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THW Kiel THW Kiel steht im EHF-Finalturnier
Sport THW Kiel THW Kiel steht im EHF-Finalturnier
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19:31 04.03.2019
Von Merle Schaack
Der THW Kiel gewann das Rückspiel gegen GOG Gudme und steht damit in der Endrunde des EHF-Cups. Quelle: Robert Wengler/imago
Godme/Kiel

Rund 500 mitgereiste Fans des THW Kiel sangen kurz vor dem Abpfiff in Odense "Viva Colonia". Wohl eher weniger aus Verbundenheit zu Kölner Karnevalisten. Eher ist es dieses Lied, dass die Fans des THW Kiel mit dem Final Four um europäische Titel verbinden, bisher stets dem um die Champions League in Köln.

Das in Kiel um den EHF Cup wird im Mai etwas kleiner ausfallen, dafür schafften es die Zebras, sich in Rekordzeit dafür zu qualifizieren. Der vierte Sieg im vierten Spiel der Gruppenphase war gegen GOG Gudme allerdings der, den sie sich am härtesten erkämpfen mussten.

GOG Gudme deutlich verbessert

Denn im Gegensatz zum mehr als deutlichen 37:32-Hinspiel-Sieg vor genau einer Woche waren die Dänen vor heimischer Kulisse deutlich weniger nervös. Dafür leisteten die Kieler, die ohne Linksaußen Rune Dahmke (Adduktorenprobleme) auskommen mussten, sich einige Schwächen im Angriff. Torwart Niklas Landin rettete ihnen an seiner alten Wirkungsstätte die Anfangsphase mit seinen Paraden.

Die 6:0-Abwehr des THW Kiel offenbarte in der ersten Halbzeit Lücken, im Angriff tat sich der Rückraum schwer, in dem Trainer Alfred Gislason zunächst auf Marko Vujin und Nikola Bilyk auf den Halbpositionen sowie den Slowenen Miha Zarabec als Regisseur setzte. Einer der Gründe für die wenigen Tore im ersten Durchgang war aber auch GOG-Torwart Ole Erevik.

Video-Zusammenfassung vom Spiel:

Die Spiele des THW im EHF-Cup können Sie live auf DAZN sehen

Technische Fehler bremsen THW Kiel

Nach 20 Minuten beim Stand von 8:8 hatte Gislason sieben technische Fehler seiner Mannschaft gezählt und die Abwehr auf die offensivere 3:2:1-Variante mit Duvnjak an der Spitze umgestellt. Letzteres sorgte dafür, dass die Dänen zur Pause nicht auf mehr als zehn Tore kamen und die Kieler mit einer knappen 11:10-Führung in die Pause gingen.

Auch nach Wiederanpfiff blieben die Dänen spritzig, kamen vor allem über den ebenso flinken wie treffsicheren Rechtsaußen Odinn Thor Rikhardsson (6 Tore) zu Gegenstoß-Treffern. Beim THW Kiel verstärkte nun doch Duvnjak den Angriff und sorgte für einen Hauch von Zauberkunst im Angriff. Das 13:11 war eine wunderschöne Doppelkempa-Koproduktion, die beim kroatischen Kapitän ihren Anfang nahm und von Magnus Landin in der Luft an den ebenfalls einfliegenden Niclas Ekberg (7/3 Tore) weitergeleitet wurde (35.).

Duvnjak und Wolff drehen das Spiel bei Gudme

Doch zaubern reichte nicht fürs Halbfinale. Zwischen der 40. und 44. Minute kassierten die Zebras drei Zeitstrafen. Eine Phase, die GOG nutzte, um wieder in Front zu gehen. Zwar stets nur mit einem Tor, aber die Kieler kämpften. Schließlich waren es Duvnjak mit ansatzlosen Geschossen, einem wichtigen Steal in der Abwehr sowie Andreas Wolff, der am Sonntag seinen 28. Geburtstag feierte und eine Viertelstunde vor Schluss für Landin ins Tor kam, die den Weg ebneten. Nach dem 21:20 durch Duvnjak (50.) gelang den Gastgebern über neun Minuten lang kein Treffer mehr.

Während der THW Kiel auf 25:20 vorentscheidend wegzog, sorgten auf den Rängen die mitgereisten Fans in Schwarz-Weiß für Heimspielatmosphäre und ein bisschen Karneval-Stimmung auf der dänischen Insel Fünen.

Sonderregelung für EHF-Final-Four-Ausrichter THW Kiel

Durch die 8:0 Punkte auf ihrem Gruppenphasen-Konto ist dem THW Kiel der Gruppensieg nun nicht mehr zu nehmen, auch wenn die Rückspiele gegen Granollers (23. März) und in Pulawy (30. März) noch ausstehen.

Als Gastgeber der "EHF Cup Finals" profitieren sie von einer Sonderregelung der EHF. Diese besagt, dass der Ausrichter der Endrunde das Viertelfinale überspringt, wenn er die Gruppenphase als Erster oder einer der drei besten Zweiten beendet.

Die Statistik

Tore GOG Håndbold: Rikhardsson 6, E. M. Jakobsen 5/1, Lindenchrone Andersen 4, Gidsel 3, Möller 2, Cieslak 1, Pujol 1
THW Kiel: Ekberg 7/3, Weinhold 5, M. Landin 4, Duvnjak 3, Wiencek 3, L. Nilsson 2, Pekeler 1, Vujin 1
Schiedsrichter: Jiri Opava (Tschechien)/Pavel Valek (Tschechien)
Zuschauer: 4000
Strafminuten: 14 / 8

Das Spiel zum Nachlesen im THW-Kiel-Liveticker.

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