Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
THW Kiel THW Kiel: Auftaktsieg in Ludwigshafen
Sport THW Kiel THW Kiel: Auftaktsieg in Ludwigshafen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:16 02.09.2018
Von Tamo Schwarz
Der THW Kiel im ersten Saisonspiel 2018/19 bei den Eulen Ludwigshafen. Quelle: Fotoagentur Kunz
Anzeige
Ludwigshafen

Die Rollen im Ludwigshafener Stadtteil Friesenheim sind klar verteilt: Die Eulen-Fans singen fröhlich „Auf Ihr Brieder in die Palz“, nehmen’s in ihren roten „Abstiegskandidat #1“-T-Shirts mit Humor. Die Spieler laufen in pinkfarbenen Bein-Sleeves auf und sensibilisieren so mit dem Klinikum Ludwigshafen für das Thema Krebs-Vorsorge. Auf der anderen Seite hungrige Zebras, „alle ein bisschen nervös“ (Lukas Nilsson) nach gefühlt ewig währender Vorbereitung inklusive Saison-Spätstart. Youngster Gisli Kristjánsson (Schulter) und Rechtsaußen Ole Rahmel (krank) haben die Reise an den Rhein nicht angetreten.

Nach 40 Sekunden scheitert Niclas Ekberg per Siebenmeter am jungen Stefan Hanemann im Friesenheimer Tor. Erster Treffer Kiel: sechste Minute. Zäh geht es los. Magnus Landin bekommt auf Linksaußen den Vorzug vor Rune Dahmke. Auch Sebastian Firnhaber, Marko Vujin, Andreas Wolff und Christian Dissinger werden an diesem Tag kaum oder gar nicht ins Geschehen eingreifen. Alfred Gislason hat einen klaren Plan. Bloß nicht ausgerechnet beim Abstiegskandidaten etwas dem Zufall überlassen. So kann sich Dissinger in seiner Heimat beispielsweise nicht zeigen. „Es tut mir leid für ihn, aber die anderen spielen momentan sehr gut, und ich kann ja nicht danach gehen, wer aus der Nähe kommt“, wird Gislason nach dem Spiel sagen.

Offensiv, aggressiv, ruppig

Ein Spiel, in dem der Gastgeber, der gerade so noch den Klassenerhalt gepackt hatte, offensiv, aggressiv, ruppig zu Werke geht. Die Eulen sind geladen, stürzen sich auf Zebras wie auf ihre Beute. Dennoch erarbeitet sich der Rekordmeister Wurfchancen en masse, bringt es bis zur Pause allerdings schon auf zwölf Fehlwürfe, weil Eulen-Keeper Stefan Hanemann einen wirklich guten Tag erwischt hat. In der Defensive greifen in der „neuen“ offensiven 6:0-Deckung noch nicht alle Zahnräder ineinander. Die Halben Steffen Weinhold und Domagoj Duvnjak stehen hoch, stören das Angriffsspiel der Pfälzer, doch die Deckung hat noch „zu viele Löcher“ (Gislason). „Die Abläufe stimmten noch nicht ganz“, so Abwehrchef Patrick Wiencek.

Licht und Schatten: Hier glänzt Schwede Nummer eins (Niclas Ekberg) als cleverer Einläufer, Verwerter, da sammelt Schwede Nummer zwei (Lukas Nilsson) Fahrkarten, trifft nur einmal bei fünf Versuchen bis zur Pause. Alfred Gislason wird den 21-Jährigen nach dem Spiel besonders aufgrund seiner Offensivleistung hervorheben und tut gut daran. Denn gleich vier der ersten sechs Tore im zweiten Abschnitt gehen auf sein Konto. Nilsson zieht jetzt – mit Nikola Bilyk und Steffen Weinhold neben sich – die Fäden, weiß zu glänzen. Ludwigshafen bleibt in der mit 2249 Besuchern nicht ganz ausverkauften Friedrich-Ebert-Halle bis zum 17:20 (43.) auf Tuchfühlung. Doch wo ist die „Eberthölle“? Eulen-Geschäftsführer Marcus Endlich zeigt sich zerknirscht: „Da muss noch mehr kommen. Ich bin enttäuscht.“

17:20 (43.), 17:24 (52.) – die Partie ist entschieden, Friesenheim kann das Tempo des THW nicht mehr mitgehen, der hinten noch konsequenter zupackt, schnell umschaltet, die zweite Welle und schnelle Mitte stichhaltig einsetzt. THW-Co-Trainer Filip Jicha steht am Seitenrand und peitscht seine Spieler an. Die Deckung ist sein „Spezialgebiet“ im Trainerstab, und nur zwei Gegentore in der Schlussviertelstunde sprechen eine deutliche Sprache. So endet das „unangenehme Spiel“ (Patrick Wiencek) am Ende mit einem deutlichen Sieben-Tore-Sieg zum Auftakt der neuen Saison. Die Rhein-Neckar Löwen und ehemaligen Kieler Andreas Palicka und Gudjon Valur Sigurdsson aus dem benachbarten Mannheim waren übrigens auch da. Sie werden sich die Begegnung genau angeschaut haben. Löwen und Zebras gelten als Titelaspiranten. Zum direkten Duell kommt es am 13. Oktober.

Statistik

Eulen Ludwigshafen: Hanemann (1.-53. Minute/11 Paraden), Lenz (ab 53./2) – Stüber 1, Salger 2, Dietrich 2, Hideg, Scholz 3, Haider 1, Feld 4, Falk, Hofmann, Durak 2, Bührer 3/3, Müller 1, Dippe.

THW Kiel: N. Landin (1.-60. Minute/9 Paraden), Wolff (bei einem 7m/0) – Duvnjak 1, Reinkind, M. Landin 3, Firnhaber n.e., Weinhold 4, Dissinger n.e., Wiencek 2, Ekberg 6/1, Dahmke n.e., Zarabec, Vujin n.e., Bilyk 1, Pekeler 3, Nilsson 6.

Schiedsrichter: Thöne/Zupanovic (Berlin) – Strafminuten: Eulen 10 (3x Dippe, Müller, Stüber), THW 8 (2xWeinhold, Wiencek, Zarabec) – Disqualifikaton (3x2): Dippe (Eulen/40.) – Siebenmeter: Eulen 5/3 (Bührer an den Pfosten, Bührer über das Tor), THW 2/1 (Ekberg scheitert an Hanemann) – Spielfilm: 1:0, 3:3 (9.), 5:3, 6:9 (20.), 8:10, 11:13 – 13:17, 16:19 (41.), 17:24 (52.), 19:26 – Zuschauer: 2249 in der Friedrich-Ebert-Halle in Ludwigshafen.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Jetzt wird’s ernst: Am Sonntag (13.30 Uhr) startet der THW Kiel mit einwöchiger Verspätung bei den Eulen Ludwigshafen in die Saison in der Handball-Bundesliga. „Ich bin froh, dass es losgeht“, sagt THW-Trainer Alfred Gislason.

Tamo Schwarz 02.09.2018

Seit Juli 2014 ist Uwe Schwenker (59) Präsident der Handball-Bundesliga (HBL). Für den ehemaligen Nationalspieler, Linksaußen des THW Kiel und langjährigen Manager der Zebras (1992-2009) ist die Meisterfrage schnell beantwortet.

Tamo Schwarz 31.08.2018

Im Fall des Gerichtsstreits zwischen dem THW Kiel und Christian Zeitz und der daraus resultierenden Trennung tritt der 37-Jährige, mittlerweile in der Dritten Liga für die SG Nußloch aktiv, gegen seinen Ex-Verein nach.

Tamo Schwarz 31.08.2018
Anzeige