Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
THW Kiel Rogerio Moraes Ferreira wird ein Zebra
Sport THW Kiel Rogerio Moraes Ferreira wird ein Zebra
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:30 11.06.2015
Von Ralf Abratis
Alfred Gislason sieht Rogerio Moraes Ferreira beim THW Kiel als Ergänzung hinter Rene Toft Hansen und Patrick Wiencek. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Direkt nach dem Gewinn des deutschen Meistertitels am Freitag haben beim THW Kiel die Planungen für die Handball-Zukunft begonnen. Die Vereinsführung dokumentierte ihren Willen, den Vertrag mit Trainer Alfred Gislason vorzeitig über 2017 hinaus zu verlängern, und heute vermeldet der Handball-Rekordmeister die Verpflichtung eines Mannes für die Zukunft.

Der brasilianische Junioren-Nationalspieler Rogerio Moraes Ferreira wird künftig das schwarz-weiße Trikot der Zebras tragen. Der Kreisläufer hat beim THW Kiel einen Ein-Jahres-Vertrag unterschrieben, der eine Option auf zwei weitere Jahre enthält.

Ferreira ist laut Alfred Gislason im Zuge des Aufbaus einer Olympia-Mannschaft in Brasilien entdeckt worden und spielt erst seit drei Jahren Handball. In dieser Zeit hat sich der 21-Jährige, der aus der brasilianischen Amazonas-Provinz stammt, herausragend entwickelt, stand auch auf einer Länderspielreise der Brasilianer im Mai im Aufgebot, als sie unter anderem Ägypten, Rumänien und Polen geschlagen haben.

Von dieser Länderspielreise machte der 2,04 Meter große Modellathlet einen Abstecher zu einem Probetraining beim THW Kiel und hat dabei Gislason überzeugt: „Handball ist in den vergangenen Jahren in Brasilien sehr populär geworden. Ich stehe im engen Austausch mit dem brasilianischen Nationaltrainer Jordi Ribera, der mich auf Rogerio aufmerksam gemacht hat. Rogerio bringt unglaubliche körperliche Voraussetzungen mit und ist vielleicht das größte Talent auf seiner Position.“

Dennoch sieht Gislason den Brasilianer vorerst beim THW Kiel als Ergänzung hinter Rene Toft Hansen und Patrick Wiencek. „Es macht mir Spaß, Talente zu sichten und zu fördern. Rene und Patrick sollen aber nicht den Eindruck haben, dass Druck auf sie ausgeübt wird.“ Beeindruckend sind aber die körperlichen Voraussetzungen des Brasilianers, den der THW-Trainer als etwas größere Ausgabe eines Marcus Ahlm bezeichnet, der beim Hanteltraining in Kiel nach größeren Gewichten suchte, als die anderen die Arbeit beendeten.

Auch THW-Kiel-Geschäftsführer Thorsten Storm ist von den Qualitäten Rogerio Moraes Ferreira überzeugt: „Rogerio hat hier im Training einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Für beide Seiten ist der Wechsel zum THW Kiel eine spannende Aufgabe. Rogerio ist ein großes Talent, wird mit unseren Spielern trainieren und dem Bundesliga-Kader angehören. Alles weitere wird man dann sehen.“

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
THW Kiel Interview mit dem Trainer des THW Kiel - Verlängert Alfred Gislason vorzeitig?

Mit dem 20. Meistertitel hat der THW Kiel seine Ausnahmestellung im nationalen Handball untermauert. Doch die Saison lief nicht so rund, wie es die Experten vermutet hatten. Als klare Favoriten gestartet, stolperten die Zebras bereits im ersten Spiel, lieferten sich mit den Rhein-Neckar Löwen bis erneut zum Ende ein enges Duell. Doch am Ende triumphierte der THW. Trainer Alfred Gislason blickt im Gespräch mit KN-online zurück - und voraus.

Wolf Paarmann 07.06.2015

Es ist vollbracht: Mit einem souveränen 33:29 (18:12)-Heimsieg gegen den TBV Lemgo machte der THW Kiel am Freitag seine 20. Meisterschaft in der Handball-Bundesliga perfekt. Da spielte auch der 32:27-Erfolg der Rhein-Neckar Löwen beim SC Magdeburg keine Rolle mehr – mit zwei Punkten Vorsprung auf die Badener überschritten die Zebras die Ziellinie und starteten in eine lange Partynacht.

KN-online (Kieler Nachrichten) 15.06.2015
THW Kiel THW Kiel Meisterfeier - Ein Abend der großen Emotionen

Es ist 21.40 Uhr am Freitagabend. Die Halle ist in schrillen Jubeltaumel gehüllt, und doch übertrumpft ein Urschrei den Lärm. Ein Urschrei von Filip Jicha, mit dem er die Meisterschale in die Luft reißt und sie kräftig schüttelt.

Ralf Abratis 06.06.2015