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THW Kiel Die Flamme am Lodern halten
Sport THW Kiel Die Flamme am Lodern halten
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19:30 05.11.2018
Von Tamo Schwarz
Azubi mit Erstliga-Reife: Sebastian Firnhaber (li.) hatte Andreas Cederholm (Mitte) und Anton Månsson gut im Griff. Quelle: Noah Wedel
Kiel/Minden

Ein Missverständnis. Auf die Frage, ob dieser Einsatz auch für den Kopf gut und wichtig sei, greift sich Firnhaber an den Kopf, reibt sich die rechte, leicht gerötete Gesichtshälfte und lacht. Gemeint war nicht der Wirkungstreffer, den der 24-Jährige am Sonntag in Minden von Christoffer Rambo hatte einstecken müssen, sondern das Gefühl, gebraucht zu sein.

Vom "Azubi" zum stellvertretenden Abteilungsleiter...

1,98 Meter, irgendwas um die 100 Kilogramm, Spitzname „Flamme“. Er war zuerst der „Azubi“ von THW-Trainer Alfred Gislason, der in der Vorsaison ganz schnell zum stellvertretenden Abteilungsleiter aufzusteigen gezwungen war. Denn in der Abteilung Abwehr-Innenblock war der Däne René Toft Hansen dauerverletzt. Also stand da plötzlich Firnhaber neben Patrick Wiencek und lernte und machte seinen Job.

Die Zeiten haben sich allerdings geändert. Neben Wiencek steht jetzt Hendrik Pekeler. Das Duo bildet auch in der deutschen Nationalmannschaft den Mittelblock, verdient sich am Kreis – ebenfalls Firnhabers Position – das Prädikat Weltklasse. Darum ist Firnhaber nun wieder der Azubi, über den sein Trainer sagt: „Flamme muss Geduld haben. Er lernt von Monat zu Monat dazu, hat sich sehr gut entwickelt, nicht nur in der Abwehr, sondern auch als Kreisläufer.“

Firnhaber bringt es diese Saison nur auf fünf kurze Einsätze

Gebraucht wird er jedoch kaum noch, bringt es bei 15 Pflichtspielen der Zebras in dieser Saison bisher nur auf fünf (Kurz-) Einsätze. Am Sonntag war es dann wieder einmal soweit. „Alfred hat nur gesagt: ,Du kommst gleich, wir spielen 6:0‘. Das habe ich ja letzte Saison über weite Strecken auch gemacht und weiß, dass ich das kann. Es hat heute wirklich gut funktioniert.“

Einfach so da sein, funktionieren, die Flamme immer am Lodern halten. Selbstverständlich ist das nicht, das gibt auch Firnhaber zu: „Ich muss immer den Druck hoch halten, das ist nicht einfach, denn ich brauche natürlich Spielpraxis. Mental ist die Situation anspruchsvoll. Man arbeitet jeden Tag, um auf dem Spielfeld zu stehen und nicht nur im Training dabei zu sein. Für diese wichtige Bestätigung heute bin ich darum sehr dankbar."

Mancher Bundesligist wird Firnhaber verpflichten wollen

Firnhaber wird nicht auf der Bank der Sparkassen-Arena versauern wollen. „Wir müssen sehen, was die Zukunft bringt. Dazu kann ich noch nichts sagen.“ Ob er seinem Schützling raten würde, in der Ferne flügge zu werden? Dieser Frage weicht auch Alfred Gislason aus: „Er hat bei uns Patrick Wiencek und Hendrik Pekeler vor sich, die sehr gute Lehrmeister für ihn sind. Sie sind nicht nur neben Jannik Kohlbacher zwei der drei besten Kreisläufer in der Bundesliga, sondern meiner Meinung nach die beiden besten Innenblock-Spieler überhaupt.“ Das klingt nach einem „Ja“. So mancher Bundesliga-Konkurrent wird sich nach Sebastian Firnhaber die Finger lecken.

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