB-Team eine nicht einkalkulierte Niederlage einbrachte. Trotzdem klang die anschließende Analyse von Nationaltrainer Patrekur Johannesson wie ein Loblied auf Bilyk. „Niko war der Einzige, der mal eine Eins-gegen-eins-Situation gewonnen hat. Und er war der Einzige, von dem mal ein paar Anspiele auf die Außen kamen.“

Der nächste Karriere-Schritt

Bilyk selbst sieht das ganz anders. „Mir ist es nicht gelungen, voranzugehen und uns da raus zu holen“, sagt er mit Blick auf das Kollektiv-Blackout selbstkritisch. Auch bei der Elf-Tore-Niederlage gegen Dänemark am Dienstag, die erst in der zweiten Halbzeit so deutlich wurde, war Bilyk weitestgehend abgemeldet. Die Last einer ganzen Nation auf den Schultern eines 22-Jährigen – kann das gut gehen?

Wenn Bilyk über die Verantwortung spricht, die er in Österreich hat, sagt er nie, dass er sie übernehmen muss oder soll. Er sagt „ich darf“.

Mit Druck umgehen, das hat er früh gelernt. So sieht er auch das Kapitänsamt nicht als Bürde. „Es ist der nächste Schritt in meiner Karriere“, sagt er ganz einfach, gibt aber zu: „Ein bisschen hat es mich schon überrascht, dass ich das Amt bekomme. Es ist ja schon unüblich, dass man als junger Spieler Kapitän wird. Aber es hat mich sehr gefreut“

Größter Führungsspieler seit Szilagyi

Im Oktober verkündete Johannesson seine Entscheidung für Bilyk als Kapitän. „Seit Viktor Szilagyi aufgehört hat, hatten wir einige Wechsel in diesem Amt“, sagt er. „Niko ist einfach so weit. Er ist zwar jung, aber schon ein absoluter Führungsspieler. Er lebt und trainiert wie ein Profi – er ist ein Vorbild in allen Dingen. Es ist logisch das so ein Spieler Kapitän ist.“

Viel Aufheben um sein Amt will Bilyk nicht machen. Auch in der Kabine ist er eher ein ruhiger Vertreter. „Wenn es etwas zu sagen gibt, sage ich etwas. Aber vor allem ist mir wichtig, dass ich auf dem Feld voran gehe.“

Verantwortung bedeutet für ihn aber auch, nichts mit der Brechstange erzwingen zu wollen. Bei dieser Endrunde hapert es seit dem zweiten Spieltag am Wurfglück des sonst so wichtigen Torgaranten. Also stellt Bilyk sich um.

„Ich habe gemerkt, dass es im Abschluss nicht so läuft, also habe ich zuletzt versucht, meine Mitspieler besser in Szene zu setzen.“

Entscheidungsspiel gegen Tunesien

Inzwischen ist Bilyk mit 14 Assists bester Passgeber im ÖHB-Team. Im für Österreich entscheidenden Spiel am Donnerstag (17.30 Uhr) gegen Tunesien werden aber auch seine Shooter-Qualitäten wieder gefragt sein. Österreich braucht zwingend einen Sieg. Einen hohen noch dazu, sollte es bei einem Sieg Chiles über Saudi-Arabien zu einem Dreiervergleich in der Gruppe C kommen. Gewonnen hat Österreich bei diesem Turnier bisher nur gegen Saudi-Arabien – als Bilyk Top-Torschütze war.

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