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THW Kiel Zebras stärken Marko Vujin den Rücken
Sport THW Kiel Zebras stärken Marko Vujin den Rücken
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17:58 27.03.2018
Von Tamo Schwarz
Marko Vujin (links) glänzte am Donnerstag auch mit genialen Anspielen. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Im Spiel gegen Melsungen am Donnerstag wurde der 33-jährige Serbe Marko Vujin wieder ausgepfiffen, wurde am Ende doch gefeiert, nachdem er den entscheidenden Siebenmeter zum 32:31-Sieg gegen Melsungen verwandelt hatte. Im Anschluss stärkten Mitspieler und Umfeld Vujin demonstrativ den Rücken.

Marko Vujin hatte nach dem Spiel Schwierigkeiten, die Kränkung zu verbergen. „Die Pfiffe tun weh. Ich habe auch an mich selbst hohe Erwartungen. Ich habe keine Ahnung, was ich falsch gemacht habe.“ Keinem anderen Mitspieler würde so etwas widerfahren, sagte Vujin. Zwischen den Zeilen stand: „Warum lieben mich die Fans nicht?“ Eine berechtigte Frage: Mit Ausnahme von Christian Zeitz (623 Spiele/1808 Tore) hat kein Spieler aus dem aktuellen Zebra-Kader mehr Tore an der Förde geworfen als Vujin (318 Spiele/1439 Tore).

Vertrag mit Marko Vujin läuft 2019 aus

2019 läuft der Vertrag beim THW aus. Bis dahin will der Serbe „noch viele gute Tage“ erleben, fühle sich wohl an der Förde. Ehefrau Tijana und er erwarten in diesen Wochen ihr erstes Kind. „Sportlich und privat – ich mag das Leben in Kiel.“ Und seine Mitspieler mögen ihn. Der Serbe ist beliebt. Kein Wunder, dass die Zebras am Donnerstag ungewohnt scharf reagierten.

„Ich hoffe sehr, dass die Zuschauer ihr Verhalten ändern. Grundsätzlich sind sie toll und unterstützen uns immer. Aber wer einen einzelnen Spieler auspfeift, sollte sich vielleicht überlegen, warum er überhaupt herkommt“, sagte Youngster Nikola Bilyk. „Wir haben uns alle für Marko gefreut. Pfiffe – das gehört sich nicht. Die Zuschauer sollen endlich sehen, dass er immer alles gibt. Er ist ein guter Typ“, ergänzte Patrick Wiencek.

Viktor Szilagyi: Kritik an Vujin ist ungerecht

Rückendeckung bekam Vujin auch von der sportlichen Leitung. „Wir stehen hinter Marko. Ich war sehr überrascht, auch über dieses Ausmaß, und kenne das Publikum eher so, dass es Druck auf den Gegner erzeugt“, sagte der Sportliche Leiter Viktor Szilagyi. „Wir sind alle bereit, uns der Kritik zu stellen. Aber die Kritik an Marko Vujin ist sehr ungerecht geworden. Ich halte das für unangebracht und fragwürdig, alles an einem Spieler auszulassen, das geht nicht. Die Spieler stehen sowieso schon unter einem wahnsinnigen Druck.“

THW-Trainer Alfred Gislason fasste seine Gefühlslage so zusammen: „Die Fans sollen sich überlegen, ob sie der Mannschaft helfen, wenn sie Marko auspfeifen. Ja, er ist extrem sensibel. Aber Heim-Zuschauer sollten hinter ihrer Mannschaft stehen.“

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